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Formel 1

Hamilton kontert nächste Verstappen-Attacke: Sieg in Spanien

Barcelona (dpa)

Führung nach der 100. Pole nach wenigen Metern futsch. Alles kein Problem für Lewis Hamilton. Der Formel-1-Gigant weist Widersacher Max Verstappen in die Schranken. Für Sebastian wird's in auch Spanien ein Rennen eher zum Vergessen. Mick Schumacher schlägt sich achtbar.

Von Thomas Wolfer und Jens Marx, dpa

Rennpilot Lewis Hamilton hat im vierten Rennen der Saison seinen dritten Sieg eingefahren. Foto: Joan Monfort/AP/dpa

Lewis Hamilton hat mit einer taktischen Meisterleistung und großem fahrerischen Können die nächste Attacke von Max Verstappen abgewehrt.

Der siebenmalige Formel-1-Champion ließ sich auch von einer erfolgreichen Attacke des Niederländers gleich in der ersten Kurve nicht beeindrucken und konterte mit einer famosen Aufholjagd nach einem zweiten Boxenstopp beim Großen Preis von Spanien.

Nach seiner 100. Pole fuhr Hamilton auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya am Sonntag seinen 98. Grand-Prix-Sieg und den fünften Erfolg auf dem Schwer-Überholbar Kurs in Serie heraus. Dritter wurde Hamiltons-Teamkollege Valtteri Bottas im zweiten Mercedes.

Verstappen blieb bei der Reifenzockerei nur Rang zwei, sechs Runden vor Schluss zog Hamilton an dem 23-Jährigen in dessen 100. Rennen für Red Bull vorbei. Nichts wurde es mit dem Triumph am Ort seines ersten Formel-1-Sieges vor fünf Jahren als jüngster Pilot der Motorsport-Königsklasse. Im Klassement wuchs Hamiltons Vorsprung vor dem Klassiker in zwei Wochen in Monaco auf 14 Punkte.

Im Windschatten des WM-Kampfs erlebte Sebastian Vettel ein weiteres Rennen unter den Ansprüchen eines viermaligen Weltmeisters - oder kurzum: Zum Vergessen. Platz 13 und damit erneut nicht in den Punkterängen. Achtsam schlug sich dagegen auch in seinem erst vierten Formel-1-Rennen Mick Schumacher. Mehr als Rang 18 im lahmen Haas war für den 21 Jahre alten Formel-2-Champion des vergangenen Jahres aber nicht drin, nachdem er nach etwas mehr als der Hälfte überrundet worden war.

Denn die beiden WM-Widersacher vorn machten von Beginn an mächtig Druck. Verstappen wusste es wie Hamilton: Am Start könnte schon eine Vorentscheidung fallen, wer nach 66 Runden auf Schwer-Überholbar-Kurs ins Ziel kommt. Hamilton hatte sich die Pole gesichert, die sage und schreibe 100. in seiner Karriere. Verstappen stand auf Startrang zwei auf der schmutzigeren Innenseite, kam aber super weg, schob sich kurz direkt hinter Hamilton, scherte aus und attackierte den Spanien-Sieger der vergangenen vier Jahre in der ersten Kurve. Und es wurde knapp. Verstappen riskierte eine Berührung, Hamilton wich zurück. Der Herausforderer führte nun das Feld an, der Titelverteidiger war in der Verfolgung.

Die beiden Deutschen kamen erst weiter hinten. Vettel war in der Qualifikation schon nicht über den 13. Platz hinausgekommen. Boden gut machen konnte der nun auch bei Aston Martin weiter kriselnde viermalige Weltmeister zunächst nicht. Im Gegensatz zu Mick Schumacher, der sich erstmal um zwei Ränge verbesserte und sich mit seinem unterlegenen Haas-Rennwagen bis zwischenzeitig auf Platz 16 vorschob.

Verstappen konnte sich nicht absetzen, jegliche Vorsprünge wären auch dahin gewesen, als der Alpha Tauri des japanischen Neulings Yuki Tsunoda stehen blieb und das Safety Car raus musste. Verstappen meisterte auch den stets heiklen Moment, wenn die Fahrer wieder Gas geben dürfen, souverän. Hamilton kam nicht ran. Was tun, was nun?

