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32. Spieltag

Schalke kassiert auch als Absteiger - TSG mit «Feuerwerk»

2:0-Führung, Hoffnung - und am Ende wieder verloren. Die klare Niederlage bei Hoffenheim ist ein Sinnbild für die Schalker Saison. Bei der TSG begeistert ein Vize-Weltmeister als Matchwinner.

dpa

Hoffenheims Andrej Kramaric (r) jubelt mit Mannschaftskamerad Diadie Samassekou über sein Tor zum 1:2-Anschluss. Foto: Uwe Anspach

Sinsheim (dpa) - Für den FC Schalke 04 läuft auch als Absteiger alles wie gewohnt. Auch eine Zwei-Tore-Führung genügte dem abgeschlagenen Tabellenletzten beim 2:4 (2:0) bei der TSG 1899 Hoffenheim nicht, um die vier Spiele lange Bundesliga-Abschiedstour mit einem Sieg zu eröffnen.

«In der zweiten Halbzeit war ein krasser Unterschied zu sehen. In der ersten Halbzeit haben wir viel gut gemacht, danach war davon nichts mehr zu sehen», kommentierte Trainer Dimitrios Grammozis. In der ersten Partie nach den Attacken der eigenen Fans bewies Königsblau zwar zeitweise Moral, der spielerische Auftritt aber war wieder einmal desaströs.

Hoffenheim hingegen kann nach einer turbulenten Saison aufatmen und hat letzte Zweifel am Klassenverbleib beseitigt. Angeführt vom herausragenden Vize-Weltmeister Andrej Kramaric, der ein Tor und zwei Assists beisteuerte, spielte die TSG erst nach einem Rückstand groß auf und blieb im fünften Spiel in Serie ungeschlagen. «Über die zweite Halbzeit kann man nur begeistert sein. Diese Power zu bringen nach solchen Rückschlägen», sagte Sportchef Alexander Rosen bei Sky. Er sprach von «25 Minuten Feuerwerk».

Schalke ist seit November 2019 ohne Liga-Auswärtssieg, auch auf den dritten Saisonsieg müssen die gefrusteten Fans weiter warten. Die Tore von Mark Uth (12. Minute) und Ex-Weltmeister Shkodran Mustafi (42.) ließen Schalke bis zur Halbzeit noch hoffen, doch daraus wurde nichts.

Andrej Kramaric (47.), Kevin Akpoguma (52.), Christoph Baumgartner (60.) und Ihlas Bebou (64.) trafen innerhalb von gut 15 Minuten und bescherten der TSG damit die noch benötigten Punkte zum Verbleib in der Bundesliga. «Wir machen einfach immer weiter, das begeistert mich», sagte Rosen. Ins Saisonbild, das anders als geplant nicht mit einer weiteren Europapokal-Teilnahme enden wird, müsse man die Verletzungen und vielen Corona-Fälle auch miteinbeziehen.

Ein paar wenige mitgereiste Schalker Fans hatten den Profis vor den Stadiontoren klargemacht, was sie von nun an erwarten: «Moral zeigen, schnell wieder aufsteigen. Liebe kennt keine Liga», stand auf einem Transparent.

Bei herrlichem Frühlingswetter spielte aber von Beginn an der Europa-League-Starter. Schon nach fünf Minuten erklang erstmals die Hoffenheimer Torhymne, doch Baumgartners Tor zählte wegen einer Abseitsposition nicht. Die in der Abwehr von drei Sperren betroffenen Schalker erspielten sich nicht so viele Chancen, waren aber gnadenlos effektiv. Nach schöner Kombination schoss der frühere Hoffenheimer Uth flach zum 1:0 ein, kurz vor der Pause kam Ex-Weltmeister Mustafi frei zum Kopfball, der vom Innenpfosten ins Tor ging.

Hoeneß war spürbar unzufrieden und appellierte an sein Team. «Es wurde ein bisschen lauter. Mein Eindruck war, dass wir einen Impuls brauchen, um die letzten Prozentpunkte rauszukitzeln», kommentierte der Neffe von Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß zu seiner Ansprache. Schon gegen Gladbach (3:2) hatte sein Team jüngst erst nach dem Seitenwechsel aufgedreht. Diesmal war es Kramaric, der einen Freistoß aus zentraler Position herrlich in den Winkel drehte und mit seinem 18. Saisontor den Hoffenheimer Vereinsrekord von Vedad Ibisevic einstellte. Zwei weitere Kramaric-Standards später - und die Partie war gedreht.

© dpa-infocom, dpa:210508-99-520765/3

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