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Handball: Verband reicht den DJK-Damen das Aufstiegsticket auf dem Silbertablett

Und wieder winkt die Oberliga

Coesfeld. Das „Goldene Ticket“ kam so überraschend wie der Weihnachtsmann im Hochsommer. „Mit dieser Regelung habe ich wirklich nicht gerechnet“, zuckt Dirk Haverkämper angesichts der plötzlichen Beförderung mit den Schultern. Dabei scrollte der Trainer eigentlich nur durch den wöchentlichen Newsletter des Handballverbandes Westfalen – und stolperte über die Zeile, die seine Handballdamen der DJK Coesfeld als Aufsteiger in die Oberliga ausweist. Quotienregelung lautet das Zauberwort, das alle Beteiligten nun in eine komplizierte Situation bringt. Denn ob sie tatsächlich das Oberliga-Ticket annehmen wollen, müssen sie sich genau überlegen.

Frank Wittenberg

Mit Volldampf in die Oberliga? Diese Frage stellt sich aktuell für Britta Reckers und die DJK-Handballerinnen, denn der Handballverband Westfalen legt dem Team das Aufstiegsticket bereit. Foto: Frank Wittenberg

Lange Zeit hatte der Handballverband Westfalen daran festgehalten, nach der frühzeitig abgebrochenen Saison Aufstiegsrunden mit freiwilligen Bewerbern anzubieten, um auf sportlichem Weg die Staffeln für die kommende Saison 2021/22 zusammenzustellen. „Die weit überwiegende Anzahl der Vereine hat für sich festgestellt, dass die besprochene Vorbereitungszeit von vier Wochen aufgrund der regionalen Corona-Lage nicht darstellbar ist und dass sie daher an einem sportlichen Wettbewerb nicht teilnehmen können“, teilen nun Bernd Kuropka (stellv. Vorsitzender der Technischen Kommission im Handballverband Westfalen) und Andreas Tiemann (Vizepräsident des HV Westfalen) mit. Lediglich in der Oberliga Westfalen der Frauen seien so viele Vereine in der Lage zu spielen, dass wohl ein Wettbewerb um den Aufstieg in die Dritte Liga ausgetragen werden könne.

Einfach auf Aufsteiger verzichten, wie es der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) in seinen Spielklassen gemacht hat, erscheint allerdings nicht möglich. Denn die Spielordnung sieht vor, dass ein Aufsteiger „von der zuständigen spielleitenden Stelle nach sportlichen Gesichtspunkten bestimmt“ wird, sofern er auf sportlichem Weg nicht ermittelt werden kann. „Aufgrund dieser Regelung ist es rechtssicher nicht möglich, eine Saison quasi zu annullieren und auf Aufsteiger zu verzichten“, teilt der HVW mit. Folglich werden nun die Platzierungen der Saisons 2018/19 und 2019/20 sowie die Quotienten der vergangenen drei Spielzeiten herangezogen.

Und diese Wertung weist die DJK-Damen zwar in 2020/21 mit null Punkten aus (bei nur einem ausgetragenen Spiel), aber aus den beiden Vorjahren mit den Plätzen zwei und vier in der Abschlusstabelle der Verbandsliga – das bedeutet Platz eins mit deutlichem Vorsprung vor dem alten Rivalen Vorwärts Wettringen und damit die Berechtigung, in die Oberliga aufzusteigen. Dorthin, wo die Coesfelderinnen schon von 2006 bis 2017 elf spannende Jahre verbracht haben. „Anscheinend führte da jetzt kein Weg an uns vorbei, weil mehrere andere Vereine in der vergangenen Saison schon die Wildcard zum Aufstieg genutzt haben“, erinnert Dirk Haverkämper daran, dass im vergangenen Sommer die Top Fünf der Verbandsliga das Ticket für die Oberliga überreicht bekommen hatte und alle Mannschaften bis auf die DJK die „Einladung“ annahmen.

Und jetzt? Gute Frage. „Wir machen uns unsere Gedanken“, verweist der Trainer darauf, das Thema im gesamten Mannschaftskreis zu besprechen. Die Herausforderung annehmen oder – wie vor einem Jahr – im Hinblick auf den Umbruch und ein in großen Teilen sehr junges Team darauf verzichten? „Wir werden zeitnah eine Entscheidung treffen“, hält Haverkämper noch die Füße still. Zeitnah, das müssen sie auch, denn bereits bis zum kommenden Sonntag (30. 5.) sollen sich die DJK-Damen gegenüber dem Handballverband Westfalen erklären, ob sie das „Goldene Ticket“ für die Oberliga annehmen oder dem Zweitplatzierten Vorwärts Wettringen den Vortritt lassen wollen.

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