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CHIO in Aachen

Schaulaufen der WM-Kandidaten: Routiniers gefordert

Aachen (dpa)

Der CHIO in Aachen, das größte Reitturnier der Welt, ist für Bundestrainer Otto Becker wichtiger Teil der WM-Sichtung. Nach dem Sieg im Nationenpreis ist ein routiniertes Kandidaten-Trio gefordert.

Von Claas Hennig und Michael Rossmann, dpa

Springreiter André Thieme ist für die WM klar «Kandidat Nummer eins». Foto: Uwe Anspach/dpa

Einen Tag nach dem Triumph im Nationenpreis schaute Springreiter André Thieme seinen Kolleginnen und Kollegen zu, wie sie beim CHIO in Aachen um den Preis von Nordrhein-Westfalen ritten.

Den zweiten Sieg des Amerikaners McLain Ward bei einem bedeutenden Springen bei der diesjährigen Auflage des weltweit größten Turniers konnte der Europameister in aller Gelassenheit verfolgen.

Der 47-Jährige aus Plau am See ist derzeit mit seiner Stute Chakaria der Vorreiter in der Equipe von Bundestrainer Otto Becker und muss niemandem etwas beweisen. Spätestens mit seinem Auftritt im Team-Wettbewerb am Vortag unterstrich er seine aktuelle Führungsrolle und gilt bei Becker für die WM im August in Herning als gesetzt: «André ist klar der Kandidat Nummer eins.»

Kandidaten für das Championat in Dänemark

Der Bundestrainer hat in diesem Jahr eine vergleichsweise große Auswahl an WM-Kandidaten. Hoffnung dürfen sich auch Thiemes Team-Mitglieder in Aachen machen: Christian Kukuk aus Riesenbeck mit Mumbai, Janne Friederike Meyer-Zimmermann (Pinneberg) mit Messi und die in Belgien lebende Jana Wargers mit Limbridge.

«Das heißt nicht zwangsläufig, dass sie nominiert werden», schränkte der Coach nach dem umjubelten Sieg in der mit einer Million Euro dotierten Prüfung ein. Und er gab zu, dass es über die Aufstellung «schon kleinere Diskussionen» gegeben habe. Denn er hatte bei seinem Aachen-Team auf einige prominente Reiter verzichtet.

«Natürlich haben wir auch einige erfahrene Reiter, die schon oft im Team waren. Aber wir haben mal andere Reiter zusammenbringen wollen, um die richtigen Paare im Hinblick auf die WM zu finden», sagte der Bundestrainer.

Als Kandidaten für das Championat in Dänemark gelten neben den vier Paaren aus dem CHIO-Quartett auch Marcus Ehning aus Borken mit Stargold, Christian Ahlmann (Marl) mit Dominator und der ebenfalls in Belgien lebende Daniel Deußer mit Killer Queen. «Das ist eine interessante Woche hier und eine komplizierte Nominierung», sagte Becker. Das Trio hat in den verbleibenden Turniertagen von Aachen die «Möglichkeit, sich zu empfehlen», sagte der Bundestrainer: «Sie müssen Gas geben.»

US-Reiter Ward gewinnt Preis von Nordrhein-Westfalen

Immerhin erreichten im mit 200.000 Euro dotierte Preis von Nordrhein-Westfalen zwei aus dem Routinier-Trio das Stechen: Ahlmann wurde mit Dominator Neunter und verpasste nur durch einen Abwurf am letzten Hindernis Platz zwei. Deußer wurde mit Killer Queen 14. von 16 Startern im Stechen. Ehning hatte im Umlauf auf Stargold einen Abwurf und vergab die Chance aufs Stechen.

Bester Deutscher Reiter war Christian Kukuk auf Nice als Fünfter. Er blieb im Stechen ohne Fehler. Philip Weishaupt ebenfalls aus Riesenbeck wurde nach einem Abwurf mit Coby Achter.

An Sieger Ward kam niemand heran. Wie schon zuvor beim Preis von Europa waren der 46 Jahre alte Reiter und der 13 Jahre alte Wallach Contagious nicht zu schlagen und gewannen mit dem schnellsten fehlerfreien Ritt. «Er war wieder super drauf», meinte der zweimalige Team-Olympiasieger.

Die gute Nachricht auch für die deutschen Reiter: Im Großen Preis wird Ward nicht wieder mit Contagious starten. Der schwierigste Grand Prix der Welt ist gerade für die deutschen WM-Kandidaten noch einmal eine gute Gelegenheit, sich nachhaltig beim Bundestrainer zu empfehlen.

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