Ehemaliger Nationalspieler

Jimmy Hartwig lobt Hertha BSC für Reaktion im Fall Lehmann

Berlin (dpa) - Der ehemalige Integrationsbotschafter Jimmy Hartwig hat die rassistische Äußerung von Jens Lehmann noch einmal aufs Schärfste verurteilt und die Reaktion von Hertha BSC gelobt.

dpa

Ehemaliger Integrationsbotschafter und Fußballprofi: Jimmy Hartwig. Foto: Andreas Gebert

«Ich finde ganz toll, dass Hertha BSC gleich die Konsequenzen gezogen hat und hat ihn von seinem Amt enthoben, weil so was kann man nicht sagen», sagte der ehemalige Nationalspieler im Interview mit dem Nachrichtensender «Welt» am Mittwoch. Ex-Torhüter Lehmann hatte Dennis Aogo als «quotenschwarzen» in einer Whatsapp-Nachricht bezeichnet, die Aogo anschließend in einer Instagram-Story veröffentlichte.

Die Entschuldigung Lehmanns hätte Hartwig anstelle von Aogo nicht angenommen. «Das ist keine Entschuldigung gewesen.» In der Nachricht sei «ein Eindruck entstanden, für den ich mich im Gespräch mit Dennis entschuldigt habe», twitterte Lehmann. Dazu Hartwig: «Entschuldigen kann man sich immer, man muss sich aber vorher überlegen, was man für einen Blödsinn redet. Gerade im Rassismus-Thema.»

Als Botschafter für Fair Play, Vielfalt und Respekt des Deutschen Fußball-Bundes legt Hartwig viel Wert auf den Kampf gegen Rassismus. «Es ist ein weiter Weg in die Köpfe dieser Menschen.» Vor allem setze er auf Gespräche mit jungen Leuten. Den «alten Knackern» könne man das nicht mehr in den Kopf kriegen, so Hartwig. «Solange ich lebe, werde ich gegen Rassismus kämpfen und versuchen, den Menschen das in den Kopf reinzuhämmern, dass es nicht darauf ankommt, wie jemand aussieht, ob er gelb ist, rot ist, schwarz ist.»

© dpa-infocom, dpa:210505-99-483801/3

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