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Nach Pleite auf Schalke

Einbruch auf der Zielgeraden: Frankfurt schiebt Frust

Die Champions League schien für Frankfurt bei sieben Punkten Vorsprung nach 28 Spielen zum Greifen nah. Doch auf der Zielgeraden gerät das Team ins Straucheln. Wer trägt die Schuld?

dpa

Frustriert: Makoto Hasebe nach der Frankfurter Niederlage auf Schalke. Foto: Guido Kirchner

Gelsenkirchen (dpa) - Sebastian Rode war mächtig bedient. Im ersten Frust über das bittere 3:4 (1:1) auf Schalke und das höchstwahrscheinliche Aus im Rennen um die Champions League sprach der Frankfurter Routinier Klartext.

«Die ganze Mannschaft samt Trainer hat heute versagt», klagte der Mittelfeldspieler. Mit versteinerter Miene legte er nach: «Wenn eine Mannschaft, die bereits abgestiegen ist, den Sieg mehr will als eine Mannschaft, die noch um die Champions League kämpft, ist das ernüchternd.»

Nach zwischenzeitlich bereits sieben Punkten Vorsprung auf den Mitbewerber aus Dortmund kann die Eintracht den BVB im Kampf um Rang vier nicht mehr einholen. Der Pokalsieger gewann am Sonntagabend beim FSV Mainz 05 mit 3:1 und hat vor dem Saisonfinale vier Zähler Vorsprung. Anschließend machte der VfL Wolfsburg mit einem 2:2 bei RB Leipzig und wie Dortmund 61 Punkten das Champions-League-Aus der Eintracht perfekt.

Schon am Samstag klang das Statement des scheidenden Sportvorstands Fredi Bobic nach Kapitulation: «Es war nicht eingeplant, dass wir hier ein Spiel verlieren. Am Ende des Tages wird es jetzt wahrscheinlich Platz fünf.»

Seit der Ankündigung von Trainer Adi Hütter Mitte April, in der kommenden Saison zu Borussia Mönchengladbach zu wechseln, verbuchten die Frankfurter nur vier Zähler aus fünf Partien. Entgegen der bisherigen Sprachregelung stellte Rode einen Zusammenhang zwischen dem Leistungseinbruch des Teams und der Entscheidung des Fußball-Lehrers her: «Ich denke, das ist nicht von der Hand zu weisen. Es war ein Faktor, aber nicht der entscheidende.»

Weil neben Hütter auch Bobic die Eintracht am Ende der Saison verlässt und zu Hertha BSC wechselt, gab es nach dem Schlusspfiff reichlich Fragen zum Einfluss dieser Personalien auf den Einbruch des Teams. «Das ist aus meiner Sicht sehr, sehr billig. Aber ich weiß, wie das Geschäft funktioniert», kommentierte Bobic genervt.

Ähnlich tief wie bei seinen Spielern saß der Frust bei Hütter: «Wir haben das alle zusammen vergeigt. An dieser Niederlage haben wir unglaublich zu knabbern.» Gleichwohl erinnerte der Österreicher an die lange Zeit starke Saison seiner Mannschaft: «Wir hatten ein Traumziel. Aber wir sind immer noch Fünfter. Hätten wir die Ziele nicht so hoch gesteckt und hätten gesagt, dass wir vielleicht Europa League oder Conference League spielen wollen, dann wäre es super gewesen.»

Bobic fand ähnliche Worte wie der Coach: «Dennoch war es eine Rekordsaison, in der wir souverän in die Europa League einziehen und bisher erst sechs Mal verloren haben.» Dem widersprach Vorstandssprecher Axel Hellmann am Sonntag in mehreren Frankfurter Medien: «Wir sind uns im Vorstand alle einig, dass diese Schönrederei das falsche Signal ist. Es ist nicht der Zeitpunkt, sich über den fünften Platz zu freuen oder diesen als Erfolg zu verkaufen.»

Selbst die beiden Treffer von André Silva (29./72.) und die zwischenzeitliche 2:1-Führung durch Evan Ndicka (51.) bescherten auf Schalke kein Happy End. Gegentore durch Klaas-Jan Huntelaar (15.), Blendi Idrizi (53.), Florian Flick (60.) und Matthew Hoppe (64.) besiegelten die dritte Auswärtsniederlage in Serie.

Immerhin gab es für die im Schlussspurt schwächelnde Eintracht doch noch einen Lichtblick. Mit seinen Saisontoren 26 und 27 überbot der portugiesische Angreifer Silva den bisherigen Vereinsrekord von Bernd Hölzenbein. «Das ist außergewöhnlich. Schließlich ist Hölzenbein eine Legende in Frankfurt», kommentierte Hütter. Wirkliche Freude empfand der Fußball-Lehrer aber nicht: «Es ist ein schwacher Trost. André würde die beiden Tore gern tauschen für einen Sieg.»

© dpa-infocom, dpa:210516-99-616805/5

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