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Sommerspiele in Tokio

«Top, top, top»: Die Arenen begeistern die Olympioniken

Tokio (dpa)

Es gibt viel zu kritisieren an den Olympischen Spielen in Tokio, an den Umständen und den Beschränkungen durch die Pandemie. Keine Reklamationen gibt es an den Sportstätten. Im Gegenteil.

Von Andreas Schirmer, dpa

Die Athleten sind auch vom Kasai Canoe Slalom Centre begeistert. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Atemberaubend, fantastisch, super, wunderschön. Die deutschen Olympia-Athleten sind von den Arenen und Wettkampfstätten bei den Tokio-Spielen begeistert und geben ihnen Bestnoten.

«Es ist besonders gut. Hut ab», meinte Beachvolleyballerin Margareta Kozuch, die mit Laura Ludwig im Shiokaze Park, unweit der Regenbogenbrücke, im Sand um eine Olympia-Medaille kämpft. «Es ist ein richtig schönes Stadion», pflichtete Sportart-Kollege und Vizeweltmeister Clemens Wickler bei. Da komme auch ohne Zuschauer «olympisches Flair» auf.

«Die Strecke ist atemberaubend. Die Hindernisse wurden so gesteckt, dass sie für jeden Kanusportler eine Herausforderung sind, die Ideallinie herauszufinden», schwärmte der Olympia-Dritte Sideris Tasiadis über das Kasai Canoe Slalom Centre. Nur das Wasser sei sehr warm und dadurch weich: «Man hat auf dem Paddel nicht so viel Kraft.»

Kaltes Wasser dank Umwälzpumpen

Viel Energie kostet es, wenn für die Triathleten das Wasser zu warm ist. Deshalb haben die Japaner die Temperatur an der Schwimmstrecke im Odaiba Marine Park vor dem Panorama von Tokios Wolkenkratzer mit installierten Umwälzpumpen unter 30 Grad Celsius abgekühlt. «Das ist ein wahnsinniges Unterfangen und ein enormer Invest gewesen», meinte Triathlon-Sportdirektor Jörg Bügner und attestierte: «Dieser Wettkampf hat absolut olympisches Format.» Nach den Triathleten profitieren davon nächste Woche ebenso die Freiwasserschwimmer. «Total schön», sagte Lena Hentschel, die mit Tina Punzel im in blau gehaltenen Becken des Tokyo Aquatics Centre im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett Bronze fischte. Dabei kam das Duo besonders gut mit den Sprungbrettern klar: «Die haben uns guten Schwung mitgegeben.»

Sportschütze Christian Reitz schwärmte von der modernisierten Asaka Shooting Range, auf der bereits 1964 bei den Sommerspielen um Medaillen geschossen wurde. «Die Schießanlage ist sehr schön, selbst die für die Qualifikationen», berichtete der 34 Jahre alte Olympiasieger mit der Schnellfeuerpistole von 2016. «Die Finalhalle ist es allein wert, um dort hinkommen zu wollen.» Höchst zufrieden war auch Bogenschützin Lisa Unruh mit den Bedingungen im Yumenoshima Park Archery Field. «Es ist eine ganz wunderbare Anlage. Der Hintergrund ist lila - ich mag lila», sagte die Olympia-Dritte.

Völlig begeistert waren die Dressurreiterinnen von dem Equestrian Park in Baji Koen, wo Josef Neckermann schon 1964 mit der Mannschaft Gold holte. «Die Reitanlage ist fantastisch. Es ist unglaublich jammerschade, dass das Stadion leer war», meinte Isabell Werth, die mit Jessica von Bredow-Wendl und Dorothee Schneider die Equipe bildete. «Die Anlage kann man nicht besser machen. Das ist alles top, top, top», huldigte Schneider den Ort des deutschen Triumphes. Bredow-Wendl und Werth ritten auch noch im Einzel zu Gold und Silber.

Top gepflegter Golfplatz

Selbst der deutsche Golfer und Globetrotter Maximilian Kieffer staunte über den East Course des Kasumigaseki Country Clubs. «Der Platz ist sehr schön designt. Er ist irgendwie einzigartig», meinte er. «Ich habe länger darüber nachgedacht, aber mir fällt kein Platz ein, weder in Europa noch in Amerika, der ähnlich wäre.» Angetan war ebenso Hurly Long von den Greens und Fairways: «Ich finde den Platz wunderschön und liebe Golfplätze, die top gepflegt sind.»

Auch der Ariake Tennis Park, nur wenige Minuten vom olympischen Dorf entfernt, konnte im Urteil der von exzellenten Courts verwöhnten Tennisspieler bestehen. «Ich finde es megacool», befand Profi Jan-Lennard Struff. «Es ist eine super Anlage.»

Insgesamt 43 Arenen

In den insgesamt 43 Arenen werden bis zum 8. August 339 Wettbewerbe ausgetragen. Acht sind komplett neu errichtet und zehn nur temporär aufgebaut worden. Die weiteren 25 waren bereits bestehende Sportstätten, die für die Sommerspiele teilweise modernisiert wurden.

«Es sind faszinierende Sportstätten, wie ich sie auf dem Niveau im Leben noch nie gesehen habe», meinte der deutsche Teamchef Alfons Hörmann. «Das sind die schönsten Stadien, die mir im Leben begegnet sind.» Die «bittere Pille» sei: Die Stadion sind weitgehend leer.

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