1. www.azonline.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Coesfeld
  6. >
  7. Tabata ersetzt Tiki-Taka

  8. >

Fußball: DJK Coesfeld hofft nach tollem Saisonbeginn auf einen erfolgreichen Neustart

Tabata ersetzt Tiki-Taka

Coesfeld. Fünf Wochen bis zum ersten Meisterschaftsspiel 2021 – eigentlich. Also die passende Zeit, aus dem Winterschlaf zurückzukehren und in die Vorbereitung einzusteigen – normalerweise. Diesmal aber treibt Karsten Erwig und Claus Heinze nicht die Überlegung nach der richtigen Taktik für das nächste Duell um, sondern die alles entscheidende Frage, wann der Ball überhaupt wieder rollt. „Vor Mitte März rechne ich ehrlich gesagt nicht damit“, beurteilt Heinze die unsichere Lage der Dinge. Am Tiki-Taka, dem gepflegten Kurzpassspiel, können sie auf dem Platz nicht arbeiten. Folglich hält sich Bezirksligist DJK Coesfeld mit Tabata bei Laune.

Frank Wittenberg

Foto: az

Laune ist das richtige Stichwort, denn die Zwischenbilanz für den Aufsteiger sorgt bei den Verantwortlichen und Fans durchaus für ein zufriedenes Lächeln: Platz zwei nach acht Spielen mit 16 Zählern, punktgleich mit dem VfL Billerbeck und ein Punkt vor dem SV Gescher, der allerdings eine Partie weniger ausgetragen hat – nach der Rückkehr aus der A-Liga hat sich der Bezirksliga-Meister 2019 schnell in der höheren Klasse etabliert. „Die Dinge, die wir uns vorgenommen hatten, sind gut umgesetzt worden“, zeigt sich Karsten Erwig zufrieden, der die Mannschaft im Sommer gemeinsam mit seinem Kumpel Claus Heinze übernommen hat. Die Arbeit im Duo macht beiden Spaß, denn sie kennen und schätzen sich, bringen ihre jeweiligen Stärken hervorragend zusammen und haben bereits die Zusage für die nächste Saison 2021/22 gegeben.

5:2 zum Auftakt beim VfL Ramsdorf, 2:0 gegen den ASV Ellewick, dann ein 3:2 bei Vorwärts Epe, dem das 3:1 gegen den SV Heek und das 1:0 beim RC Borken-Hoxfeld folgten – nach fünf Spieltagen thronten die Eintrachtler mit einer weißen Weste an der Spitze der Bezirksliga. Ein Lohn der guten Arbeit in der Sommervorbereitung, urteilt Claus Heinze. „Mit diesem Raketenstart haben wir uns selbst die Erwartungen aufgebaut und die Messlatte sehr hoch gelegt“, sagt der 32-Jährige. „Dass irgendwann ein Einbruch kommen würde, war zu befürchten.“ Tatsächlich gab es in den folgenden drei Spielen gegen den SV Gescher (1:3), beim SC Reken (1:1) und gegen Adler Weseke (1:2) nur noch einen einzigen Punkt, wobei das Trainer-Duo besonders die letzte Niederlage vor dem sportlichen Lockdown gegen die bis dahin sieglosen Weseker wurmte. „Da wollten wir den Turn-around schaffen und wieder in die Spur kommen“, blickt Heinze zurück. Dass es ihnen in diesen schwachen 90 Minuten nicht gelungen ist, bleibt beinahe der bisher einzige Wermutstropfen in der sehr ordentlichen Zwischenbilanz 2020/21.

Die kleine Delle nach dem perfekten Auftakt erscheint verständlich im Entwicklungsprozess. Karsten Erwig will es sich nicht so leicht machen, sie nur auf den zwischenzeitlichen Ausfall von Torjäger Marius Borgert zu schieben, der in den ersten vier Saisonspielen bereits sieben Treffer erzielt hatte und dann gegen RC Borken-Hoxfeld und SV Gescher mit Muskelproblemen passen musste. „Natürlich sind wir froh über einen Spieler wie Marius, der bei uns ein Fixpunkt ist und zu unserer großen Stärke beiträgt“, betont Erwig. „Wir haben aber auch andere Leute, die da einspringen können.“ Ein Fabian Tschiskale zum Beispiel, der in Hoxfeld das entscheidende Tor erzielt hat. Oder Youngster Adrian Koschany, der schon zwei Treffer auf dem Konto hat.

Spitzenreiter SuS Stadtlohn ist bereits um sechs Punkte enteilt, aber an der Zielsetzung hat sich für die Coesfelder ohnehin nichts geändert. Sie wollen sich etablieren in der Bezirksliga, nachdem die Mannschaft im Jahr eins des Neuaufbaus unter Denis Koopmann überraschend die direkte Rückkehr ins „Oberhaus“ geschafft hatte. Sich nicht verstecken, eine gute Rolle in der Bezirksliga spielen, das war das Vorhaben, und da befinden sie sich auf einem hervorragenden Weg. Zumal wahrscheinlich nur noch sieben Spiele auf dem Programm stehen werden, vermutet Karsten Erwig. „Ich glaube, dass nach der Corona-Pause nur noch die Hinrunde zu Ende gespielt werden kann“, sagt der 33-jährige Rekener. Dabei stehen für die Eintrachtler noch einige prickelnde Aufgaben auf dem Programm: die Heimspiele gegen Topfavorit SuS Stadtlohn oder gegen FC Epe zum Beispiel, dazu die Auswärtsaufgaben in der Nachbarschaft beim VfL Billerbeck und beim Ortsrivalen SG 06.

Wann die gespielt werden, vermag aktuell niemand vorherzusagen. Deshalb bleibt auch den DJK’lern nicht mehr, als den Fitnesslevel auf einem ordentlichen Stand zu halten. „Das Laufprogramm haben wir den Jungs in die eigene Verantwortung gegeben“, erklärt Claus Heinze. Zwei bis drei Einheiten in der Woche, das sei die Empfehlung – „da haben wir Vertrauen, dass es auch so umgesetzt wird.“ Darüber hinaus gibt es einmal in der Woche eine gemeinsame Online-Einheit mit Tabata, einem hochintensiven Intervalltraining. Natalie, die Freundin von Schnapper Johannes Kasnatscheew, bringt die Herren Fußballer ordentlich ins Schwitzen. „Sie macht das sehr gerne und sehr gut“, lächelt Heinze, der sehr dankbar für diese Unterstützung ist, aber auch froh wäre, wenn statt Tabata wieder wie beim Tiki-Taka der Ball rollen könnte. Wenn endlich ein Termin feststeht, wird das Pensum wieder forciert: „Dann werden wir die Schlagzahl erhöhen und ins Training zurückkehren.“

Startseite