Handball: Sven Holz steigt nach drei Jahren als DJK-Trainer aus

Neuer Impuls für beide Seiten

Coesfeld. Die Perspektive, bis zum Sommer noch einmal auf der Platte zu stehen, tendiert gegen Null. „Der Blick nach vorne ist leider gar nicht möglich“, zuckt Sven Holz mit den Schultern. Deshalb hat er eine Entscheidung, die ihm nicht leichtgefallen ist, kurzerhand vorgezogen: Der Trainer der Bezirksliga-Handballer der DJK Coesfeld gibt seinen Posten nach drei Jahren auf – und das mit sofortiger Wirkung: „Die Saison ist ohnehin abgebrochen, also sollten wir den Schnitt auch direkt machen.“

Frank Wittenberg

Komplizierte Situation: Janes Kloster (Mitte) und die DJK-Handballer stecken seit Monaten in der Zwangspause fest – und benötigen nun auch einen neuen Trainer. Foto: Frank Wittenberg

Auf eine Feststellung legen alle Beteiligten großen Wert: Die Trennung erfolgt nicht im Groll, ganz im Gegenteil. „Das war eine schöne Zeit in Coesfeld mit einer tollen Mannschaft“, betont Holz. „Aber das ist jetzt der richtige Zeitpunkt für beide Seiten, für einen neuen Impuls zu sorgen.“ Das sei auch in einem sehr offenen Gespräch per Videokonferenz mit den Spielern deutlich geworden. Die Zusammenarbeit habe sehr gut funktioniert, stellt Abteilungsleiter Thomas Bücking fest, der bedauert, dass Holz durch die schwierige Corona-Situation nicht den verdienten Abgang am Spielfeldrand und vor großem Publikum erhalten kann.

Im Januar 2018 hat Sven Holz, der vorher viele Jahre als Spieler beim TV Borghorst und als Trainer unter anderem bei Arminia Ochtrup aktiv war, die DJK übernommen – damals in einer schwierigen Situation im Abstiegskampf der Landesliga, nachdem gerade die Zusammenarbeit mit dem Meister-Trainerduo Michele Grimmelt und Jörg Levermann beendet worden war. Die umgehende Rückkehr in die Bezirksliga konnten die Coesfelder zwar nicht verhindern, dann folgte aber ein sehr erfolgreiches Jahr, in dem die DJK lange um den Aufstieg mitmischte und in einer eng gestaffelten Spitzengruppe letztlich Rang fünf belegte. „Dann hatten wir leider große personelle Probleme“, blickt der 40-Jährige auf den Fehlstart in die Saison 2019/20, bedingt durch den Rückzug von Tim Püttmann und die Verletzungen von Spielern wie Till Schöttler und Nino Adler. Und just als die Eintrachtler Fahrt aufnahmen, kam Corona – nichts ging mehr. Auch in der aktuellen Spielzeit, in der die Aufstiegsrunde als Ziel ausgegeben war, war nach nur zwei Partien wieder Schluss.

Diese verflixte Corona-Situation, die schon zweite lange Zwangspause, die nun noch lange andauern wird, all das habe sicherlich zu seiner Entscheidung beigetragen, gibt Holz zu: „Da ist es für einen Trainer kaum möglich, seine Vorstellungen umzusetzen.“ Mit dem endgültigen Saisonabbruch, den der Verband in der vergangenen Woche verkündet hat, sei die Luft endgültig raus. „Ich hätte die Saison unter normalen Umständen ganz sicher mit vollem Einsatz durchgezogen“, betont er. So aber sei keine Perspektive vorhanden, weshalb er den am Ende der Spielzeit geplanten Schnitt nun vorverlege.

Für die Verantwortlichen der Handballabteilung beginnt nun die Suche nach einem Nachfolger. Nicht ganz einfach in Corona-Zeiten, das gibt Thomas Bücking ehrlich zu: „Wir packen es aber an und werden uns umsehen.“ Dankbar zeigt sich der Abteilungsleiter für den Einsatz, den Sven Holz über die drei Jahre für den Verein gebracht habe. „Und ich denke, er hat sich bei uns auch sehr wohl gefühlt.“

Wie es für Holz nun weitergeht? Abwarten, diese Entscheidung will er nicht übers Knie brechen. „Ob ich eine neue Aufgabe übernehme oder einfach mal aussetze, da bin ich noch völlig offen“, erklärt der Vollblut-Trainer, der bereits seit seinem 18. Lebensjahr nahezu durchgängig für eine Mannschaft verantwortlich war. „Vielleicht tut da eine kleine Pause auch mal ganz gut.“ Im Vordergrund stehe bei allen Handballern ohnehin der Wunsch, möglichst bald auf die Platte zurückkehren zu können. Und wenn die DJK endlich wieder in ihrer „Hölle 1“ auflaufen darf, dann wird auch Sven Holz hier und da mal dabei sein – nicht mehr auf der Trainerbank, aber mit seinen Coesfelder Weggefährten auf der Tribüne.

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