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Vereine hoffen auf Corona-Lockerungen und erste Schritte in den Normalbetrieb

„Perspektive für den Sport muss her“

Kreis Coesfeld/Gescher. Aufschläge und Angriffe nicht in die Mitte spielen, weil sonst direkter Kontakt verursacht wird. Keine Ballaktionen am Netz, weil von jeder Seite ein Meter Abstand gehalten werden sollte. Ansonsten: Mindestabstand bei einer Mannschaftsstärke von zwei Personen machbar. Klingt seltsam, sind aber die aktuellen Übergangsregeln, die der Deutsche Volleyball-Verband für die Beachvolleyballer herausgegeben hat, wenn es zurück aufs Feld gehen sollte. „Wir würden selbstverständlich dafür sorgen, dass alles eingehalten wird“, betont Patrick Steinberg, Geschäftsführer der SG Coesfeld 06. Damit verbindet er ebenso wie die Verantwortlichen in vielen Clubs die Hoffnung, dass die Sportvereine endlich eine Perspektive erhalten, wenn die Länderchefs und die Bundeskanzlerin am morgigen Mittwoch über weitere Corona-Lockerungsmaßnahmen beraten: „Der Handel hat diese Perspektive bekommen, die wünschen wir uns auch.“

Frank Wittenberg

Foto: Frank Wittenberg

Nichts geht seit Mitte März. Fast acht Wochen sind ins Land gezogen, in denen die Clubs ihre Mitglieder nach Möglichkeit mit Online-Trainings bei Laune gehalten haben. „Jetzt müssen die Menschen aber wieder die Möglichkeit bekommen, Sport zu treiben“, erklärt Herbert Kortüm (Vorsitzender Turo Darfeld). In Einzelsportarten und unter freiem Himmel sei das sicherlich auch machbar. Eigens für den Neustart habe der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Übergangsregeln aufgestellt, die jeder Fachverband speziell für sich ausarbeite, ergänzt Patrick Steinberg. „Tischtennis draußen ohne Seitenwechsel, Tennis nur im Einzel und nicht im Doppel“, nennt er einige Beispiele.

Sie alle eint der Wunsch, Signale aus der Politik zu erhalten. So auch beim VfL Billerbeck, wo sich der Gesamtvorstand kürzlich zu diesem Thema „digital“ beraten hat. „Wenn Lockerungen kommen, werden wir umgehend mit jeder Abteilung ausloten, was möglich ist“, kündigt Katharina Ahlers an. Möglicherweise ließen sich einige Hallenangebote gerade in den Sommermonaten nach draußen verlegen. „Dann benötigen wir natürlich die Flächen“, setzt die Geschäftsführerin auf Absprachen mit der Stadt. Insgesamt sei die Stimmung im Verein gut, auch eine Austrittswelle sei nicht zu beklagen. „Aber wir wären natürlich alle sehr froh, wenn es wieder losgehen könnte“, lächelt Katharina Ahlers.

Die Empfehlungen und Vorgaben der Politik abwarten, dann umgehend handeln, so will auch der SV Gescher vorgehen. „Erst einmal benötigen wir Ansagen von oben, denn die waren bisher kaum kalkulierbar“, betont der Vorsitzende Markus Lammerding. „Bisher gibt es leider keine klare Kante und keine Perspektive.“ Lammerding hegt große Hoffnungen, dass es beispielsweise im Tennis kurzfristig wieder losgehen könnte. „Dabei werden wir uns selbstverständlich an alle Regeln halten“, erklärt er. Letztlich gehe es darum, den Gesamtzweck eines Vereins zu wahren und wieder Sport möglich zu machen. „Bisher haben unsere Mitglieder Verständnis für die Situation.“

Auf treue Mitglieder darf sich auch Turo Darfeld verlassen. „Trotzdem wünschen wir uns jetzt klare Äußerungen, mit denen wir als Verein dann in Absprache mit der Kommune sehen können, was umsetzbar ist“, sagt Herbert Kortüm. Mit der Rückkehr in den Teamsport rechnet er vorerst zwar nicht, wohl aber mit Angeboten in Einzelsportarten oder Gesundheitskursen. „Tennis-Einzel dürfte kein Problem sein“, urteilt der Turo-Vorsitzende. „Und zum Beispiel eine Rückenschule in kleinen Gruppen und ausreichendem Abstand dürfte zu organisieren sein.“ Auch „Sport im Park“-Angebote ließen sich mit Einhaltung bestimmter Regeln sicherlich durchführen.

Diese schrittweise Rückkehr zur Normalität wünscht sich Patrick Steinberg. „Ich habe berechtigte Hoffnungen, dass es ab dem 11. Mai weitergeht“, blickt er voraus. Sicherlich unter freiem Himmel, wohin auch Sportgruppen ausweichen könnten, die sonst in der Halle aktiv sind – immer unter Einhaltung aller notwendiger Maßnahmen. „Wir haben zwei große Sportanlagen, die wir dafür nutzen können“, sieht er die SG 06 gut aufgestellt. Geduldig hätten die Mitglieder die Situation bislang hingenommen. „Jetzt müssen wir ihnen aber wieder eine Perspektive bieten.“ Dass dabei alle Corona-Spielregeln eingehalten werden, steht für Katharina Ahlers außer Zweifel: „Die Gesundheit geht immer vor.“

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