1. www.azonline.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Coesfeld
  6. >
  7. Nur vom Punkt zu bezwingen

  8. >

Fußball: Kämpferische DJK verliert knapp mit 0:1 gegen GW Nottuln

Nur vom Punkt zu bezwingen

Coesfeld

Für seine Analyse benötigte Johannes Kasnatscheew nicht viele Worte. „So ungerecht kann Fußball sein“, schüttelte er den Kopf. „Da machst du deine Dinger nicht und wirst so bestraft.“ Wie ernst es der Torwart der DJK Coesfeld damit meinte, unterlegte er mit einem Augenzwinkern – der „Russe“, wie er von seinem Teamkollegen genannt wird, hatte seinen Humor nicht verloren nach einer Partie, die GWN-Trainer Yannick Gieseler mit „80 Prozent Ballbesitz und 25:1 Torschüsse für uns“ zusammenfasste. Am Ende entschied aber nur ein lumpiges Elfmetertor dieses ungleiche Pokalduell zugunsten des Westfalenligisten aus Nottuln.

Von Frank Wittenberg

Alles reinwerfen – Timo Ebbing macht es vor: Der DJK-Abwehrmann bedrängt den Nottulner Edeltechniker Semih Daglar. Aus dem Spiel heraus gelang dem Favoriten kein Treffer, nur per Elfer. Foto: Foto: fw

Kompliziert war es für den Favoriten, weil vor dem Tor der blau-weiße Bus mit DJK-Aufschrift parkte. „Wenn ein Gegner so tief steht, kann es eben sehr zäh werden“, zuckte Gieseler mit den Schultern. „Vor allem, wenn du deine klaren Chancen nicht nutzt.“ Wobei er auch anerkennen musste, dass sich die Eintrachtler in alles reinwarfen, was Richtung eigenes Tor ging. So defensiv wollten sie gar nicht stehen, „aber angesichts unserer Ausfälle und der Qualität des Gegners rollte ein Angriff nach dem anderen auf unseren Kasten“, stellte Claus Heinze fest. Bisweilen sah es aus wie beim Handball: Alles tummelte sich rund um den DJK-Strafraum, während Platzwart Erich Boll bedenkenlos seine Aufgaben als Greenkeeper in der Nottulner Hälfte hätte erledigen können.

Trotz aller Überlegenheit wollte es bei den Gästen einfach nicht richtig zünden. „Wenn es irgendwo ein Seminar ,Tore schießen leicht gemacht’ gibt, ich würde es buchen“, sah Gieseler ein Problem, das sich schon durch die gesamte Vorbereitung ziehe: „Über die Außen machen wir es sehr gut, aber dann bekommen wir die Positionen im Strafraum nicht gut besetzt.“ Und wenn sie sich doch einmal durchspielten, war immer wieder Johannes Kasnatscheew zur Stelle, so wie in der 29. Minute gegen Semih Daglar.

Nachdem der Ex-DJK’ler Oliver Leifken (52.) und Josse Gerick (60.) Großchancen ausgelassen hatten, schnupperte der Bezirksligist immer mehr am Elfmeterschießen. „Aus dem Spiel heraus hatten die Nottulner kein Glück“, stellte DJK-Spielertrainer Karsten Erwig fest. „Aber dann bekommen wir leider diesen klaren Elfer gegen uns.“ Henry Krampe traf Fabian Schöne am Fuß, für Schiri Sven Wensing gab es da keine Diskussionen: Den fälligen Strafstoß verwandelte Tim Bröcking sicher zum 0:1 (74.).

Dabei blieb es, weil der Westfalenligist weitere dicke Chancen fahrlässig ausließ und die DJK vorne nicht zum Zuge kam. Denn den einzigen Torschuss produzierten die Gäste selbst, als André Kreuz einen Freistoß von Jonas Berding per Kopf Richtung eigenes Tor klärte, Christoph Hunnewinkel aber zugriff (90.+2). Zufrieden war das Trainer-Duo aber trotz des Pokal-Aus. „Heute ging es um die Mentalität“, betonte Heinze. „Die haben wir bewiesen.“ 7 DJK Coesfeld – GW Nottuln 0:1; Tor: 0:1 Tim Bröcking (74., FE).

Startseite