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Kerstin Schulze Kalthoff gewinnt das 5-km-Rennen in 17:01 Minuten

Neuer Streckenrekord

Coesfeld

Kaum im Ziel, riss sie schon die Arme hoch. „Streckenrekord“, frohlockte Kerstin Schulze Kalthoff, die strahlende Siegerin beim Citylauf, „das war haarscharf.“ Die alte Bestmarke über 5 km (17:07 Minuten), die Lokalmatadorin Carolin Aehling anno 2011 aufs Kopfsteinpflaster gezaubert hatte, knackte sie um sechs Sekunden. Maßarbeit!

Von Ulrich Hörnemann

Aber kurz darauf tönte die Nachricht aus den Lautsprechern, dass sie die Aehling-Zeit doch knapp verpasst habe. Irrtum! Alsbald klärte sich das Problem. Bernd Bohmert, der sich mit Fabian Dasbach die Ansage teilte, erklärte, dass er sich geirrt habe. Tja, kann passieren im Eifer des Gefechts. „Geschafft“, jubelte Kerstin Schulze Kalthoff und bedankte sich ausdrücklich bei Jannis Müller, ihrem Tempomacher von der LG Coesfeld, „Jannis hat mich gezogen. Ohne ihn wäre das verdammt schwierig geworden! Das hat er super gemacht.“ Auf den letzten Metern war ihr der LG-Nachwuchsläufer mit einem irren Schlussspurt noch entwischt. Mit 16:57 ist er unter 17 Minuten geblieben.

Kerstin Schulze Kalthoff, die sich vor Birte Klein (18:07 Minuten) und der jungen Billerbeckerin Leonie Borchers (18:28) durchgesetzt hatte, war happy über ihre tolle Vorstellung. „Ich bin erst ein bisschen zäh ins Rennen gekommen“, gab sie ehrlich zu, „doch dann rollte es richtig gut.“ Mit Jannis Müller, ihrem „Hasen“, der für eine flotte Fahrt sorgte, arbeitete sie prima zusammen. „Wir haben uns gegenseitig gepusht“, berichtete die gebürtige Rosendahlerin, die einst von Ingo Röschenkemper entdeckt und gefördert wurde, „wir haben uns an die Gruppe vor uns ran gesaugt und noch einige überholt.“ Ihr Rekord, den sie Carolin Aehling entrissen hat, war die Kirsche auf der Samstagstorte.

Mit gerade mal 22 Jahren auf den schmalen Schultern zählt sie mittlerweile zu den besten Läuferinnen hierzulande über 3.000 Meter Hindernis. In Braunschweig, Schauplatz der Deutschen Meisterschaften im Sommer, war Kerstin Schulze Kalthoff Siebte geworden in 10:18:57 Minuten. So zügig war sie nie zuvor unterwegs gewesen. In Coesfeld gelang ihr nunmehr eine weitere persönliche Bestleistung. 2019 bei den U 23-Titelkämpfen in Wetzlar wurden 17:23 Minuten gestoppt.

Die ausdauernde Dame wurde vorm Start versehentlich als Annika Schulze Kalthoff vorgestellt. „Das ist meine Schwester“, klärte sie auf, „sie ist Hochspringerin.“ 1,66 Meter ist ihre beste Höhe.

Hoch hinaus will auch Kerstin Schulze Kalthoff, die nicht nur laufen kann. Sie ist ein kluger Kopf, wie man so schön sagt, hat das Fach Jura an der Wilhelms-Universität in Münster belegt und büffelt momentan verstärkt für ihr Staatsexamen in Strafrecht. „Deshalb weiß ich auch noch gar nicht, wann ich meinen nächsten Wettkampf absolvieren werde“, meinte die fleißige Studentin, die in Münster wohnt und für die LG Brillux startet, „Ende Oktober stehen die Deutschen Meisterschaften im 10-Kilometer-Straßenlauf auf dem Programm.“ Ob sie in Uelzen, Austragungsort im Nordosten Niedersachsens, mitmischen wird, das ist in den Sternen geschrieben. „Abwarten, ob ich überhaupt die nötige Zeit fürs Training habe.“ Ihr Jura-Studium hat absolute Priorität. 7 Die 5 km bei den Männern sicherte sich der Ex-Coesfelder Marco Sietmann in 15:19 Minuten. | Bericht folgt morgen

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