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Handball: Klarer 30:19-Heimsieg der DJK-Damen

Zu souverän für einen Krimi

Coesfeld

Für einen Krimi, einen Hitchcock-Verschnitt mit vor Spannung abgekauten Nägeln, taugte dieses Drehbuch nicht. Es mag an der Kaffeezeit gelegen haben, gestern rund vier Stunden vor dem abendlichen Tatort, vor allem aber an der klaren Dominanz der DJK-Handballerinnen. So sah Dirk Haverkämper nach der Schlusssirene auch nur einen kleinen Makel: „Wir hätten das Publikum noch mehr hochfahren können.“ Die Zuschauer erlebten jedenfalls einen entspannten Nachmittag, an dem die Coesfelderinnen mit dem 30:19 gegen den TuS SW Wehe den zweiten klaren Sieg im zweiten Heimspiel einfuhren.

Von Frank Wittenberg

Maike Dieker traf in der allerletzten Sekunde und machte mit ihren fünften Tor des Tages gegen den TuS Wehe die 30 für die DJK-Handballerinnen voll. Foto: Foto: fw

Gegen die Gäste aus Ostwestfalen machten die DJK-Damen umgehend deutlich, dass für die in der „Hölle 1“ nichts zu holen sein wird. 3:0 stand es in der siebten Minute, dann 6:1 (10.) und 11:3 (19.). „Diese ersten 20 Minuten waren supergut“, richtete der Trainer ein großes Kompliment an seine Spielerinnen, die sehr konsequent verteidigten. „In der Phase haben wir auch nach vorne sehr sauber gespielt“, erklärte Haverkämper. Zu Pause lagen die Coesfelderinnen mit 16:7 vorne.

Mit der klaren Führung im Rücken passierte in der zweiten Halbzeit das, was sicherlich ein Stück weit verständlich ist: Die Konzentration ließ etwas nach, die Torquote ebenfalls. „Die Torfrau aus Wehe war sicherlich gut, wir machen es ihr aber in vielen Situationen auch zu einfach“, bemängelte der Trainer die Chancenverwertung. Zudem griffen die Gäste gefühlte Ewigkeiten an, kosteten jeden Angriff lange aus, was es bisweilen auch schwieriger machte, in jeder Situation hellwach zu bleiben. „Aber spannend ist es ja zu keiner Zeit geworden“, sah er den Sieg nie in Gefahr.

Als sich aber Mitte der zweiten Halbzeit das Gefühl eines „Kuchenkomas“ am Sonntagnachmittag einstellte, musste Dirk Haverkämper doch eine Auszeit ziehen. Gerade einmal vier Tore hatte seine Mannschaft in den ersten 18 Minuten des zweiten Durchgangs produziert, die nach wie vor von einer guten Abwehrarbeit und dem klaren Vorsprung profitierte. Trotzdem: Auf 20:14 verkürzte Wehe, hatte bei eigenem Ballbesitz sogar die Chance, noch weiter zu heranzukommen – sollte es doch noch einmal eng werden? Wurde es nicht, denn Britta Reckers schnappte sich den Ball, schloss einen Tempogegenstoß mit einer Energieleistung und dem 21:14 ab und zog den Gästen endgültig den Zahn.

Beim 25:15 in der 53. Minute betrug der Vorsprung zehn Tore, ebenso beim 29:19 kurz vor Schluss. Die Hoffnungen auf Tor Nummer 30 „zerplatzten“ beim Wurf von Magda Hemker zunächst am Innenpfosten, aber ganz kurz vor der Schlusssirene gelang den Coesfelderinnen noch ein Ballgewinn: langer Pass von Anke Wilmer auf Maike Dieker, die tatsächlich in letzter Sekunde zum 30:19-Endstand traf.

Wieder ein souveräner Auftritt vor eigenem Publikum, das stimmte Dirk Haverkämper natürlich zufrieden. Mit 4:4 Punkten gehen die DJK-Damen nun in die Herbstpause, die am Samstag (23. 10.) mit dem Auswärtsspiel beim HSV Minden-Nord endet – und mit einem klaren Auftrag des Trainers: „Diese Aggressivität müssen wir auch auswärts aufs Parkett bekommen.“ 7 DJK Coesfeld – TuS SW Wehe 30:19; Maike Kreikenberg und Jule Bömer (im Tor), Magda Hemker (9/2), Britta Reckers (7), Maike Dieker (5), Diana Korthals (5), Carina Kreikenberg (2), Christin Thiery (2), Jette Schmedt auf der Günne, Laura Engelmann, Anke Wilmer.

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