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Fußball: SW Holtwick muss den Blick zunächst nach unten richten

Stotterstart durch Torflaute

Holtwick. Die Bilanz ist überschaubar und gewiss nicht das, was sie sich vorher erhofft hatten. „Es gibt einige Gründe“, verweist Mario Beeke auf unglückliche Umstände, die sicherlich zur mageren Ausbeute von vier Punkten aus fünf Spielen beigetragen haben. Nach Ausreden suchen will er damit aber nicht. Der Trainer des A-Ligisten SW Holtwick nimmt sich und seine Mannschaft in die Pflicht: Wenn der Ball nach der Corona-Zwangspause wieder rollt, muss mehr kommen – zumal Beeke im Sommer einen vernünftigen Abschluss seiner drei Jahre bei den Schwarz-Weißen hinlegen will.

Frank Wittenberg

Unter Flutlicht lief es besser für SW Holtwick: Gegen Adler Buldern feierten Moritz Wagner (links) und Co. den bisher einzigen Saisonsieg. Foto: Frank Wittenberg

Denn diese Personalie ist frühzeitig geklärt: Die Verantwortlichen der Fußballabteilung um Geschäftsführer Thomas Uppenkamp haben sich mit Mario Beeke vor wenigen Tagen darauf verständigt, die Zusammenarbeit mit Ablauf der Saison 2020/21 zu beenden. „Wir waren uns da schnell einig“, sagt der Trainer, der sich im Vorfeld schon seine Gedanken gemacht habe – nicht nur wegen des schwachen Saisonstarts. Nicht alles laufe zu seiner Zufriedenheit im Hinblick auf seine eigenen Ambitionen. „Der Verein sieht es auch so, dass es der richtige Zeitpunkt ist“, erklärt der 33-Jährige. „Auch wenn es mir weiterhin viel Spaß macht.“

Spaß in der Zusammenarbeit mit seinen Spielern und Co-Trainer Jens Tendahl – weniger Freude bietet da der Blick auf die Tabelle, die nun auch noch wegen des erneuten sportlichen Lockdowns für unbestimmte Zeit in Stein gemeißelt ist. Auf eine Rosendahler Meisterschaft hatten viele Experten im Vorfeld in der A-Liga gesetzt: mit Turo Darfeld und Westfalia Osterwick als Favoriten sowie SW Holtwick als Zünglein an der Waage. Fakt ist aber: Während die Darfelder an der Spitze einsam ihre Kreise ziehen und die Osterwicker schon einen stattlichen Rückstand aufweisen, tummeln sich die Holtwicker plötzlich im Tabellenkeller.

Das ist ohne Zweifel auf einen komplizierten Saisonstart zurückzuführen. Frei am ersten Spieltag, weil die Liga mit 15 Teams eine ungerade Zahl aufweist. „Dann kam das Spiel in Lette, das wir eigentlich gewinnen mussten“, erinnert sich Beeke. Es endete 1:1, und prompt hatten die Holtwicker nur einen Zähler auf dem Konto, während andere Mannschaften zu diesem Zeitpunkt schon sechs gesammelt hatten. Es folgte einen 0:3-Heimniederlage gegen TSG Dülmen II, „von der bis heute keiner weiß, wie wir das verlieren konnten.“ Ein Todesfall innerhalb der Abteilung rückte den Fußball zudem ganz weit nach hinten.

So weist die Zwischenbilanz Rang 13 aus, sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass eine Reihe von Kontrahenten schon bis zu drei Spiele mehr ausgetragen haben. Aber auch das will Mario Beeke nicht als Ausrede und schon gar nicht als Ruhekissen verstanden wissen. Schließlich sei gewiss nicht davon auszugehen, dass aus diesen drei Spielen auch neun Punkte geholt werden. „Also richtet sich unser Blick ganz klar nach unten“, betont der Gescheraner. Denn die Konkurrenz schlafe nicht. „Vorwärts Lette wird noch kommen“, vermutet der Trainer. „Und der SV Gescher II wird sich von oben verstärken können, wenn es darauf ankommt.“ Deshalb sollten tunlichst schnell die Punkte gesammelt werden.

Wo sie sich verbessern müssen, liegt auf der Hand. Sechs Tore nur in fünf Spielen, mit einer solchen Ausbeute wird es schwer. Zumal sie vier davon allein in der Partie gegen Adler Buldern erzielt haben – bleiben für die anderen vier Spiele noch magere zwei Buden. „Teilweise haben wir zu viele Chancen ausgelassen, teilweise aber auch überhaupt keine herausgespielt“, gibt Beeke ehrlich zu. Zu allem Überfluss hat sich René Grasediek in einem Nachholspiel der zweiten Mannschaft das Sprunggelenk gebrochen und wird für den Rest der Saison ausfallen.

Trotz aller schwierigen Umstände: Wenn der Ball wieder rollt, soll der Knoten platzen. Ob es noch vor Weihnachten weitergeht? „Schwer vorstellbar“, sagt Mario Beeke, der als Lehrer für Italienisch und Sport am Gymnasium in Bottrop täglich sieht, welche Probleme die Corona-Pandemie im Alltag mit sich bringt. „Da steht der Amateurfußball sicherlich nicht an erster Stelle.“ Für den November haben seine Jungs ein Programm mit Lauf- und Kräftigungsübungen an die Hand bekommen. Sie wollen fit sein für den Tag X, wenn es zurück auf den Platz geht – denn sicher ist: Bis zu seinem Abschied im Sommer ist Vollgas angesagt. „Es ausklingen lassen, das kommt für mich nicht in Frage“, betont Beeke. „Ich bin topmotiviert!“

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