Fußball: 2009 wird der FSV Gescher mit 25 Punkten Vorsprung Meister

Der Konkurrenz weit enteilt

Gescher. Die Serie nahm atemberaubende Ausmaße an. 23 Spiele, allesamt gewonnen – dann erst setzte es den ersten Punktverlust für den FSV Gescher. Dass es am Ende nicht die 30 Siege wurden, sondern „nur“ 83 der 90 möglichen Punkte aus dieser Saison auf dem Konto landeten, das konnten sie locker verschmerzen. Dafür setzten die FSVer in dieser Spielzeit 2008/09 zwei andere Rekorde für die Ewigkeit: Lediglich elf Gegentore standen zu Buche – und am Ende 25 Punkte Vorsprung auf Vizemeister SG Coesfeld 06, der größte Abstand in den vergangenen 50 Jahren Kreisliga A.

Frank Wittenberg

Der FSV Gescher jubelt über den Meistertitel 2009: (stehend von links) Betreuer Willi Bülten. Marco Beuker, Trainer Benedikt „Ted“ Herold, Markus Lammerding, Masseur Wilfried Kloster; Mitte von links: Martin Klein, Thomas Lanfer, Henning Schlüter, Hubertus Roling, André Schmeing, Marcel Tenbrink, Thomas Altrogge, Bastian Altrogge, Matthias Efsing, Timon Vierhaus (verdeckt), Lars Mester, Betreuer Karl-Heinz Kloster; liegend von links: Marco Rotaru, Dennis Schültingkemper, Timon Paß, André Dumpe, Hilal Hammoud; es fehlen Peter Schlüter und Josef Schwitte. Foto: Archiv

In dieser Saison passt einfach alles zusammen. „Wir hatten personell eine super Besetzung“, schwärmt Benedikt „Ted“ Herold, der die Mannschaft im Dezember 2006 übernommen hatte. Jung ist das Team, aber fußballerisch schon sehr weit – „und die Kameradschaft war einfach klasse.“

In der Spielzeit 2007/08 scheitert der FSV noch knapp, holt 69 Punkte und wird Vizemeister hinter Brukteria Rorup. In die neue Saison 2008/09 starten die Gescheraner mit einem knappen 2:1-Erfolg beim damaligen Aufsteiger DJK Dülmen, aber schon am zweiten Spieltag übernimmt das Team mit einem 2:0 gegen Turo Darfeld die Tabellenführung – und gibt sie bis zum Saisonende nicht mehr ab. „Das wurde irgendwann zum Selbstläufer“, erinnert sich Herold. Vor allem auf die Defensive ist Verlass: Nur elf Gegentreffer in 30 Spielen, das unterbietet kein A-Ligist in den vergangenen 50 Jahren. „Wir hatten mit André Schmeing und Martin Klein zwei überragende Torhüter“, lächelt der damalige Trainer. Wenn die Vorderleute tatsächlich mal die Gegner zum Zuge kommen lassen, sind der „Flummi“ oder der „Lange“ zur Stelle.

23 Spieltage hält die Siegesserie, dann soll am 19. April 2009 schon im siebtletzten Spiel der Meistertitel perfekt gemacht werden. Aber ausgerechnet beim Schlusslicht DJK Coesfeld II erlaubt sich der FSV mit dem 1:1-Unentschieden den ersten Ausrutscher. Die Meisterfeier ist nur um eine Woche verschoben: Am 25. Spieltag knallen nach dem 3:0-Sieg bei der TSG Dülmen II die Sektkorken. Nach einem 1:1 bei der SG Tornado/Harwick verpasst das Team das Ziel, die Saison ungeschlagen abzuschließen, ausgerechnet mit einer 1:2-Niederlage gegen die eigene zweite Mannschaft. „Trotzdem haben die Jungs das sehr gut durchgezogen, auch wenn schon früh alles gelaufen war“, sagt Herold.

83 Punkte bei 71:11 Toren stehen am Ende zu Buche. Auch die letzte Partie gewinnt der FSV mit 2:1 bei GW Nottuln II, obwohl vorher Positions-Lotto gespielt wird – Offensivmann Timon Paß steht zum Beispiel im Tor, Goalgetter Marco Rotaru in der Innenverteidigung. „Für beide Mannschaften ging es um nichts mehr, deshalb habe ich mit breitschlagen lassen“, zuckt der Trainer mit den Schultern.

Unter dem Strich steht der souveränste Meistertitel aller Zeiten, verbunden mit vielen schönen Erinnerungen. „Gerade die ganz jungen Spieler wie Matze Efsing oder Thommy Lanfer sind richtig durchgestartet“, blickt „Ted“ Herold zurück. Das zeigt sich auch in der Saison darauf, als der FSV in der Bezirksliga als Aufsteiger auf Anhieb Vizemeister hinter Eintracht Ahaus wird.

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