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Fußball: Staffelleiter Horst Dastig muss bei der Erstellung der Spielpläne auf viele Anliegen achten

Wunschzettel im Hochsommer

Coesfeld

Der Wunschzettel auf seinem Schreibtisch kommt sehr umfangreich daher. Wirklich alles zu berücksichtigen, das gestaltet sich schwierig – aber Horst Dastig gibt sich größte Mühe, ein gütiger Weihnachtsmann im Hochsommer zu sein. „Irgendwo beißt uns kneift es immer mal“, zuckt er mit den Schultern. Aber in den vielen Stunden, die der 68-Jährige in diesen Wochen in seinem „Hobbyraum“ verbringt, gibt er alles dafür, den Fußballern den Saisonverlauf zu angenehm wie möglich zu gestalten.

Von Frank Wittenberg

Horst Dastig in seinem „Hobbyraum“: Mehrere Stunden in der Woche beschäftigt sich der Staffelleiter ehrenamtlich mit seinen fünf Ligen und den Spielberichten. Besonders viel zu tun ist für den 68-Jährigen, wenn die neuen Spielpläne erstellt werden müssen. Foto: Foto: fw

Dabei könnte alles so einfach sei. Die Mannschaften eingeben, den Zahlenschlüssel darüber laufen lassen, fertig ist der Spielplan. Was es für den Staffelleiter der Bezirksliga 11 und der Kreisligen Süd in Ahaus/Coesfeld so kompliziert macht, sind die vielen – verständlichen – Begehrlichkeiten der Clubs. „Das fängt damit an, dass sehr häufig die erste und zweite Mannschaft gleichzeitig ein Heimspiel haben sollen“, erklärt er. Oder lieber doch die erste und dritte Mannschaft? Und wo bleiben die Frauenteams? „Jeder Verein gibt seine Wünsche über die Mannschaftsmeldung im DFB-Net an“, erzählt der Coesfelder. Daraus erstellt er dann die lange Wunschliste, nach der er versucht, die perfekte Kombination zu finden.

Nicht immer einfach. Beispiel VfL Billerbeck: Den einen Sonntag sollen die drei Herrenmannschaften in der Bezirksliga, Kreisliga B und Kreisliga C ihre Heimspiele austragen, den nächsten Sonntag dann die Frauen. Und da gilt: oben sticht! „Die erste Frauenmannschaft spielt in der Westfalenliga, danach muss sich alles richten“, sagt Horst Dastig. Erst wenn er die Schlüsselzahl der VfL-Frauen hat, kann er die erste Herrenmannschaft in der Bezirksliga setzen. Danach richten sich die Pläne in den unteren Ligen – die er gegebenenfalls noch mit Staffelleiter-Kollegen abstimmen muss. Wie im Fall der zweiten und dritten Frauen des VfL, die in der Kreisliga A und B antreten: „Da ist Brigitte Komsthöft zuständig.“ Ohne genaue Absprachen läuft nichts.

Damit nicht genug: Selbstverständlich bemüht sich Dastig auch darum, dass sich die Ortsrivalen nicht in die Quere kommen. Wie Vorwärts und FC Epe oder DJK und SG Coesfeld 06 in der Bezirksliga. „Es gibt ja genug Fußballfans, die sich im Wechsel die Heimspiele ansehen wollen“, weiß der Staffelleiter und gibt die Kennziffern der Ortsrivalen in ein Computerprogramm ein, das er schon seit vielen Jahren zur Unterstützung nutzt. Und siehe da: null Überschneidungen – in der Saison 2021/22 spielen die beiden Coesfelder Clubs tatsächlich grundsätzlich im Wechsel daheim.

In diesen Tagen gehen nach der Bezirksliga auch die Pläne der Kreisligen online. Dann ist für Horst Dastig die arbeitsintensivste Zeit im Jahr geschafft – wobei auch der „Staffelleiter-Alltag“ Stunde um Stunde in seinem „Hobbyraum“ kostet: Spielberichte kontrollieren, gegebenenfalls Strafen festlegen, in den kalten Monaten auch ausgefallene Spiele neu ansetzen. Immerhin: Wenn er sich mit seiner Frau dann mal ein paar freie Tage gönnen möchte, sitzt das drin, denn mit dem Kreisvorsitzenden Willy Westphal weiß er um einen hervorragenden Vertreter. „Zu dieser Zeit, wenn die Pläne erstellt werden, ist es mit Urlaub aber schwierig“, sagt der 68-Jährige. Der Weihnachtsmann verabschiedet sich ja auch nicht ausgerechnet vor dem Fest in die Sonne.

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