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Olympia: Kommentar

Verlegung der Spiele war unvermeidlich – der Weg dahin aber nicht unverzeihlich

IOC-Präsident Thomas Bach hat jetzt offiziell verkündet, was ohnehin nicht mehr zu vermeiden war: Die Olympischen Spiele finden in diesem Jahr nicht statt, vielleicht im kommenden Jahr. Doch auch diese Entscheidung liegt nicht wirklich in den Händen des Olympischen Komitees. Man muss die IOC-Funktionäre nicht mögen, aber in diesem Fall sind auch sie nur die Leidtragenden.

Ansgar Griebel

Der Schatten der Corona-Krise hat die Olympischen Ringe überlagert. Die Spiele sind verschoben Foto:

2918 Meter misst der Olymp – nur. In Zeiten, in denen Bergsteiger 8000er sammeln, wie einst ältere Herren Briefmarken, nicht mehr als ein Hügelchen. Viel zu niedrig allemal, um dem Angriff des Coronavirus standzuhalten, das in den vergangenen Wochen mit Ausnahme der weißrussischen Fußballliga nahezu die komplette Sportwelt lahm gelegt hatte – und seit diesem Dienstag nun also auch das unumstritten größte Sportereignis aus dem Kalender des Jahres 2020 gestrichen hat. Ebenso erwartungsgemäß wie unvermeidlich.

Dass die Gastgeber in Japan und die höchsten Funktionäre des Internationalen Olympischen Komitees dennoch etwas länger brauchten, als alle anderen Entscheider in allen anderen Sportarten, ist ab sofort nicht mehr als eine unbedeutende Randnotiz. Grundsätzlich gibt es viele Gründe, die Entscheidungen der Geschäftemacher an der Spitze des wichtigsten Sportverbandes der Welt infrage zu stellen – für das Coronavirus sind sie nicht verantwortlich. Diese zusätzliche Woche, die das IOC benötigte, um den schweren und historischen Schritt zu gehen, hat der Welt weit weniger geschadet, als eine Corona-Party im Stadtpark.

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