IOC-Regel für Olympia

Athleten Deutschland: Kritik an Verbot von Protestaktionen

Berlin (dpa) - Die Verein Athleten Deutschland hat das Festhalten des Internationalen Olympische Komitees (IOC) am Verbot von Protestaktionen auf dem Siegerpodium und in den Arenen kritisiert.

dpa

Die Athleten Deutschland haben das Festhalten des IOC am Verbot von Protestaktionen auf dem Siegerpodium kritisiert. Foto: Koji Sasahara

Das IOC hatte mitgeteilt, dass die betreffende Regel 50 der Olympischen Charta in dieser Hinsicht unverändert bleibe, es berief sich dabei auf eine Umfrage seiner Athletenkommission mit. Die Regel 50 untersagt jegliche politische, religiöse oder rassistische Demonstration oder Propaganda bei Olympia.

«Es sollte den Athlet*innen freigestellt sein, sich jederzeit friedlich zu den Werten unserer freiheitlichen-demokratischen Gesellschaft bekennen zu können. Friedlicher Protest muss möglich sein – auch in den Arenen», schrieb Athleten Deutschland auf der Webseite.

Konkret hatten sich laut IOC bei seiner Umfrage 70 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dagegen ausgesprochen, Meinungsäußerungen an den Wettkampfstätten oder bei offiziellen Zeremonien zu erlauben. 67 Prozent wollten am Verbot für solche Aktionen auf Siegerpodien festhalten.

Sportliche Leistungen sollten angemessen und ungestört gewürdigt werden, betonte auch Athleten Deutschland. Davon unbenommen bleibe aber, «dass Menschenrechte wie die Meinungsfreiheit universell gelten», hieß es weiter. Die Meinungsfreiheit ermögliche Machtkritik und schütze dabei gerade die Haltungen von Minderheiten.

«Wir bezweifeln deshalb, ob ein Umfrageergebnis Grundlage für eine pauschale Einschränkung der Meinungsfreiheit sein kann.» Ihre Einschränkung solle nicht durch eine Abfrage ermöglicht und legitimiert werden. Neben deutschen Athletenvertretern hatten zuletzt unter anderen auch US-Sportler im Zuge von Anti-Rassismus-Protesten bei Wettkämpfen den Druck auf das IOC in dieser Frage erhöhen wollen.

© dpa-infocom, dpa:210422-99-314508/2

Startseite