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Olympia

«Fehler minimieren»: Basketballer mit Lehrstunde am Laptop

Saitama (dpa)

Nach ihrer Auftaktniederlage stehen Deutschlands Basketballer vor dem zweiten Gruppenspiel unter Druck. Gegner Nigeria wartet mit gleich acht NBA-Profis. Die Zuversicht ist trotzdem groß.

Von Thomas Wolfer, dpa

Nach der Niederlage gegen Italien sind Deutschlands Basketballer bereits früh unter Druck. Foto: Charlie Neibergall/AP/dpa

Die erste große Überraschung des Olympia-Turniers verfolgten Deutschlands Basketballer beim Abendessen.

Auf einem Laptop sahen sie in der Mensa im olympischen Dorf gemeinsam, wie Gold-Favorit USA gegen Frankreich schon im ersten Turnierspiel erstmals seit 17 Jahren wieder bei den Sommerspielen verlor. Das Starensemble aus der NBA will in Tokio eigentlich das vierte Gold nacheinander gewinnen und muss sich dafür nun deutlich steigern. Auch die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes steht nach ihrer Auftaktpleite gegen Italien unter Druck. Gegen Nigeria muss am Mittwoch (03.00 Uhr MESZ) ein Sieg her.

«Müssen die Fehler minimieren»

«Wir müssen die Fehler minimieren, dann haben wir eine Chance, gegen jeden zu gewinnen», sagte Kapitän Robin Benzing. 37 Minuten spielten die Deutschen am Sonntag gut mit, verloren am Ende in ihrem ersten Olympia-Spiel seit 2008 jedoch noch recht deutlich 82:92. Nun setzen sie auf ihren Teamgeist. «Wir kennen uns alle, wir sind eine witzige Truppe, die sich sehr gut versteht», sagte Maodo Lo: «Das ist unsere Stärke. Wir müssen diese Qualität jetzt zum Vorschein bringen und gegen Nigeria so gut wie möglich zu unserem Spiel finden.»

Die Ausgangssituation ist klar: In der Vorrundengruppe B haben Italien und Australien einen Sieg auf dem Konto, Deutschland und Nigeria sind noch ohne Zählbares. Für den Einzug ins Viertelfinale wird mindestens ein Erfolg benötigt, besser wären zwei. Die ersten beiden kommen sicher weiter, dazu zwei der drei Gruppendritten. «Wir müssen uns vor keinem verstecken», sagte Benzing. Zum Abschluss geht es am kommenden Samstag noch gegen den starken WM-Vierten Australien.

Gegen Nigeria unter Druck

Aber was ist von Nigeria zu erwarten? Die Afrikaner treten mit gleich acht Profis aus der nordamerikanischen Profiliga NBA an, nur die USA haben in Japan mehr in ihrem Zwölf-Mann-Kader dabei. Leistungsträger in der stärksten Liga der Welt ist aber keiner der Nigerianer. Auch am Zusammenspiel mangelte es beim ersten Auftritt in der Saitama Super Arena gegen Australien (67:84) phasenweise noch. Aber: Die junge Mannschaft zu unterschätzen, wäre ein großer Fehler.

«Jedes Team, das hier spielt, spielt aus einem Grund hier, weil sie eine sehr, sehr gute Mannschaft haben», sagte Aufbauspieler Joshiko Saibou. Und auch Bundestrainer Henrik Rödl weiß: «Wir müssen uns neu sammeln und unsere Stärken finden, um gegen Nigeria zu bestehen. Es ist eine sehr harte Gruppe.» Trotzdem bleibt das Ziel, es noch in die Runde der besten Acht zu schaffen. Der Einzug in die K.o.-Runde war 2008 in Peking mit Superstar Dirk Nowitzki nicht gelungen.

Für die USA sollte die Qualifikation trotz des 76:83 gegen Frankreich nur Formsache sein. In Gruppe A warten noch Spiele gegen die krassen Außenseiter Iran und Tschechien. Die zweite Pflichtspiel-Niederlage nacheinander - schon bei der WM 2019 schieden sie gegen Frankreich im Viertelfinale früh aus - schmerzte trotzdem sehr. «Wir haben aber immer noch eine Chance, unser Ziel hier zu erreichen», sagte NBA-Profi Jrue Holiday von NBA-Meister Milwaukee Bucks. Wie 2008, 2012 und 2016 soll es für die USA am Ende gegen Olympiasieg geben.

«Individuell sind sie besser», sagte der Franzose Evan Fournier. Der 28-Jährige von den Boston Celtics führte den Europameister von 2013 mit 28 Zählern souverän zum verdienten Erfolg und verriet hinterher auch das Erfolgsgeheimnis: «Als Team kann man sie schlagen.»

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