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Fußball: Turo-Frauen schaffen ohne weiteres Entscheidungsspiel den Sprung in die Landesliga

Aufstieg auf dem Sofa

Darfeld

Der Aufstieg auf dem Sofa fühlt sich im ersten Moment etwas seltsam an. „Es fehlt natürlich dieser eine Moment“, zuckt Sascha Kölking mit den Schultern. Der Augenblick, wenn der Schiedsrichter abpfeift und der Triumph besiegelt ist – auf den müssen die Frauenfußballerinnen von Turo Darfeld verzichten, jubeln dürfen sie aber trotzdem: Auch ohne das zunächst angekündigte Entscheidungsspiel gegen BW Aasee steht der Aufstieg in die Landesliga fest. „Und darüber freuen wir uns riesig, weil wir es verdient haben.“

Von Frank Wittenberg

Es darf gejubelt werden: Über den Umweg Aufstiegsspiele der Vizemeister haben die Fußballerinnen von Turo Darfeld um Trainer Sascha Kölking (links) den Sprung in die Landesliga geschafft. Das geplante Spiel bei BW Aasee ist nicht mehr erforderlich. Foto: Foto: fw

Am Montagabend machte das Gerücht die Runde, dass die beiden verbliebenen Mannschaften in der Aufstiegsrunde nicht mehr gegeneinander antreten müssen. Eine Nachfrage von Turo-Fußballgeschäftsführer Frank Bäumer bei der spielleitenden Stelle ergab, dass „eine Neuberechnung zwei freie Plätze für die Landesliga“ ergeben hat. Damit steht fest, dass Turo Darfeld und BW Aasee ohne ein Endspiel den Sprung in die höhere Liga geschafft haben. „Eine etwas seltsame Geschichte“, gibt Sascha Kölking zu. „Wir hatten den besonderen Moment ja am Sonntag mit dem späten Siegtreffer gegen Sümmern, aber da haben wir gedacht, es wäre nur der vorletzte Schritt.“

Nun folgen sie Meister SV Langenhorst-Welbergen in die Landesliga, und das völlig zurecht, zeigt sich der Trainer überzeugt. Nicht nur, weil sie den Vizetitel mit satten 15 Punkten Vorsprung auf die drittplatzierte SG Horstmar/Leer eingefahren haben. „Ich bin auch echt sprachlos, was die Mädels in den beiden Entscheidungsspielen noch einmal abgespult haben“, zeigt sich der Trainer beeindruckt. Knapp zwar waren die beiden Siege jeweils mit 3:2 beim TuS Gahlen und gegen die Sportfreunde Sümmern, aber allemal verdient.

Jetzt wartet die Landesliga mit Gegnern wie GW Nottuln, gegen den sie im Pokalfinale mit 2:5 verloren haben. „Das wird noch einmal eine andere Herausforderung, gerade für die jungen Spielerinnen“, weiß Kölking. Aber er hat auch Personal in seinen Reihen, das reichlich Landesliga-Erfahrung mitbringt, wie Carolin Gorsler, Janine Heuer und Pia Schemmer, die vor der Saison 2021/22 von der SG Coesfeld 06 zu den Darfelderinnen gestoßen sind. Ein Glücksfall übrigens, daran lässt der Trainer keinen Zweifel: „Sie haben uns fußballerisch und menschlich noch einmal einen großen Schritt nach vorne gebracht.“

Die Vorbereitung auf die neue Herauforderung wird sich kurz und knackig gestalten. Laut Rahmenterminkalender soll die neue Spielzeit im Frauenbereich am 28. August beginnen – der Trainingsstart in Darfeld ist aber erst für den 2. August angesetzt, sodass nicht ganz vier Wochen bleiben. „Das ist knapp, aber nach der langen Saison mit den Aufstiegsspielen brauchen wir jetzt diese Pause“, weiß Kölking, dass der Tank erst wieder mit Körnern gefüllt werden muss. Große Veränderungen wird es im Kader wohl nicht geben: Corinna Höing hängt ihre Handschuhe an den Nagel, Chiara Kosakowski kehrt zu ihrem Heimatverein SG Horstmar/Leer zurück. „Mal sehen, ob sich im Hinblick auf Neuzugänge noch etwas tut“, sagt der Trainer.

Zukunftsmusik. Was zunächst einmal zählt, ist die Freude über den Aufstieg. Denn gefeiert werden soll der Triumph, wenn schon nicht mit Toren und dem erlösenden Abpfiff auf dem Platz. „Am Donnerstag werden wir ein Abschlusstraining machen“, kündigt Sascha Kölking an. Möglicherweise werde eine Ehrung durch den Verein bereits am Freitag folgen – im Rahmen der Endspiele um den Fußball-Dorfpokal auf dem Sportplatz wäre das ein passender Rahmen für den Aufsteiger.

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