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FC Bayern

Rummenigge sagt «Nein» zu neuem Spitzenamt

München (dpa)

Weiter mitmischen wie Uli Hoeneß? Das will Karl-Heinz Rummenigge nicht. Einen neuen Spitzenposten schließt der langjährige Vorstandschef der Münchner nach seinem vorgezogenen Abschied aus. Auf zwei Transfers ist Rummenigge besonders stolz.

Von Martin Moravec und Maximilian Haupt, dpa

Karl-Heinz Rummenigge hat seinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender des FC Bayern zum 30. Juni 2021 aufgelöst. Foto: Matthias Balk/dpa

Was nun? Aufsichtsrat beim FC Bayern? Boss bei DFB, UEFA oder FIFA? Nix da! Nach seinem vorzeitigen Rückzug beim FC Bayern München zum 30. Juni dieses Jahres strebt Karl-Heinz Rummenigge kein Spitzenamt im Fußball mehr an.

«Nein, das schließe ich alles aus, allerdings werde ich natürlich meine Verantwortung im UEFA-Exekutivkomitee wahrnehmen», sagte der langjährige Vorstandschef des deutschen Fußball-Rekordmeisters im Interview der «Bild».

Rummenigge gibt seinen Posten ein halbes Jahr früher als ursprünglich geplant an Oliver Kahn ab. Der 65-Jährige will damit auch seiner Frau etwas zurückgeben. «Seit unserer Hochzeit 1978 hat sie mir den Rücken freigehalten. Wir fahren nach dem EM-Spiel gegen Frankreich nach Sylt in unser Haus und freuen uns beide auf den ersten Sommer-Urlaub ohne Transfer-Telefonate», erzählte der frühere Nationalspieler.

Rummenigge war bei den Bayern im Februar 2002 im Zuge der AG-Umwandlung zum Vorstandsvorsitzenden ernannt worden. Nach dem Wirbel um die Super League kehrte er vor wenigen Wochen überraschend als Clubvertreter in die Exekutive der Europäischen Fußball-Union (UEFA) zurück, wo er bis 2024 gewählt ist.

Der Abschied von Hansi Flick als Trainer des FC Bayern zum Nationalteam hat Rummenigge in seinem Beschluss bestärkt. «Neuer Trainer, neue Saison, neuer Vorstandschef – das ist ein sauberer Schnitt», konstatierte er. Der Zoff zwischen Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic hätte mit seinem Rückzug nichts zu tun gehabt: «Nein, denn grundsätzlich ist jetzt der richtige Zeitpunkt.»

Rummenigges «Nein» zu neuen Spitzenjobs im Fußball klingt glaubhaft. Sein langjähriger Partner als Alpha-Tier der Münchner, Uli Hoeneß, mischt dagegen immer noch fleißig mit. Der 69-Jährige ist weiter Aufsichtsrat beim FC Bayern, versuchte sich als TV-Experte bei RTL​ und könnte sich auch einen Beraterjob beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorstellen - Verbandsboss wolle er aber mehr nicht werden.

Rummenigge wird in den nächsten zwei Wochen sein Büro räumen. Kahn könne es dann gern übernehmen. «Das Schönste an diesem Büro ist der Blick auf den Trainingsplatz. So wusste ich immer, wie es gerade läuft», erzählte Rummenigge, der den früheren Nationaltorwart als künftigen Bayern-Boss angelernt hat.

Kahn und Salihamidzic stehen künftig allein an vorderster Front. Bei Transfers habe sich Salihamidzic «selbst die Messlatte manchmal vielleicht etwas zu hoch gelegt», bemerkte Rummenigge. In Erinnerung geblieben ist zum Beispiel der trotz oder gerade wegen öffentlicher Avancen gescheiterte Transfer von Callum Hudson-Odoi (FC Chelsea). Davon sprach Rummenigge aber nicht.

«Ich muss ihn da auch in Schutz nehmen, denn Uli Hoeneß und ich hatten auch nie eine 100-Prozent-Quote bei den Transfers», sagte der langjährige Bayern-Boss. «Außerdem kommt mit (Julian) Nagelsmann jetzt 'sein' Trainer. Das wird seine Position stärken.»

Auf zwei Volltreffer bei den Transfers ist Rummenigge besonders stolz: Manuel Neuer und Robert Lewandowski. «Neuer 2011 für rund 20 Millionen Euro, Lewandowski 2014 sogar ablösefrei – hinten der beste Torwart der Welt, vorne der beste Stürmer der Welt», sagte Rummenigge zu seinen besten Transfers. «Das war die Basis für die besten zehn Jahre der Vereinsgeschichte.»

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