Den Ruf einer Prozessionsstrecke hat Kurs vor den Toren Barcelonas schon lange. Überholen ist selbst mit den Hilfsmitteln der aktuellen Rennwagen kaum möglich. Dass von 30 Rennen der Sieger 27 Mal aus der ersten Reihe startete, stärkt den Ruf der Strecke. Also würde es vermutlich nur über die Strategie gehen. Die weichste Reifenmischung baute ab, Hamilton setzte Verstappen nun unter Druck, verkürzte den Rückstand auf unter eine Sekunde, als Verstappen zum Reifenwechsel reinfuhr.

Und dann das: 4,2 Sekunden. Nicht selten wechselt die Red-Bull-Crew die vier Räder in unter zwei Sekunden. Der Mercedes-Kommandostand und auch Hamilton wussten, dass das die entscheidende Phase des Rennens sein könnte. Dass Mick Schumachers Teamkollege Nikita Masepin mal wieder negativ auffiel und Hamilton bei blauen Flaggen - Zeichen, einen Konkurrenten überholen zu lassen - veranlasste Teamchef Toto Wolff sogar zu eine Ansage an die Rennleitung.

Auch ein 2,7-Sekunden-Reifenwechsel brachte aus Mercedes-Sicht nicht die erhoffte Wirkung. Hamilton blieb hinter Verstappen, verkürzte aber den Rückstand. Ein Fehler von Verstappen und der 36 Jahre alte Brite wäre wieder vorn. Der Red-Bull-Hoffnungsträger machte keinen Fehler, klagte aber über die Reifen. Als Hamilton nahezu dran war, bog der Brite Richtung Box ab. Wieder auf der Strecke, rief er robotergleich Topzeiten in seinem schwarz lackierten Silberpfeil ab.

Red Bull wagte es und ließ Verstappen draußen: Ein-Stopp-Strategie. Rund 21 Sekunden Vorsprung bei noch gut 20 Runden. Die Hamilton-Jagd war eröffnet. Einmal mehr fuhr der Rekordpilot der Königsklasse in einer eigenen Liga. Teilweise zwei Sekunden in einer Runde machte er gut. «Ich werde am Ende des Rennens keine Reifen mehr übrig haben», funkte er angesichts der aggressiven Strategie. Bei Verstappen werde es noch weniger sein, kam die Antwort vom Kommandostand. In der 60. Runde musste der Niederländer Hamilton vorbei ziehen lassen, die Entscheidung war gefallen, um wenigstens noch einen Zusatzpunkt zu ergattern, ließ er sich noch mal die weichen Reifen aufziehen.

Lewis Hamilton hat mit einer taktischen Meisterleistung und großem fahrerischen Können die nächste Attacke von Max Verstappen abgewehrt.

Der siebenmalige Formel-1-Champion ließ sich auch von einer erfolgreichen Attacke des Niederländers gleich in der ersten Kurve nicht beeindrucken und konterte mit einer famosen Aufholjagd nach einem zweiten Boxenstopp beim Großen Preis von Spanien.

Nach seiner 100. Pole fuhr Hamilton auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya am Sonntag seinen 98. Grand-Prix-Sieg und den fünften Erfolg auf dem Schwer-Überholbar Kurs in Serie heraus. Dritter wurde Hamiltons-Teamkollege Valtteri Bottas im zweiten Mercedes.

Verstappen blieb bei der Reifenzockerei nur Rang zwei, sechs Runden vor Schluss zog Hamilton an dem 23-Jährigen in dessen 100. Rennen für Red Bull vorbei. Nichts wurde es mit dem Triumph am Ort seines ersten Formel-1-Sieges vor fünf Jahren als jüngster Pilot der Motorsport-Königsklasse. Im Klassement wuchs Hamiltons Vorsprung vor dem Klassiker in zwei Wochen in Monaco auf 14 Punkte.

Im Windschatten des WM-Kampfs erlebte Sebastian Vettel ein weiteres Rennen unter den Ansprüchen eines viermaligen Weltmeisters - oder kurzum: Zum Vergessen. Platz 13 und damit erneut nicht in den Punkterängen. Achtsam schlug sich dagegen auch in seinem erst vierten Formel-1-Rennen Mick Schumacher. Mehr als Rang 18 im lahmen Haas war für den 21 Jahre alten Formel-2-Champion des vergangenen Jahres aber nicht drin, nachdem er nach etwas mehr als der Hälfte überrundet worden war.

