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Fußball: Corona-Zwangspause unterbricht den Höhenflug von Turo Darfeld

Ein ganzes Jahr lang nur Siege

Darfeld. 2020 dürfte nicht vielen Menschen in außergewöhnlich guter Erinnerung bleiben – doch es gibt eine Ausnahme. Denn rein sportlich können die Fußballer von Turo Darfeld auf eine überragende Bilanz verweisen: Sie haben alle Meisterschaftsspiele im abgelaufenen Jahr gewonnen! Okay, bedingt durch die Corona-Zwangspausen waren es nur zehn, aber bitte. „Vor beiden Unterbrechungen im Frühjahr und Herbst waren wir in einer super Form“, sagt Markus Lindner. Genau daran gelte es anzuknüpfen, wenn der Ball endlich wieder rollen darf.

Frank Wittenberg

Turo-Trainer Markus Lindner. Foto: az

Denn die gute Ausgangsposition wollen sie nutzen. Sechs Punkte Vorsprung weisen die Darfelder auf den Zweitplatzierten Fortuna Seppenrade auf, der allerdings ein Spiel weniger ausgetragen hat. Das Ziel scheint durch die besonderen Umstände aber zum Greifen nah. „Ich weiß ja nicht, ob und wann es überhaupt weitergeht“, stochert Lindner wie alle Sportler im Lockdown-Nebel. Wenn, dann sei wohl bestenfalls möglich, die Hinrunde abzuschließen, damit 50 Prozent aller Spiele ausgetragen zu haben und eine Wertung vornehmen zu können. Das würde für Turo bedeuten: Nur noch sechs Spiele, und der dritte Bezirksliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte nach 2000 und 2002 wäre Realität. „Die müssen wir aber erst einmal erfolgreich bestreiten.“

Zumal noch das direkte Duell mit den Seppenradern auf dem Programm steht. Die haben sich im Gegensatz zu Turo mit der 0:1-Auswärtsniederlage bei DJK Dülmen schon einen Ausrutscher erlaubt – und haben sicherlich das schwerere Restprogramm vor der Brust. „Die müssen noch nach Nottuln und spielen gegen Westfalia Osterwick“, blickt der 48-Jährige auf den auf Eis gelegten Spielplan. Die Duelle gegen die aktuelle Nummer drei und vier der Liga haben seine Darfelder hingegen bereits erfolgreich abgehakt.

Einer der Gründe, warum er der Mannschaft zutraut, im fünften Jahr unter seinen Fittichen den Sprung in die Bezirksliga zu schaffen. Und auch da könnten seine Darfelder mithalten, die absolut heiß darauf sind, in dieser Klasse mitmischen zu können. Denn das Siegel der Attraktivität leuchtet nicht mehr wie vor Jahren eher auf der Kreisliga A, sondern mittlerweile auf dieser Bezirksliga 11. „Da hast du ja fast jede Woche ein heißes Spiel“, verweist Markus Lindner auf die namhafte Besetzung. „Wenn wir jetzt noch raufgehen würden und aus der anderen Staffel der ASC Schöppingen, das wäre ja ein Traum.“ Und das perfekte Signal für das besondere Jahr 2022, in dem Turo sein 100-jähriges Bestehen feiern wird und das Dorfgemeinschaftshaus am Sportplatz fertiggestellt werden soll.

Vor den Jubelarien steht die harte Arbeit. Um Platz eins zu verteidigen, wenn der Ball wieder rollt, werden sie ordentlich in die Hände spucken müssen. Entscheidend werde sein, schnell wieder in diese hervorragende Form zu kommen, die sie im Jahr 2020 ausgezeichnet hat. Ein Jahr, in dem sie zwei Mal mit Volldampf unterwegs waren und knallhart von der Corona-Pandemie ausgebremst worden sind – zum ersten Mal im März, als die Darfelder mit einem 4:2 gegen Borussia Darup und einem 3:0 bei Tabellenführer DJK Coesfeld furios aus der Winterpause gekommen waren und nicht wenige Experten dem Team zugetraut hatten, sich noch an die beiden Coesfelder Mannschaften heranzupirschen. Dann endete die erneute Siegesserie abrupt, als der Spielbetrieb Ende Oktober auf Eis gelegt wurde, zunächst für vier Wochen, mittlerweile auf unbestimmte Zeit.

Wann es weitergeht, weiß noch keiner. „Sehr schade“, sagt Lindner, dem vor allem der Blick auf die Oberliga Sorge macht, in der mehrere Mannschaften noch 13 oder gar 14 Spiele austragen müssen, um überhaupt die Hinrunde abschließen zu können. Da der Verband angesichts einer Saisonwertung wohl einheitlich vorgehen wolle, sei eine Annullierung leider nicht vom Tisch, befürchtet der Turo-Trainer.

Ihm und seinem Personal bleibt nichts anderes, als auf den unbekannten Tag X zu hoffen, an dem es weitergeht. „Aktuell arbeitet jeder für sich“, legt er Wert darauf, dass seine Spieler in Bewegung bleiben. „Wenn dann der Termin feststeht, an dem die Saison fortgesetzt wird, werden wir voll in die Vorbereitung einsteigen.“ Dann wollen sie versuchen, auch 2021 so lange wie möglich ungeschlagen zu bleiben. „Unsere letzte Niederlage in einem Meisterschaftsspiel war am 1. Dezember 2019“, berichtet Markus Lindner. Damals haben sie etwas überraschend 2:4 bei Vorwärts Lette verloren – und genau diese Letteraner wären nach der Corona-Pause der erste Gegner auf dem Weg zum Meistertitel.

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