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Fußball: SV Gescher probiert im Jugendbereich die Trainer-Plattform VTON aus

Das Lernziel immer im Blick

Gescher

Es ist der klassische Fall von Win-win-win-Situation. Die Fußballer profitieren, weil sie an klar vorgegebenen Zielen arbeiten können. Die Trainer haben den großen Vorteil, eine ebenso wertvolle wie fachliche Unterstützung bei der Gestaltung ihrer Einheiten zu bekommen. „Und am Ende werden wir als Verein uns auf ein noch besseres Niveau heben können“, ist sich Ralf Rottmann sicher. Drei Gründe, die den SV Gescher dazu bewegt haben, im Jugendbereich auf die VTON-Datenbank zu setzen, die aktuell über 1000 altersspezifische Trainingseinheiten beinhaltet.

Von Frank Wittenberg

Wollen die Einführung der neuen Trainer-Plattform im SV Gescher tatkräftig unterstützen: (von links) Ralf Rottmann (Leiter Kinder- und Jugendfußball) sowie das Projektteam mit Oliver Sandhaus, Max Grimmelt und Titzian Heiber. Foto: Fotos: fw

Nicht stehenbleiben, sich weiterentwickeln, das ist das Motto. „Unser Ziel ist ja, immer wieder junge Spieler für unsere eigene erste Mannschaft auszubilden“, sagt Rottmann, Leiter Kinder- und Jugendfußball beim SV. Mit den Verantwortlichen in der Abteilung seien deshalb Überlegungen angestellt worden, welche Ziele für jede Altersklasse definiert werden können. „Dann kam der Kontakt mit den Niederländern von der Twentschen Fußballschule zustande“, erzählt Rottmann. In den Gesprächen mit Frank Eulderink und Remco van Leeuwen sei auch die VTON-App ins Spiel gekommen. „Uns war schnell klar, dass das ein gutes Mittel sein kann, unseren Trainingsbetrieb neu zu strukturieren.“ Dafür hat sich ein Projektteam mit Oliver Sandhaus, Max Grimmelt und Titzian Heiber gebildet, das diese Einführung verantwortlich begleiten wird.

Und darum geht es: Für jede Altersklasse und Mannschaft können Ziele vorgegeben werden, an denen im Laufe einer Saison gearbeitet werden sollen. „Dafür finden die Trainer in der App Woche für Woche die entsprechenden Trainingseinheiten, die dann auch gezielt aufeinander aufbauen“, verspricht sich Ralf Rottmann davon ein noch kontinuierlicheres Arbeiten. Dafür könne ein fester Zeitplan gesetzt werden, aber auch ein Abhaken der jeweiligen Einheit, wenn sie tatsächlich absolviert ist, sei möglich, erläutert Oliver Sandhaus: „Dann rutscht direkt das nächste Training mit seinen Inhalten nach.“ Ein Vorteil sei übrigens, dass die jeweiligen Übungen sehr flexibel gestaltet seien – „es hängt also nicht von einer bestimmten Spielerzahl ab, ob die Trainingseinheit sinnvoll durchgeführt werden kann oder nicht.“ Garniert seien die Angebote jeweils mit Erklärvideos und Tipps, worauf in der Umsetzung zu achten ist, ergänzt Max Grimmelt.

Profitieren sollen davon aber nicht nur die Kinder und Jugendlichen, sondern nicht zuletzt auch die Trainer selbst, die damit in der Vorbereitung deutlich entlastet werden. „Sie finden künftig fertige Module vor“, verweist Ralf Rottmann auf den großen Vorteil, dass die sonst oft aufwendige Vorarbeit mit der Suche nach geeigneten Übungen so wegfalle. Das, so hofft der Jugendleiter, könne auch dazu beitragen, künftig noch mehr Ehrenamtliche für die Arbeit in der Abteilung zu begeistern. Zumal dafür ein sehr großes Team gestellt müsse. „Wir haben für die neue Saison wieder 30 Jugendmannschaften gemeldet“, berichtet Rottmann. „Dafür brauchen wir rund 80 Trainer – mit der Orga dahinter kommen wir auf 100 bis 110 Personen.“

Zunächst bei den jüngsten Kickern von der G- bis zur D-Jugend soll der Schwerpunkt mit VTON gesetzt werden, „wobei wir natürlich gerne in allen Altersklassen damit arbeiten möchten“, sagt Rottmann. Verpflichtend sei das für die Trainer natürlich nicht, eher als Angebot und Unterstützung anzusehen, wobei die Verantwortlichen durchaus davon ausgehen, dass viele die Vorteile nutzen wollen.

Zunächst für ein Jahr will der SV Gescher das probieren und durch das Projektteam auch eng begleiten lassen. „Wir werden jetzt im ersten Schritt die Bereichsleiter für die Altersklassen als zusätzliche Multiplikatoren ins Boot holen, vor den Sommerferien soll dann ein Kick-Off-Meeting stattfinden“, skizziert Oliver Sandhaus den Zeitplan. Rechtzeitig vor dem Saisonbeginn ist eine Kleingruppen-Schulung vorgesehen. „Außerdem werden wir wir schon in unserem zweitägigen Fußballcamp im Juli mit der App arbeiten“, verweist Titzian Heiber auf einen guten Testlauf. Und dann soll der nächste Schritt unternommen werden, immer wieder ein Stück besser zu werden. „In den Niederlanden gibt es schon über 250 Vereine, die dieses Modul nutzen“, berichtet Max Grimmelt. In Deutschland wird der SV Gescher als zweiter Club nach der Grafschafter SG einer der Vorreiter sein.

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