Denn die beiden WM-Widersacher vorn machten von Beginn an mächtig Druck. Verstappen wusste es wie Hamilton: Am Start könnte schon eine Vorentscheidung fallen, wer nach 66 Runden auf Schwer-Überholbar-Kurs ins Ziel kommt. Hamilton hatte sich die Pole gesichert, die sage und schreibe 100. in seiner Karriere. Verstappen stand auf Startrang zwei auf der schmutzigeren Innenseite, kam aber super weg, schob sich kurz direkt hinter Hamilton, scherte aus und attackierte den Spanien-Sieger der vergangenen vier Jahre in der ersten Kurve. Und es wurde knapp. Verstappen riskierte eine Berührung, Hamilton wich zurück. Der Herausforderer führte nun das Feld an, der Titelverteidiger war in der Verfolgung.

Die beiden Deutschen kamen erst weiter hinten. Vettel war in der Qualifikation schon nicht über den 13. Platz hinausgekommen. Boden gut machen konnte der nun auch bei Aston Martin weiter kriselnde viermalige Weltmeister zunächst nicht. Im Gegensatz zu Mick Schumacher, der sich erstmal um zwei Ränge verbesserte und sich mit seinem unterlegenen Haas-Rennwagen bis zwischenzeitig auf Platz 16 vorschob.

Verstappen konnte sich nicht absetzen, jegliche Vorsprünge wären auch dahin gewesen, als der Alpha Tauri des japanischen Neulings Yuki Tsunoda stehen blieb und das Safety Car raus musste. Verstappen meisterte auch den stets heiklen Moment, wenn die Fahrer wieder Gas geben dürfen, souverän. Hamilton kam nicht ran. Was tun, was nun?

Den Ruf einer Prozessionsstrecke hat Kurs vor den Toren Barcelonas schon lange. Überholen ist selbst mit den Hilfsmitteln der aktuellen Rennwagen kaum möglich. Dass von 30 Rennen der Sieger 27 Mal aus der ersten Reihe startete, stärkt den Ruf der Strecke. Also würde es vermutlich nur über die Strategie gehen. Die weichste Reifenmischung baute ab, Hamilton setzte Verstappen nun unter Druck, verkürzte den Rückstand auf unter eine Sekunde, als Verstappen zum Reifenwechsel reinfuhr.

Und dann das: 4,2 Sekunden. Nicht selten wechselt die Red-Bull-Crew die vier Räder in unter zwei Sekunden. Der Mercedes-Kommandostand und auch Hamilton wussten, dass das die entscheidende Phase des Rennens sein könnte. Dass Mick Schumachers Teamkollege Nikita Masepin mal wieder negativ auffiel und Hamilton bei blauen Flaggen - Zeichen, einen Konkurrenten überholen zu lassen - veranlasste Teamchef Toto Wolff sogar zu eine Ansage an die Rennleitung.

Auch ein 2,7-Sekunden-Reifenwechsel brachte aus Mercedes-Sicht nicht die erhoffte Wirkung. Hamilton blieb hinter Verstappen, verkürzte aber den Rückstand. Ein Fehler von Verstappen und der 36 Jahre alte Brite wäre wieder vorn. Der Red-Bull-Hoffnungsträger machte keinen Fehler, klagte aber über die Reifen. Als Hamilton nahezu dran war, bog der Brite Richtung Box ab. Wieder auf der Strecke, rief er robotergleich Topzeiten in seinem schwarz lackierten Silberpfeil ab.

Red Bull wagte es und ließ Verstappen draußen: Ein-Stopp-Strategie. Rund 21 Sekunden Vorsprung bei noch gut 20 Runden. Die Hamilton-Jagd war eröffnet. Einmal mehr fuhr der Rekordpilot der Königsklasse in einer eigenen Liga. Teilweise zwei Sekunden in einer Runde machte er gut. «Ich werde am Ende des Rennens keine Reifen mehr übrig haben», funkte er angesichts der aggressiven Strategie. Bei Verstappen werde es noch weniger sein, kam die Antwort vom Kommandostand. In der 60. Runde musste der Niederländer Hamilton vorbei ziehen lassen, die Entscheidung war gefallen, um wenigstens noch einen Zusatzpunkt zu ergattern, ließ er sich noch mal die weichen Reifen aufziehen.