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Fußball: Die Statistik der abgebrochenen Saison in der Bezirksliga 11

Vom Sparkurs zum Spektakel

Coesfeld. Auf eine Reihe spannender Derbys hatten sich die Fans in der Fußball-Bezirksliga 2020/21 gefreut, aber am Ende war nur ein Sparprogramm möglich. Nach nur acht Spieltagen war die Saison wieder beendet, die trotzdem einige spannende Erkenntnisse und ein Spektakel lieferte.

Frank Wittenberg

Eine Macht auf eigenem Platz war der SV Gescher – auch dank der Treffer von Youngster Arne Reddemann (rechts). Foto: az

0 Bester Angriff: So schnell kann es gehen – war der VfL Billerbeck in der Spielzeit 2019/20 noch die Mannschaft, in deren Spiele die wenigsten Tore gefallen sind, so lieferte das Team von Yannick Gieseler diesmal das größte Spektakel. 20 Tore in acht Spielen bedeuten einen Schnitt von 2,5 pro Partie. Ebenfalls offensiv gut unterwegs war der SV Gescher mit 17 Treffern in sieben Spielen (Schnitt 2,42).

0 Harmloseste Offensive: Frank Schulz bekam von seinen Jungs des SC Reken nur Magerkost verabreicht. Sechs Tore in sieben Saisonspielen, das ist mit einem Schnitt von 0,85 die dünnste Ausbeute aller Bezirksligisten. Die Hälfte ihrer Saisontore erzielten die Rekener bereits am ersten Spieltag in der ersten Halbzeit beim 3:1 gegen Adler Weseke, danach wurde es überschaubar. Einstellig mit neun Toren blieben auch der TuS Wüllen (sieben Spiele) sowie SV Heek und Adler Weseke (jeweils acht Spiele).

0 Stabilste Deckung: Offensive gewinnt Spiele, Defensive Meisterschaften – diese alte Weisheit hätte durchaus bestätigt werden können, wenn die Saison tatsächlich beendet worden wäre. Denn der souveräne Tabellenführer SuS Stadtlohn hat in acht Spielen nur zwei Gegentore kassiert. Okay, eigentlich drei, aber das 1:1 am ersten Spieltag bei Vorwärts Epe wurde später in einen 2:0-Sieg gewertet. Die zweitbeste Abwehr stellt der SV Gescher mit sieben Gegentreffern in sieben Spielen.

0 Löchrigste Abwehr: Mit 23 Gegentore in acht Spielen und einem Schnitt von 2,87 führt Schlusslicht Adler Weseke diese Statistik an. 19 Tore in sieben Spielen (Schnitt 2,71) musste der ASV Ellewick hinnehmen.

0 Treffsicherheit: 61 Spiele sind in der abgebrochenen und später annullierten Saison nur ausgetragen worden, aber die Stürmer hatten Lust auf Tore. 220 Treffer sind gefallen, das entspricht einem Schnitt von 3,6. Damit haben die Clubs exakt den Wert der Saison 2019/20 eingestellt.

0 Bester Knipser: In der Spielzeit 2019/20 schossen Marius Borgert (DJK Coesfeld) und Lucas Jacobs (SG Coesfeld 06) die Abwehrreihen in der Kreisliga A kurz und klein. Diesmal durften sie mit ihren Teams in der Bezirksliga antreten und waren erneut sehr erfolgreich: Mit jeweils acht Toren in acht Spielen teilen sie sich die Torjägerkrone. Mit je sieben Treffern folgen Felix Leimkühler (VfL Billerbeck) und Jan Olde Groote Beverborg (FC Epe). Bester Schütze des SV Gescher bis zum Abbruch war Arne Reddemann mit vier Toren.

0 Heimstärke: Am Ahauser Damm haben die Gäste wenig Spaß – Geschenke werden dort jedenfalls nicht verteilt. Vier Spiele, vier Siege, 14:3 Tore, so lautet die beeindruckende Bilanz des SV Gescher, der als einziger Bezirksligist eine weiße Heimweste aufweist. Auf zehn Punkte kam der SuS Stadtlohn. Ohne Heimsieg mit nur einem Punkt steht Adler Weseke da.

0 Auswärtspower: Ohne jeden Punktverlust auf fremdem Platz blieb der SuS Stadtlohn mit der Maximalausbeute von zwölf Punkten. Ebenfalls auswärts ungeschlagen: die DJK Coesfeld mit zehn Punkten. Am anderen Ende der Tabelle steht der SC Reken, der von jeder Auswärtsreise mit leeren Händen zurückkehrte.

0 Remiskönige: Mit Vorliebe die Punkte geteilt haben drei Mannschaften. Die SG Coesfeld 06, der VfB Alstätte und der SV Heek haben jeweils drei Remis hingelegt. Komplett ohne Unentschieden kamen SV Gescher, SpVgg Vreden II, RC Borken-Hoxfeld und VfL Ramsdorf aus.

0 Höchster Sieg: Mit 6:1 setzte sich der RC Borken-Hoxfeld am achten Spieltag beim ASV Ellewick durch – das deutlichste Ergebnis der Saison. Am klarsten Heimsieg waren ebenfalls die Hoxfelder beteiligt, diesmal aber als „Sparringspartner“: Sie unterlagen am vierten Spieltag beim VfB Alstätte mit 1:5.

0 Torreichstes Spiel: Elf Treffer in 90 Minuten, dazu noch fast gerecht verteilt, das bekamen die beiden Aufsteiger VfL Ramsdorf und ASV Ellewick am vierten Spieltag hin, wobei sich die Ellewicker mit 6:5 durchsetzten. Immerhin acht Tore bekamen die Zuschauer beim 4:4 zwischen VfL Billerbeck und FC Epe zu sehen.

0 Fairness: Die virtuelle Trophäe für die fairste Mannschaft geht an den SV Gescher, der mit nur zehn Gelben Karten und ohne Platzverweis auskam. Mit 13 Gelben Karten blieb die Bilanz auch bei Vorwärts Epe überschaubar, allerdings kassierte dieses Team auch eine Gelb-Rote und drei Rote Karten. Die meisten Kartons sammelte der VfB Alstätte mit 24 Gelben Karten und einmal Gelb-Rot.

0 Kartenspiele: Zimperlich waren die Herren-Bezirksliga-Fußballer nicht, denn in den 61 Spielen sammelten sie insgesamt 256 Gelbe Karten, was einem Schnitt von 4,2 pro Spiel entspricht. In der Vorsaison zogen die Schiris sogar 4,9 Gelbe Kartons pro Partie. Zum Vergleich: In der Kreisliga A2 lag der Schnitt bei 3,5. Hinzu kamen in der Bezirksliga jeweils fünf Gelb-Rote und fünf Rote Karten. Die meiste Arbeit hatte Schiri Robin Ratermann gleich am ersten Spieltag, als er in der Begegnung Vorwärts Epe gegen SuS Stadtlohn sechsmal Gelb und je einmal Gelb-Rot und Rot verteilte.

0 Die Besonderheit: Der späte Vogel holt die Punkte – die SG Coesfeld 06 kann ein Lied davon singen. Fünf Tore hat der Aufsteiger nach der 80. Minute geschossen, zwei davon in der Nachspielzeit. Die Ausbeute durch die späte Treffsicherheit: stolze sechs Punkte.

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