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Handball: DJK-Herren drehen das Topspiel und bezwingen ASV Senden II 25:24

Spitze in Tabelle und Mentalität

Coesfeld

Völlig enttäuscht schlich Janes Kloster vom Feld Richtung Tribüne. Der Abwehrchef hatte in dieser 54. Minute nicht nur seine – höchst fragwürdige – dritte Zeitstrafe und damit die Rote Karte kassiert, sondern mit seiner Mannschaft auch den Treffer zum 21:23-Rückstand kassiert. Das sah nicht gut aus für die Handballer der DJK Coesfeld, aber „Hans“ hatte seinen Mut nicht verloren. „Die Mentalität der Jungs ist einfach super“, lächelte Kloster einige Minuten später nach der Schlusssirene. „Jeder ist für jeden da.“ Und wie: Die Coesfelder drehten eine beinahe verlorene Partie, setzten sich im Topspiel gegen den ASV Senden II mit 25:24 durch und durften wieder zum Hüpfkreis vor den Fans ansetzen: „Spitzenreiter!“

Von Frank Wittenberg

Er war von den Gästen aus Senden nur schwer aufzuhalten: Vincent Lukas (links) glänzte mit insgesamt neun Toren und warf auch kurz vor Schluss den Siegtreffer für die DJK. Foto: Foto: fw

Trotz aller Dramatik wirkte Bodo Dreger fast durchweg wie die Ruhe selbst. „Innerlich hat mich das aber ganz schön gefordert“, gab der Trainer nach aufreibenden 60 Minuten zu. Extrem spannend war es, woran nicht nur der Gegner seinen Anteil hatte, der mit einer sehr präsenten Körpersprache in der „Hölle 1“ aufgelaufen war. „Wir haben uns zu viele technische Fehler erlaubt“, verwies Dreger auf viele Schrittfehler oder Bälle, die unbedrängt dem ASV in die Hände gespielt wurden. „Außerdem haben wir im Spielaufbau Dinge gemacht, die eigentlich nicht zu unserem Repertoire gehören.“

So entwickelte sich eine enge erste Halbzeit, in der Senden mit 6:4 vorne lag (10.) und dann die DJK mit 14:11 führte (28.) – allerdings schmolz der Vorsprung zur Halbzeit auf 14:13. Nach der Pause taten sich die Eintrachtler sehr schwer, vorne wirklich gefährlich zu werden. „Wir haben zu wenig gespielt und nicht geduldig genug auf die Lücke gewartet“, analysierte der Trainer das Problem. Folglich lagen die Eintrachtler mit 16:19 und 18:22 (48.) hinten. Da bahnte sich nach dem 31:32 im Hinspiel die zweite Saisonniederlage an, erneut gegen Senden.

Aber der ASV hatte die Rechnung ohne die besagte DJK-Mentalität gemacht. „Ich der Deckung standen wir meistens sehr gut und haben oft richtig auf die Spielzüge des Gegners reagiert“, lobte Dreger. Das machte sich besonders in der Endphase bemerkbar: Nach „Rot“ für Janes Kloster glichen Felix Dartmann und Vincent Lukas in Unterzahl zum 23:23 aus (55.), dann krönte Youngster Lukas seine starke Leistung mit dem Tor zum 25:24. Der letzte Freiwurf der Gäste flog von der Mauer ins Aus, der Rest waren Jubel und ein stolzer Trainer. „Die Mannschaft funktioniert“, stahlte Dreger. „Das haben wir uns in der Vorbereitung erarbeitet.“ 7 DJK Coesfeld – ASV Senden II 25:24; Niels Heuermann und Sebastian Rotte (im Tor), Vincent Lukas (9), Janes Kloster (6), Felix Dartmann (3/2), Jannick Kloster (2), Nino Adler (2), David Bischoff (2), Marcel Uppenkamp (1), Marvin Laschke, Steffen Böyer,

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