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Nach der langen Pause will die SG 06 im Titelkampf voll durchstarten

Projekt Dritte Liga bleibt im Fokus

Coesfeld

Das Ziel haben sie auch in der monatelangen Zwangspause nicht aus den Augen verloren. Nicht aufgehoben, nur aufgeschoben – sie wollen nach dem Meistertitel und höheren Aufgaben greifen. „Mein Projekt ist, diese Mannschaft in die Dritte Liga zu führen“, sagt Udo Jeschke. Dafür arbeitet der Trainer Woche für Woche mit seinen Jungs, hart und konzentriert, damit bei den Volleyballern der SG Coesfeld 06 im nächsten Frühjahr eine große Party steigen kann.

Von Frank Wittenberg

Volleyball-Regionalligist SG Coesfeld 06 will um den Aufstieg in die Dritte Liga mitspielen: (oben von links) Trainer Udo Jeschke, Henry Gerding, Philipp Heuermann, Eike Koop, Lukas Messing, Yannick van Dijk, Lennart Gollata, Thomas Wittkowski; unten von links: Ole Koch, Timo Plate, Yannick Gröning, Fabian Röttgering, Tom Gröning, Eike Meyer; es fehlt Joschua Heismann.

Party, das trifft es, denn so fühlt sich beinahe jedes Heimspiel an. Nach einem Jahr endlich wieder vor den Fans spielen zu dürfen, das ist eine riesengroße Freude und Erleichterung – und für Jeschke nach wie vor ein dicker Pluspunkt im Titelkampf. „Das Publikum ist unser siebter Mann“, weiß der Trainer, wie wertvoll der Rückenwind von den Rängen für seine Mannschaft ist. Neben einem ausgeglichenen und sehr gut besetzten Kader soll das die nötige Prozentpunkte liefern, um die Konkurrenz hinter sich zu lassen.

Der Weg in Liga drei führt über zwei Etappen. Schritt eins ist die Vorrunde in der geteilten Regionalliga, in der die Coesfelder einen Platz unter den besten Drei erreichen müssen, um sich für die folgende Aufstiegsrunde zu qualifizieren. In der treffen sie dann auf die besten drei Mannschaften der anderen Staffel. Eine Besonderheit, die der Corona-Situation geschuldet ist und den Spielplan etwas ausgedünnter gestalten soll. „Ich finde es sehr reizvoll“, kann sich Jeschke mit diesem Modus gut anfreunden. Denn abgesehen davon, dass ihnen zunächst die weiten Fahrten wie nach Aachen oder Bonn erspart bleiben, müssen sie von Spieltag eins an liefern. Denn ausruhen gilt nicht – die Punkte gegen die direkten Konkurrenten, die mit ihnen in die Aufstiegsrunde kommen, werden mitgenommen. Da könnte ein früher Aussetzer schon Folgen haben.

Und wenn nach dem Ende der Vorrunde (Mitte Januar) die Play-Offs starten, sind tatsächlich nur noch die Besten unter sich. „Das wird ein hohes Niveau“, freut sich der Trainer auf diese Herausforderung, für die sich die SG 06 qualifizieren will. „Da werden wir in jedem Spiel an unsere Grenzen gehen müssen.“ Umso wichtiger sei es, den Kader breit aufzustellen.

Die erste Aufgabe auf dem Weg in die Aufstiegsrunde haben sie souverän erledigt mit dem 3:0-Auswärtssieg beim 1. VC Minden. „Eine gute Mannschaft mit wenigen Eigenfehlern“, lobt Udo Jeschke den Gegner. „Aber wir waren in der Abwehr und im Re-Angriff besser.“ Zu den größten Konkurrenten in der nur sechs Teams starken Vorrundengruppe zählt er VV Humann Essen II und Telekom Post SV Bielefeld – beides Gegner, die sie nach dem ersten Heimspiel morgen gegen die Solingen Volleys auswärts vor der Brust haben. „Essen verfügt über einen sehr großen Kader, teilweise mit höherklassiger Erfahrung“, weiß der 68-Jährige. „Und Bielefeld war schon immer gut, da wird eine sehr ordentliche Vereinsarbeit geleistet.“

Dahinter muss sich aber auch die SG 06 nicht verstecken, im Gegenteil. Deshalb musste Udo Jeschke auch nicht lange überlegen, ob er nach dem frühzeitigen Saisonabbruch vor einem Jahr die Mission in Coesfeld fortsetzen will. „Ich fühle mich hier total wohl“, sagt der Essener, der unter anderem mit dem VfB Friedrichshafen in der Champions League unterwegs war und mit den Damen von Skurios Borken 2015/16 in der Spitzengruppe der Zweiten Bundesliga mitgemischt hat. „Die Vereinsführung und das gesamte Umfeld in Coesfeld sind klasse“, lächelt er.

Ambitioniert hat er schon immer gearbeitet, und bei der SG 06 findet er die Bedingungen vor, um das Ziel Dritte Liga ernsthaft anpacken zu können. „Die Jungs arbeiten in jedem Training sehr fokussiert“, lobt Jeschke, der auch davon profitiert, dass sein Kader während des langen Corona-Lockdowns digital weitergearbeitet habe und so auch als Mannschaft gewachsen sei. Denn letztlich komme es auf die Spieler auf dem Feld an, wo es harmonieren müsse – Udo Jeschke kann nur die optimalen Voraussetzungen schaffen, und das macht er sehr gerne. „Es muss auch mir Spaß machen“, lächelt der 68-Jährige. „Dann weiß ich, dass ich an der richtigen Stelle bin.“

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