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Erste Wahl

Roger Schmidt neuer Trainer von PSV Eindhoven

Eindhoven/Münster

Der deutsche Fußballlehrer Roger Schmidt wird künftig die PSV Eindhoven trainieren. Das bestätigte der niederländische Fußballclub via Twitter.

Alexander Heflik

Roger Schmidt wird ab kommender Saison den niederländischen Fußballclub PSV Eindhoven trainieren. Foto: Federico Gambarini

First choice“. Erste Wahl. So sprach John de Jong, Sportchef des niederländischen Fußball-Erstligisten PSV Eindhoven, als er den zukünftigen Coach vorstellte. Während Ernesto Faber die Saison beim Club aus Nord-Brabant zu einem Ende bringen soll, aktuell ist PSV Tabellenvierter, wird in den kommenden zwei Spielzeiten der Deutsche Roger Schmidt die Verantwortung tragen.

Die Niederlande sind also die nächste Station des Fußballlehrers, nachdem Schmidt im Herbst 2019 überraschend beim chinesischen Erstligisten Peking Guoan beurlaubt worden war. Neben Ajax Amsterdam und Feyernoord Rotterdam gehört PSV zu den großen drei in Holland.

Mit Salzburg Double gewonnen

Schmidt selbst sieht das ähnlich. Als er 2007 seinen sicheren Job als Ingenieur beim Zulieferer Benteler in Paderborn aufgab, um als Vollzeit-Coach bei Preußen Münster einzusteigen, war das ein Wagnis. Mit dem SCP schaffte er die Rückkehr in die Regionalliga und gewann dreimal in Serie den Westfalenpokal. Es war der Startschuss, und über Zweitligist SC Paderborn ging es zu RB Salzburg, hier gewann er das Double aus Meisterschaft und Pokal, weiter zu Bayer Leverkusen bis nach Peking.

Aufgabe mit Charme

Nun also Eindhoven, nach Kurt Linder (1968 bis 1972) ist er erst der zweite deutsche Coach bei der PSV, und der erste Ausländer seit dem Belgier Eric Gerets (1999 bis 2002). Frank Wormuth bei Hercales Almelo und Peter Hyballa beim ambitionierten Zweitligisten NAC Breda sind die deutschen Übungsleiter in Holland. Nun also auch Schmidt, ausgerechnet in Eindhoven, wo sich die selbstbewusste und diskussionsfreudige niederländische Trainer-Elite in den letzten Dekaden die Klinke in die Hand gab: Hiddink, Dick Advocaat, der Ex-Schalker Huub Stevens, Phillip Cocu und Mark van Bommel. Bis auf Cruyff war gefühlt jeder Oranje-Top-Trainer auch in Eindhoven tätig. Das verpflichtet.

Er freue sich auf den PSV, sagte Schmidt bei seiner Vorstellung, in einem Land, wo praktisch jeder Fan auch glaubt, Cheftrainer zu sein. Früher wurden Weltklasse-Stürmer wie Romario oder Ronaldo entwickelt, mit ­Ruud Gullit, Ruud van Nistelrooy oder Arjen Robben spielten „Giganten“ bei der PSV. Bald wird es Schmidt mit Torwart Lars Unnerstall, gebürtiger Ibbenbürener und Ex-Schalker, oder Timo Baumgartl, zuvor VfB Sttutgart, zu tun haben. Aber vielleicht trifft er auch noch auf Donyell Malen, ein 21 Jahre altes offensives Supertalent der niederländischen Nationalelf. Die Aufgabe hat durchaus seinen Charme.

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