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IOC-Präsident

Bach bietet Japan medizinisches Personal für Olympia an

In Japan regt sich zunehmend Widerstand gegen die in zwei Monaten geplanten Olympischen Spiele. IOC-Präsident Bach bekräftigt einmal mehr, dass die Spiele «sicher» stattfinden könnten. Und bietet den Gastgebern weitere Hilfe an.

dpa

IOC-Präsident Thomas Bach hat Japan medizinisches Personal für die Olympischen Spiele angeboten. Foto: Franck Robichon

Tokio (dpa) - Der Widerstand in Japan gegen Olympia wächst weiter, auch Mediziner plädieren für eine Absage, doch die Verantwortlichen bleiben stur.

Zwei Monate vor den geplanten Olympischen Spielen will der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, die japanischen Gastgeber mit medizinischem Personal unterstützen. Das IOC habe dem japanischen Organisationskomitee zusätzliches medizinisches Personal als Teil der nationalen Delegationen angeboten, um den medizinischen Betrieb und «die strikte Implementierung der Covid-19-Maßnahmen im Olympischen Dorf und den Wettkampfstätten zu unterstützen», sagte Bach zum Auftakt einer dreitägigen letzten Sitzung der IOC-Koordinierungskommission.

Japans Organisationschefin Seiko Hashimoto begrüßte Bachs Angebot. Man werde jetzt besprechen, wie dies umgesetzt werden könne. In Japan mehrten sich zuletzt die Rufe nach einer Absage der Spiele. In Umfragen spricht sich eine deutliche Mehrheit gegen die Spiele aus.

Und auch Krankenschwestern sowie zuletzt ein Verband von rund 6000 Ärztinnen und Ärzten in Tokio plädierten dafür, das Sportspektakel abzusagen. Die Krankenhäuser hätten keine Kapazitäten mehr. «Wir halten es für die richtige Wahl, ein Ereignis abzusagen, das die Anzahl der Infektionen und Todesfälle erhöhen könnte», heißt es in einem Brief an Bach, die japanische Regierung und die Olympia-Macher. Viele Japaner beklagen zudem den weiterhin äußerst langsamen Impfprozess. Bisher sind lediglich knapp zwei Prozent der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft worden.

Bach bekräftigte jedoch erneut die Entschlossenheit des IOC, zusammen mit Japans Olympia-Machern «sichere Spiele für jeden» zu veranstalten. «Das wichtigste Prinzip ist sehr klar. Das Olympische Dorf ist ein sicherer Ort, und die Olympischen und Paralympischen Spiele werden auf sichere Weise organisiert», erklärte der in Tokio per Video zugeschaltete IOC-Chef. Bis zu den Spielen würden mehr als 80 Prozent der Bewohner des Olympischen Dorfes geimpft sein. Die Spiele waren wegen der weiter andauernden Pandemie um ein Jahr auf diesen Sommer verlegt worden.

Ausländische Gäste haben Japans Olympia-Macher bereits von den Spielen ausgeschlossen. Spätestens im Juni soll die Frage geklärt werden, ob einheimische Zuschauer bei den Wettkämpfen zugelassen werden. Alle Olympioniken müssen sich prinzipiell täglich auf das Coronavirus testen lassen. Alle Teilnehmer der Spiele dürfen prinzipiell nur das tun, was sie vorab in Plänen an Aktivitäten aufgeführt haben. Sie dürfen sich zudem nur in zugewiesenen Fahrzeugen bewegen; die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist verboten. Auch das Essen ist nur an bestimmten Orten mit Anti-Corona-Maßnahmen wie den Kantinen an den Wettkampfstätten, Restaurants im Olympischen Dorf sowie in den Unterkünften erlaubt.

© dpa-infocom, dpa:210519-99-656399/3

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