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Neuer Ärger um die Regulierung von Sportwetten

Sportwetten sind in Deutschland sehr beliebt. Doch jetzt gibt es neuen Ärger rund um die Regulierung. 

Allgemeine Zeitung

Foto: Photo by Tevarak Phanduang on Unsplash

Neuer Ärger bei Sportwetten: Erlaubnisverfahren ausgesetzt

Es klang so positiv. Sportwetten im Netz und Online-Glücksspiel sollten endlich reguliert werden. Und nun? Jetzt gibt es neuen Ärger und das Erlaubnisverfahren steht erst einmal still. In diesem Fall ist es jedoch besonders ärgerlich, da nicht nur sämtliche Anträge auf dem Tisch liegen und Entscheidungen schon hätten getroffen werden können. Dennoch entschied das Verwaltungsgericht Darmstadt auf den Antrag eines österreichischen Sportwetten-Anbieters dahingehend, dass das Verfahren gestoppt werden muss. Dieser Artikel schaut sich das Thema genauer an.

Sportwetten haben in Deutschland nach wie vor einen schweren Stand - jetzt wurde das Erlaubnisverfahren ausgesetzt. Man darf gespannt sein, wann alles abschließend geregelt ist.  Foto: Photo by Emilio Garcia on Unsplash

Wie sieht der Markt in Deutschland aus?

Sportwetten-Anbietern muss an und für sich Respekt gezollt werden. Bereits 2012 wurden den Anbietern Konzessionen in Aussicht gestellt, wenn sie sich in einem ordentlichen Verfahren für diese Konzessionen bewerben. Sie taten es, doch es geschah nichts, bis ein Frankfurter Gericht urteilte, dass die damaligen Bewerbungen zu bearbeiten seien und somit Konzessionen vergeben werden müssten. Nun sollen Sportwetten und Onlineglücksspiel gleichermaßen in den kommenden Glücksspielstaatsvertrag aufgenommen werden, der Mitte nächsten Jahres in Kraft tritt. Wer sich nun fragt, warum es trotzdem Anbieter gibt, der muss sich den Markt genauer anschauen. Auf www.sportwetteonline.de wird ein großer Überblick über viele Anbieter geboten, die auch auf dem deutschen Markt aktiv sind.

Der Grund für deren Wirken ist im Lizenzen-Wirrwarr zu finden:

-      Schleswig-Holstein – das Bundesland akzeptierte den jetzigen Glücksspielstaatsvertrag erst später, vergab jedoch vorab eigene Lizenzen. Diese betrafen auch Sportwetten-Anbieter.

-      EU-Recht – das EU-Recht erlaubt das Online-Glücksspiel und Sportwetten. Das EU-Recht sieht keine Landesgrenzen vor, sodass es unerheblich ist, wo innerhalb der EU ein Anbieter lizenziert ist. Viele Sportwetten-Anbieter arbeiten seither mit einer Lizenz aus Malta.

Das Ganze sorgt also für ein großes Durcheinander, bei dem die Nutzer nicht selten heillos überfordert sind. Wahrscheinlich dürfte auch dies ein Grund sein, warum Online-Wettanbieter auch mit einer EU-Lizenz bisher kaum behelligt wurden. Es ist also dringend notwendig, dass die Regulierung endlich vonstattengeht, so dass für alle Seiten Rechtssicherheit geschaffen wird. Nur so kann sich die Branche letztlich sinnvoll entfalten. Zudem lassen sich so auch einheitliche Regelungen in Bezug auf den Spielerschutz durchsetzen.

Warum wurde das Verfahren ausgesetzt?

Ein Sportwetten-Anbieter aus Österreich hatte dem Verwaltungsgericht Darmstadt belegt, dass das Vergabeverfahren rund um die Lizenzierung nicht transparent und diskriminierungsfrei geschieht. Dies genügte dem Verwaltungsgericht, um das Bewilligungsverfahren bis auf Weiteres zu stoppen.

Genauere Erklärungen gibt es nicht. Fakt ist, dass die bewilligungsreifen Anträge bereits auf den Tischen der Ministerpräsidenten liegen, die letztlich die Entscheidung für oder gegen eine Bewilligung einer Konzession treffen müssen. Welche Anträge dies sind, lässt sich überwiegend mutmaßen. Doch da das Gericht in Frankfurt entschied, dass die damaligen Bewerbungen zulässig seien, ist davon auszugehen, dass sich viele Sportwetten-Anbieter, die 2012 schon auf eine Konzession hofften, auch jetzt wieder bewarben.

Doch selbst der Präsident des Sportwettenverbands sieht Fehler, wenn er von »einer vermeidbaren Situation« spricht. Ob die Anforderungen rund um die Anträge vorab nicht über die Landesgrenzen hinaus kommuniziert wurden, müssen die Verantwortlichen selbst prüfen.

Fazit – hoffentlich nur ein Stolperstein

Es bleibt zu hoffen, dass der Stopp nur kurzweiliger Dauer ist und das Erlaubnisverfahren bald weitergeht. Denn es ist sicher, dass auch künftig Sportwetten weiterhin angeboten werden, zur Not mit der vorhandenen EU-Lizenz. Um jedoch endlich die Grauzone, in der sich unweigerlich jeder Tipper begeben muss, zu verlassen, sind ordentliche Konzessionen aus Deutschland notwendig.

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