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Olympische Spiele

Verbandspräsident fordert Start von Prothesenspringer Rehm

Berlin (dpa)

Von dpa

Kämpft um die Olympia-Teilnahme: Protesenspringer Markus Rehm. Foto: Michael Kappeler/dpa/Archivbid

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, hat einen Olympia-Start von Prothesen-Weitspringer Markus Rehm gefordert.

«Es gibt keine Argumente mehr, eine Olympia-Teilnahme von Markus Rehm zu verwehren», sagte Beucher (74).

Der Leverkusener Rehm versucht, über eine Sondergenehmigung an den Olympischen Spielen in Tokio teilzunehmen. Ein entsprechender Antrag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) liegt dem Deutschen Olympischen Sportbund vor, wie der DOSB am Sonntag der dpa betätigte. Rehm werde für Japan nominiert «unter der Voraussetzung, dass eine entsprechende Startgenehmigung vorliegt.» Der Leichtathletik-Weltverband lehnte das DSV-Ansinnen mittlerweile ab; eine Antwort des Internationalen Olympischen Komitees steht noch aus.

Dank an DLV und DOSB

«Wir bedanken uns beim DLV und beim DOSB für die Initiative. Jetzt hat das IOC die große Chance, am Beispiel Markus Rehm praktisch umzusetzen, was in der letztjährigen Erklärung des Executive Board auch mit Blick auf Inklusion verkündet wurde», sagte Beucher.

Der 32-jährige Rehm hatte bei den Leichtathletik-Meisterschaften Anfang Juni in Braunschweig, wo er außerhalb der Wertung 8,29 Meter sprang, seine Forderung bekräftigt. Er will bei Olympia starten, es reicht ihm auch in einer getrennten Wertung von den Nichtbehinderten. In der Leichtathletik wird immer wieder diskutiert, ob seine Hightech-Carbonprothese Rehm einen Vorteil verschafft oder nicht.

Der Weltverband lässt Behinderte bei seinen Titelkämpfen nicht mehr zu, nachdem er den südafrikanischen 400-Meter-Läufer Oscar Pistorius bei der WM 2011 und bei Olympia 2012 starten lassen musste. Pistorius hatte dies beim Internationalen Sportgerichtshof erstritten. Im vergangenen Jahr gab es vom Cas ein weiteres wegweisendes Urteil: Danach müssen nicht mehr die Sportler beweisen, keinen Vorteil durch Prothesen zu haben, dieser muss ihnen nachgewiesen werden.

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