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Nach Sieg gegen Freiburg

Hoch statt Krise: VfL Wolfsburg nimmt Kurs auf Königsklasse

Noch vor zwei Monaten wurde über die Ablösung von Trainer Glasner spekuliert. Nun ist Wolfsburg eines der großen Überraschungsteams der Bundesliga. Ein erfahrener Coach traut dem VfL einen großen Coup zu.

dpa

Haben mit Wolfsburg die Königsklasse im Blick: Trainer Oliver Glasner mit Yannick Gerhardt (r) und John Brooks. Foto: Swen Pförtner

Wolfsburg (dpa) - Christian Streich ist sich sicher. «Sie werden bis zum Ende um die Champions League spielen, das ist außer Frage», sagte der Trainer-Routinier nach der 0:3-Niederlage seines SC Freiburg beim VfL Wolfsburg über den furiosen Gegner.

Beeindruckende Konstanz und erst zwei Saisonniederlagen haben die Wolfsburger auf Platz drei der Bundesliga-Tabelle geführt. Und so langsam wird man beim VfL forscher: «Es wird ein langer Kampf, doch wenn wir einmal da oben sind, wollen wir das verteidigen», sagte Torschütze Yannick Gerhardt. Die Unruhe wegen Differenzen zwischen Trainer Oliver Glasner und der Sportlichen Leitung ist längst vergessen.

Keine zwei Monate ist es her, da hatten Aussagen des Österreichers über ein verpasstes Transferziel für Dissonanzen gesorgt. Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke fand den Zeitpunkt von Glasners Ausführungen «unglücklich» und hatte Vorstellungen des 46-Jährigen als «nicht realisierbar» bezeichnet. Sogar über eine Ablösung des Coaches wurde spekuliert. Glasner blieb jedoch, arbeitete unaufgeregt weiter und formte seine Mannschaft zu einem echten Spitzenteam.

«Sie sind extrem gut organisiert und arbeiten alles ab gegen den Ball», nannte Streich eine der großen Stärken der Wolfsburger. Tatsächlich ist der VfL defensiv enorm stabil, nervt seine Gegner zudem mit intensiven Zweikämpfen und Aggressivität. Nur RB Leipzig hat noch weniger Gegentore kassiert als das Glasner-Team, das vorne zudem über einen der besten Mittelstürmer der Liga verfügt.

Wout Weghorst ist seit 2018 der Zielspieler des VW-Clubs im Angriff und trifft extrem zuverlässig. Mit seinem Tor zum 2:0 gegen Freiburg stellte er eine Vereinsbestmarke in der Bundesliga auf. 13 Treffer an den ersten 19 Spieltagen gelangen nicht einmal den Wolfsburger Sturm-Legenden Edin Dzeko und Grafite in der Meistersaison 2008/09.

Vom Titel spricht in Wolfsburg angesichts von zehn Punkten Rückstand auf den FC Bayern verständlicherweise niemand. Das erstmalige Erreichen der Königsklasse seit 2015 wäre bereits ein riesiger Erfolg - zumal die Kaderplaner des VfL im Vergleich zu früheren Jahren zuletzt einen Sparkurs verfolgten und die Mannschaft nicht mit großen Namen verstärkten.

Offiziell lautet das Saisonziel internationaler Wettbewerb, was angesichts der starken Konkurrenz aus München, Dortmund, Leipzig, Leverkusen, Mönchengladbach und Frankfurt schon ambitioniert ist. In der Spitzengruppe der Liga geht es hinter dem FC Bayern und Leipzig sehr eng zu. Zwischen Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach auf Platz sieben liegen nur drei Punkte. Im DFB-Pokal steht der VfL im Achtelfinale und empfängt am Mittwoch den FC Schalke 04.

Anders als sein Mittelfeldspieler Gerhardt hält sich Glasner mit offensiven Aussagen zur Champions League noch zurück. Angesprochen auf Streichs Prognose, sagte er aber mit einem Lächeln: «Er hat schon sehr viel gesehen im Fußball und kennt die Liga. Deswegen hoffe ich, dass er Recht behält.»

© dpa-infocom, dpa:210201-99-248998/3

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