Tanzen: Mark Schulze-Altmann kümmert sich um die Turnierpaare im Tanz-Centrum

Mit Leidenschaft zurück aufs Parkett

Coesfeld

Die Königsdisziplin der Standardtänze? Nein, da muss Mark Schulze-Altmann nicht lange nachdenken. „Das ist eindeutig der Langsame Walzer mit seinen fließenden Bewegungen“, sagt er voller Überzeugung. „Bis der auf wirklich hohem Niveau verinnerlicht ist, muss er über Jahre immer wieder geübt werden.“ Aber auch hier gilt: Der Weg ist das Ziel – und diesen Weg geht der 53-Jährige ab sofort als neuer Trainer mit den Turnierpaaren des Tanz-Centrums Coesfeld.

Von Frank Wittenberg

Königsdisziplin Langsamer Walzer: Tanzlehrer Mark Schulze-Altmann (links) feilt mit den Turnierpaaren im Tanz-Centrum Coesfeld an den fließenden Bewegungen. Foto: Fotos: fw

Der Osnabrücker weiß, wovon er spricht. Seit über 40 Jahren ist er begeisterter Tänzer, viele Jahre davon war er sogar als Profi auf nationaler und internationaler Ebene unterwegs. „Irgendwann bin ich mehr in die Trainerrolle gerutscht“, erzählt er. „Die Konkurrenz wird jünger.“ Und Tanzen auf hohem Niveau, das ist harte Arbeit. Davor scheut er nach wie vor nicht zurück, denn nur am Rand des Parketts zu stehen und Anweisungen zu geben, das ist nicht sein Ding. „Die Paare müssen es sehen, fühlen und verstehen“, sagt Schulze-Altmann, der schon seit einigen Jahren Kontakte nach Coesfeld pflegt. „Deshalb muss ich es mitmachen.“

Genau das ist jetzt einmal in der Woche für rund 20 Turnierpaare des Tanz-Centrums angesagt, nach der gültigen Corona-Schutzverordnung getestet, geimpft oder genesen und in Gruppen aufgeteilt. Nach dieser Rückkehr aufs Tanzparkett haben sie sich lange gesehnt. „Wir haben da immer wieder vorgesprochen, aber für den Tanzsport gab es lange Zeit keine Lockerungen“, verweist Hans-Werner Althaus, Pressesprecher des Vereins, auf die gefühlt ewige Durststrecke, die gerade die Turnierpaare heftig getroffen hat. Seit Anfang November befanden sie sich mit ihrem Sport im vollständigen Lockdown, blickt Vorstandsmitglied Silke Eckrodt zurück – da spielte auch keine Rolle, dass die Tanzpaare bisweilen auch gleichzeitig Ehepartner sind. Training verboten! „Wir hatten einige Angebote per Zoom-Konferenz“, berichtet sie. Für die Turniertänzer sei eine Umsetzung über den Fitnessbereich hinaus aber kompliziert.

Jetzt endlich geht es zurück in die Übungseinheiten. „Erstmals seit Monaten sind unsere Paare wieder in der Lage, echtes Turniertraining durchzuführen“, freut sich Sportwart Peter Schlüter. All das geht gewiss nicht von null auf hundert, weiß Herbert Pawella: „Wir müssen sicherlich langsam beginnen, um die Abläufe und die Choreographie wieder zu verinnerlichen.“ Die Zeit wollen und können sie sich nehmen, denn vorerst sind bis Ende Juni alle Turniere abgesagt, auch die Großveranstaltungen wie die German Open in Stuttgart. „Vielleicht ist in der Hinsicht im Herbst wieder mehr möglich“, blickt Pawella voraus. „Dann aber sicherlich nur mit begrenzten Teilnehmerzahlen.“

Mark Schulze-Altmann will mit seinen Paaren daran feilen, auf dem Punkt wieder im Saft zu stehen. Jeweils einen der fünf Standardtänze rückt er an jedem Trainingsabend in den Fokus, arbeitet an Bewegungen, Körpergefühl und Fußarbeit. Seine persönlichen Favoriten hat der Tanzlehrer, der in Osnabrück eine eigene Tanzschule betreibt, natürlich auch. „Den Slow Foxtrott, weil er so elegant ist“, lächelt er. „Und den Tango, weil ich diese Leidenschaft mag.“ Eine Leidenschaft, die er nun auch auf die Paare im Tanz-Centrum Coesfeld übertragen will.

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