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Derby in der Kreisliga A: Darfeld feiert das Remis gegen Osterwick

Als die Dämme brachen

Rosendahl

Der tosende Jubel schwappte von der grünen Kunststoffwiese über die Fans hinweg, riss selbst die Müdesten mit, und alle lagen sich in den Armen. Jonas Klostermann (86. Minute), ein Pfundskerl, hatte sein Körpergewicht, mit dem er so manch harten Abwehrhünen einschüchtert, mühelos in die Höhe gewuchtet. Per Fallrückzieher gelang dem Filius von Hubert Klostermann, selbst jahrelang Stammkraft der ersten Turo-Mannschaft, der 2:2-Ausgleich, den keiner mehr für möglich gehalten hatte im Derby gegen den Gemeinde-Rivalen Westfalia Osterwick.

Von Ulrich Hörnemann

Heiße Duelle lieferten sich der Darfelder „Jojo“ Gövert (links) und der Osterwicker Leon Eggemann. Foto: Fotos: uh

Was für ein Wahnsinnsspiel! Florian Feitscher (83.) hatte kurz zuvor wie aus dem Nichts mit einem Seitfallzieher, ähnlich kunstvoll wie Kollege Klostermann, den 1:2-Anschlusstreffer erzielt, der bei der Darfelder Rumpftruppe nochmal alle Kräfte freilegte, während das Nervenkostüm beim Herbstmeister zu flattern begann. Trainer Tobias Paschert war gar nicht aufgelaufen und sein Kompagnon Mario Worms (23.) zeitig vom Feld gehumpelt. Seine Muskulatur hatte ihm einen Streich gespielt und ein Weitermachen durchkreuzt.

Die Hausherren waren eigentlich mausetot. Pascal Leipelt (7.), der alte Haudegen unter den jungen Hüpfern, hatte eine Ecke von Florian Richters zielsicher zum 1:0 ins Netz geköpft. Noah Eggemann (18.) wurde wenig später zunächst geblockt, dann rappelte er sich wieder auf, stocherte mit „Jojo“ Gövert in Höhe der Auslinie um den Ball, beförderte ihn in den Sechzehner, wo Richters zum 2:0 vollstreckte. Für Worms war daraufhin Schicht im Schacht.

Die Gäste waren so was von überlegen, dass dem Darfelder Coach angst und bange wurde. „Osterwick hätte uns abschießen können“, meinte Markus Lindner mit besorgter Miene, „unsere Jungs waren völlig verunsichert.“ Den Vorwurf, dass sie aus ihren Spielanteilen kein Kapital geschlagen haben, müssen sich die „Roten“ in der Tat gefallen lassen. Sie haben den Gegner am Leben gehalten. „Wir hatten alles im Griff“, wunderte sich Tobias Paschert über die verpasste Chance, in der Tabelle auf acht Zähler wegzuziehen. „Den Deckel haben wir nicht drauf gemacht“, stimmte ihm Mario Worms zu, wohlwissend, dass ein dritter Treffer die Entscheidung gewesen wäre. So sprang der schon klinisch tote Patient Turo Darfeld putzmunter vom OP-Tisch und schaffte quietschfidel Anschlusstor plus Ausgleich in einer irren Endphase, von der die Zuschauer in zehn Jahren reden werden: „Weißt du noch, damals . . .“ 7 Turo Darfeld - Westfalia Osterwick 2:2; Tore: 0:1 Pascal Leipelt (7.), 0:2 Florian Richters (18.), 1:2 Florian Feitscher (83.), 2:2 Jonas Klostermann (86.)

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