1. www.azonline.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Gescher
  6. >
  7. Zurück zu den Wurzeln

  8. >

Fußball: Kay Kloster übergibt den SV II im Sommer an Jens Tendahl und übernimmt die U 19

Zurück zu den Wurzeln

Gescher. Einfach war die Entscheidung nicht, das gibt er ehrlich zu. Denn die Arbeit mit der A-Liga-Mannschaft des SV Gescher II bereitet ihm einen Riesenspaß, ebenso wie das Heranführen junger Spieler an den Seniorenbereich – und genau da besteht Handlungsbedarf. „Diese Schnitstelle ist wichtig“, weiß Kay Kloster. „Wenn ich dem Verein helfen kann, mache ich das.“ Deshalb wird der 39-Jährige im Sommer wieder zur U 19 zurückkehren und die zweite Mannschaft des SV an Jens Tendahl übergeben.

Frank Wittenberg

Der beste Torschütze streckt sich: André Wellermann (rechts) und der SV Gescher II wollen mit Kay Kloster den Klassenerhalt in der Kreisliga A sichern. Fotos: fw Foto: az

Natürlich hätten die Verantwortlichen Kay Kloster gerne weiter in der Kreisliga A gesehen. Weil aber Kevin Grun zum zweiten Mal Vater geworden sei und ebenso wie sein Trainerkollege Christian Breuer eine Pause einlegen wolle, entstehe an einer ganz wichtigen Stelle eine Lücke, erklärt der Sportliche Leiter Reinhard Höing – bei der A-Jugend, die als Sprungbrett für die Bezirksliga- und die Kreisliga-Mannschaften diene. „Deshalb kam uns die Idee, den besten Mann auf diesen Posten zu holen, den wir uns dafür vorstellen können“, betont Höing, der die Gespräche gemeinsam mit Fußball-Abteilungsleiter Christoph Kloster geführt hat. Und dieser beste Mann sei eben Kay Kloster, der das in seinen zwölf Jahren als Jugendtrainer beim SV nachhaltig bewiesen habe. „Er kennt jeden Jugendspieler in unserem Verein“, lächelt der Sportliche Leiter. „Kay hat einen guten Draht zu ihnen und kann sie bestmöglich ausbilden.“

Nein, wirklich leicht ist ihm die Entscheidung nicht gefallen. Denn auch in die Arbeit mit dem SV II steckt Kay Kloster viel Herzblut. Rein sportlich sei die Bilanz mit drei Punkten aus sieben Spielen und Platz 14 noch nicht berauschend, aber erklärbar. „Wir hatten im Sommer 16 Abgänge, dazu ein sehr schweres Startprogramm“, sagt der 39-Jährige, der fest davon überzeugt ist, noch einige Plätze klettern zu können, wenn die Saison im neuen Jahr fortgesetzt wird. „Wir werden jedenfalls all-in gehen bis zum Sommer!“

Und dann übernimmt mit Jens Tendahl ein Trainer, der mit seinem ersten verantwortlichen Engagement im Seniorenbereich den nächsten Schritt geht. „Wir haben bewusst jemanden gesucht, der viel Erfahrung in der Jugendarbeit gesammelt hat“, verweist Reinhard Höing auf die besonderen Herausforderung bei einer U 23 wie beim SV II. „Wir trauen es Jens zu und wollen ihm die Chance geben.“

Die nimmt der 31-Jährige gerne an, der lange Zeit in der Jugendabteilung von SW Holtwick tätig war, unter anderem fünf Jahre bei der A-Jugend. In der Saison 2019/20 trainierte Tendahl die U 19 von GW Nottuln – dort wohnt er auch seit sechs Jahren. „Wegen der familiären Situation wollte ich in dieser Saison lieber als Co-Trainer arbeiten“, erklärt er den Schritt, Mario Beeke bei der ersten Mannschaft seines Heimatvereins SW Holtwick zu unterstützen. Denn im September ist sein erster Sohn Jonas zur Welt gekommen. „Bis zum nächsten Sommer wird sich das alles eingespielt haben“, lächelt er.

Dann ist er bereit für die Herausforderung bei einer jungen Mannschaft. Dabei erhält er kompetente Unterstützung, denn mit Matthias Inhestern haben Christoph Kloster und Reinhard Höing den aktuellen C-Jugendtrainer des SV für die Aufgabe gewonnen, Tendahl als „Co“ zur Seite zu stehen. Inhestern hat schon etliche Juniorenjahrgänge begleitet. „So haben wir ein optimales Team zusammen“, freut sich Höing, der künftig auf ein kompetentes und junges Dreigestirn setzen kann, das durchweg ein gutes Händchen bei der so wichtigen Arbeit mit jungen Spielern hat: Hendrik Maduschka bei der Bezirksliga-Mannschaft, Jens Tendahl bei der „Zweiten“ und Kay Kloster bei der U 19.

Bis zum kommenden Sommer wird sich Jens Tendahl intensiv mit seinem neuen Team beschäftigen, bei dem er künftig am Seitenrand stehen wird – und nicht zwischen den Pfosten, versichert der gelernte Torhüter: „Das kann ich ausschließen, auch wenn ich in Holtwick in dieser Saison auch schon einmal einspringen musste.“ Beim SV II will er sich ganz auf die Trainertätigkeit konzentrieren und die Mannschaft in ruhige Fahrwasser bringen. Als Fan des 1. FC Köln „bin ich zwar leidensfähig“, grinst er – aber auf den Abstiegskampf will er in Gescher gerne verzichten.

Startseite