US-Kultur

Fünf Gründe, warum die USA so gespalten sind

Münster

Hier Hamburger und Barbecue, dort Yuppiepartys und Yoga: Warum sind die USA eigentlich so gespalten? Fünf Gründe, die in der derzeitigen Debatte eine Rolle spielen.

Claudia Kramer-Santel

An Präsident Donald Trump scheiden sich in den USA die Geister. Aber auch ohne ihn ist das Land gespalten. Foto: Alex Brandon (dpa)

Warum sind die USA eigentlich so gespalten? Das Ganze begann nicht erst mit Donald Trump. Es hat eine lange Geschichte, die sich durch den Alltag zieht: fünf Gründe.

Wirtschaftsleben: Die US-Ostküste mit New York, Philadelphia und Washington und die Westküste mit dem technologischem Herz im „Silicon Valley“ bilden wirtschaftlich und politisch die Definitionsmacht der USA. Die Menschen dazwischen kommen sich als abgehängte Bewohner einer „Überflugzone“ vor. Die Bedeutung des „Rust Belts“ im Mittleren Westen mit den alten Zentren der Stahl- und Autoindustrie ist immer mehr gesunken.

Stadt und Land: Es gibt eine völlig unterschiedliche Kultur des Stadt- und des Landlebens. Sie differiert viel stärker als beispielsweise in Deutschland. Während die Menschen auf dem Land deftig essen, Kappen tragen und gerne Auto fahren, gibt es in den Metropolen eine ausgeprägte Biokultur, Jogging, Yoga etc.

Universitätskultur: Es gibt einen ausgeprägten Bruch im Alltagsverhalten zwischen Menschen mit akademischen Hintergrund und ohne. Die akademischen Zentren mit ihrer Internatskultur formen einen anderen Lebensstil. Sie befinden sich dabei auch an Stellen, wo man sie nicht vermutet. Ein Beispiel ist Austin in Texas, wo der ehemalige sozialistische griechische Finanzminister Yanis Varoufakis lehrt. Dort prägt ein durchweg linker und liberaler Ethos, eine gendergerechte Sprache und ein internationaler Geist das Geschehen. Menschen ohne Collegeabschluss reden dagegen wesentlich schnodderiger. Trump hat als Bauunternehmer die direkte Sprache auf den Baustellen aufgesogen und kopiert sie. Dies ist Teil seines Erfolgs: Er wird von einfachen Menschen verstanden, die das akademische Leben elitär finden.

Umgang mit Globalisierung: David Goodhart hat mit seinem Buch „The Road to Somewhere“ treffend beschrieben, wie die Anforderungen der Globalisierung die Lager vertiefen. Auf der einen Seite die global und mobil denkenden „Anywheres“, die die vergangenen Jahrzehnte dominieren, dagegen die „Somewheres“, deren Leben durch durch Familie, Heimat und Nation bestimmt werden. Um den Populismus zu bremsen, müsse man mehr auf ihre Gefühle achten. Sie seien keineswegs alle rückständig.

Politische Haltungen: Bestimmte politische Themen prägen besonders auf dem Land um im Süden das Weltbild und spalten die Bevölkerung. Ein Beispiel ist die positive Einstellung gegenüber Waffen. Das Grundrecht, eine Waffe zu besitzen und zu tragen, ist für viele Menschen essenziell, auch aus Misstrauen zum Staat, sie zu beschützen. Sie symbolisieren Individualismus.

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