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Nach der annullierten Saison fühlt sich die SG 06 noch immer als Aufsteiger

Von Null wieder voll durchstarten

Coesfeld

Das bislang kurze Intermezzo hat keine große Aussagekraft. Alles wieder auf Null bei der SG Coesfeld 06! „Wir sind immer noch der Aufsteiger“, betont Zoui Allali. Die Mannschaft, die sich erst einmal bewähren muss im Konzert der Großen, in der hoffentlich nun ersten „echten“ Bezirksliga-Saison der Vereinsgeschichte. Deshalb bleibt er mit seinem Trainerkollegen Christoph Klaas bescheiden – keine Zeit für vollmundige Aussagen. „Erstes Ziel ist der Klassenerhalt“, sagt er. Wobei sie davon überzeugt sind, auch die Qualität und das Potenzial für einen einstelligen Tabellenplatz zu haben.

Von Frank Wittenberg

Einer, der mit seinen Dribbelkünsten und seiner Schusstechnik für viel Gefahr sorgen kann: Mika Rotthäuser (rechts) zählt im Mittelfeld der SG 06 zu den festen Größen. Foto: Fotos: Frank Wittenberg

Die Auftritte in der vergangenen Saison, die Ende Oktober erst unterbrochen und später komplett annulliert wurde, machen Mut. Eine Niederlage mussten sie in den acht Spielen nur schlucken, haben dafür vier Siege gefeiert, und die teils spektakulär. Fünf Tore haben sie nach der 80. Minute erzielt, damit noch sechs „späte“ Punkte auf ihr Konto geschaufelt. „Auch das ist eine Qualität, die wir uns erarbeitet haben“, lächelt Christoph Klaas. „Dass die Jungs bis zum Ende daran glauben, spricht für ihre tolle Mentalität.“

Trotzdem stochern sie wie wohl alle Kontrahenten gehörig im Nebel. Wie sich die lange Zwangspause letztlich auswirkt, wenn es wieder in den regulären Spielbetrieb geht, vermag keiner einzuschätzen. Engen Kontakt zu ihren Jungs haben sie auch im Lockdown gehalten, unter anderem mit einem Kneipen-Quiz per Zoom. Als es wieder erlaubt war, sind sie als eine der ersten Mannschaften in Zweier-Gruppen zurück auf den Trainingsplatz gekommen. „Auch mit dem gesamten Team waren wir schnell wieder dabei“, erzählt Klaas. „Insgesamt haben unsere Spieler das super überbrückt.“

Lange pausieren, knackige Vorbereitung? Oder doch lieber wie die SG 06 mit langem Atem zurück zu alter Stärke? Letztlich weiß aktuell keiner, was der richtige Weg ist. „Wenn die Jungs Bock haben, ist das sowieso kein Problem“, sagt der Sportliche Leiter Dirk Lowak. „Und das sollte auch unser Anspruch sein.“

Ein Anspruch, mit dem sie sich in der Bezirksliga etablieren wollen. „Möglichst ohne Stress mit dem Abstiegskampf“, wünscht sich Zoui Allali, der einige Mannschaften wie SuS Stadtlohn oder die beiden Eper Clubs Vorwärts und FC weit oben erwartet, vor allem aber ein großes Feld, das um den Klassenerhalt kämpft. „Dazwischen wird es ein nur dünnes Mittelfeld geben“, vermutet der 39-Jährige.

Wenn sie zu diesem kleinen Kreis gehören würden, wäre alles im Lot. Denn dann ließe sich die Mission „Jugend forscht“ mit mehr Ruhe fortsetzen. Noch einmal hat die SG 06 ein deutliches jüngeres Gesicht bekommen, auf der anderen Seite erfahrene Spieler verloren. Da steht Jannis Pier ganz oben auf der Liste, bisher ein Garant für Tempo und Tore, der künftig für den Landesligisten Borussia Münster aufläuft. Zwei Jahre ist er von Münster nach Coesfeld gependelt, jetzt will er vor Ort spielen – „schade, aber verständlich“, sagt Dirk Lowak. Simon Rotthäuser sucht eine neue Herausforderung bei Westfalia Osterwick. Und Sebastian Wahlers, im vergangenen Sommer von SF Merfeld gekommen, steht nach Verletzungsproblemen nicht mehr zur Verfügung.

So stehen zwar 25 Spieler auf dem Zettel der beiden Trainer, aber dazu zählen die drei A-Jugendlichen und vier Torhüter. „Bleiben 18 Feldspieler inklusive der vier Jungs, die gerade aus der A-Jugend kommen“, rechnet Zoui Allali vor. Nicht zu üppig, aber auch in der Vergangenheit durften sie sich auf die hervorragende Zusammenarbeit mit Mario Brambrink und der zweiten Mannschaft verlassen.

Wobei Christoph Klaas hofft, die Ziele mit eigenen Bordmitteln zu erreichen. Viel wird vom Start abhängen, wenn sie es an den ersten fünf Spieltagen unter anderem mit ASV Ellewick, TuS Wüllen, SV Heek und im heiß ersehnten Derby mit der DJK Coesfeld zu tun bekommen. „Alles keine Topfavoriten, aber Gegner mit ähnlichen Ambitionen wie wir“, weiß der 37-Jährige. Sie wollen sich schnell von unten absetzen – so wie die SG 06 in Jahr zwei als Aufsteiger. 7 nächste Folge am Samstag: über die Mannschaft, die sich nicht in die Rolle des Mitfavoriten quatschen lassen will.

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