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Sieg gegen Union

Belohnungs-Bier für FCA-Matchwinner Niederlechner

Florian Niederlechner trifft wieder - endlich! Ein Bierchen wünscht sich der Augsburger Stürmer zur Belohnung. Er lässt gegen Union eine «sehr schwere Zeit» hinter sich. Rafal Gikiewicz entwirft einen Plan gegen seine alte Berliner Liebe in der Küche.

dpa

Augsburger Matchwinner gegen Union: Florian Niederlechner (l). Foto: Matthias Balk

Augsburg (dpa) - Nach seiner Tore-Erlösung und dem Top-Auftritt seines Augsburger Teamkollegen Rafal Gikiewicz fand Florian Niederlechner schnell die passende Belohnung.

«Er trinkt ja keinen Alkohol. Deswegen werde ich ihm einen Almdudler spendieren, aber er kann mir gerne ein Bier ausgeben», sagte der endlich wieder aufgetaute Torjäger des FC Augsburg nach seinen ersten Treffern in der Fußball-Bundesliga seit quälend langen 217 Tagen.

Und wie die vergangenen Monate nach seiner herausragenden vorangegangenen Saison an Niederlechner genagt hatten! «Es war echt eine sehr schwere Zeit. Wenn man in der Vorsaison 23 Scorerpunkte macht und das dann nicht erfüllen kann, dann ist das für die Psyche sehr schwer», räumte Niederlechner im TV-Sender Sky nach seinem Doppelpack beim 2:1 (1:1) gegen das Überraschungsteam des 1. FC Union Berlin ein.

Rückhalt hat der 30-Jährige von seiner Familie bekommen. «Die wichtigste Person für mich ist mein kleiner Sohn. Da habe ich mich wenigstens immer gefreut, wenn ich Heim gekommen bin», erzählte Niederlechner. Seine Frau hingegen habe es «sicher nicht leicht» mit ihm gehabt. Eine Tore-Flaute schlägt eben aufs Gemüt.

Trainer Heiko Herrlich hatte vor der Partie am Samstag so eine Ahnung mit Niederlechner gehabt. «Irgendwie hatte ich das Gespür, dass der Knoten bei ihm platzt», meinte der ehemalige Nationalstürmer und beorderte den Angreifer deshalb auch in die Anfangsformation. «Im Training hat er viele solcher Möglichkeiten genutzt, deshalb war es für mich nur eine Frage der Zeit, dass der Knoten wieder platzt.»

In Gikiewicz hatte Herrlich einen zweiten Matchwinner. Der frühere Berliner Torwart war beim Gegentreffer durch Marcus Ingvartsen zum 1:1 noch machtlos. Als der Videoreferee nach einem Foul von Niederlechner an Grischa Prömel auf Elfmeter entschied, verhinderte Gikiewicz aber Ingvartsens zweiten Ausgleichstreffer. Und wenige Minuten später reagierte der polnische Schlussmann, der ein Tattoo mit dem Union-Vereinslogo auf seinem linken Unterarm trägt, auch noch bei einem Drehschuss von Taiwo Awoniyi hervorragend.

«Ich bin Torwart, ich muss Bälle halten, das ist mein Beruf», meinte Gikiewicz nüchtern und räumte ein, die Schussvorlieben Ingvartsens aus der gemeinsamen Vergangenheit zu kennen. Den Plan vom zweiten Dreier in dieser Saison gegen seine alte Liebe hatte der Pole nicht am Reißbrett, sondern in der Küche entworfen.

«Für mich war vorher das Ziel – das habe ich mir auf einen Zettel am Kühlschrank geschrieben - sechs Punkte gegen meinen alten Verein zu holen. Das habe ich geschafft, ein schöner Tag für mich», sagte Gikiewicz nach dem ersten Augsburger Sieg nach drei Niederlagen.

Die vergangenen Frust-Auftritte hatten auch den emotionalen Torwart mächtig genervt, so dass er nach der Niederlage gegen Werder Bremen die seiner Einschätzung nach zu lockere Herangehensweise einiger Mitspieler kritisiert hatte.

«Die Form war vielleicht nicht richtig, das öffentlich zu machen, aber inhaltlich stehen wir da voll dahinter», beteuerte Herrlich erneut. «Wir haben mit ihm einen absoluten Führungsspieler, der sich mit seiner Kritik natürlich auch rauslehnt und sich letztendlich angreifbar macht, aber dann vorangeht.»

Mit dem gehaltenen Elfmeter habe Gikiewicz «seiner Topleistung der vergangenen Wochen und Monate eine Krone aufgesetzt», meinte Herrlich weiter. Eine Fortsetzung ist in den kommenden Hammer-Duellen mit Dortmund, Wolfsburg, Leipzig und Leverkusen erwünscht.

© dpa-infocom, dpa:210124-99-147946/2

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