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U21-Triumph

Kuntz: «Purer Fußball, Leidenschaft, Teamgeist»

Ljubljana (dpa)

Deutschlands U21 ist wieder Europameister. Für den deutschen Fußball-Nachwuchs ist es der dritte Titel, in der Amtszeit von Trainer Stefan Kuntz bereits der zweite. Dem Erfolg der Mannschaft traut er «Signalwirkung» zu.

Aufgezeichnet von Christian Kunz und Miriam Schmidt, dpa

U21-Trainer Stefan Kuntz (r) lacht beim Interview. Foto: Marton Monus/dpa

Deutschlands U21 feiert zum dritten Mal als Fußball-Europameister. Anders als bei den Triumphen in den Jahren 2009 und 2017 zählte die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes diesmal nicht zu den Mitfavoriten.

Die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz gewann in Ljubljana ein hochklassiges und temporeiches Endspiel gegen Portugal verdient mit 1:0 (0:0). Torschütze war Anderlecht-Stürmer Lukas Nmecha, der sich mit vier Treffern auch zum Torschützenkönig krönte. Trainer Kuntz spricht nach dem Spiel über die Bedeutung des Titels und die Qualitäten seines Teams.

Herzlichen Glückwunsch zum EM-Titel, war das Werbung für den Fußball generell und für den deutschen Fußball?

Stefan Kuntz: Das war toll. Das ist die Krönung von dem, was die Spieler ab der Gruppenphase alle gezeigt haben. Das ist sicherlich das, was die Leute zu Hause begeistert. Purer Fußball, die Leidenschaft war unwahrscheinlich zu erkennen, wie auch der Teamgeist. Dieser Jahrgang ist sehr verdient Europameister geworden. Da hängen bei den Spielern 25 Einzelgeschichten dran und das freut mich besonders. Die Jungs geben unwahrscheinlich viel zurück.

Das war Ihr drittes EM-Finale mit der U21, Ihr zweiter Titel. Jede U21-Generation hat dabei Ihre eigene Geschichte. Was ist die Geschichte dieses Jahrgangs?

Stefan Kuntz: Dass man diesem Jahrgang am wenigsten zugetraut hat und dass ich überraschenderweise sechs bis acht Führungsspieler auf dem Platz hatte. Das ist sehr ungewöhnlich. Und der Teamzusammenhalt war sehr beeindruckend.

Ihre Spieler loben Sie, gehen für Sie durchs Feuer. Wie schaffen Sie das?

Stefan Kuntz: Erstmal freut mich das. Es geht viel um Vertrauen. Ich versuche mit den Spielern darüber zu reden, welche Verhaltensweisen wie nach Außen wirken und welche Folgen sie haben können. Dann findet der Spieler normalerweise einen eigenen Weg und eine eigene Lösung.

Welcher U21-Titel war für Sie der schönste, der 2017 oder der jetzt?

Stefan Kuntz: Das ist eine gute Frage. Beim ersten hatte ich mitten im Turnier noch keinen Vertrag für den darauffolgenden Oktober. Der Titel war vielleicht ein bisschen essenzieller für die berufliche Vertragsverlängerung. Der Titel im Hier und Heute ist extrem intensiv, ich habe mich selten auf eine Feier so gefreut wie heute.

Wie viele Spieler der Europameister-Mannschaft werden wir irgendwann bei der A-Nationalmannschaft sehen?

Stefan Kuntz: Der Weg von der U21 zur A-Nationalmannschaft ist sehr weit. Das ist ein richtig großer Schritt, das sieht man bei den Jungs, die 2017 und 2019 dabei waren. Wir sind jetzt Europameister, aber man muss das relativieren. Die Niederländer hatten sieben Spieler bei der A-Nationalmannschaft, die Engländer neun. Bei uns ist es maximal Kai Havertz, der leider noch nie U21-Nationalmannschaft gespielt hat. Wir werden das Problem mit dem Talentemangel oder der noch nicht optimalen Ausbildung von Talenten nicht übertünchen. Aber wir haben Werte des deutschen Fußballs vertreten, über die jeder DFB-Mitarbeiter, jeder Amateur- und Jugendspieler sagen kann, das ist cool. Diese Signalwirkung hat die Mannschaft hinbekommen.

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