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TV-Tipp

Ein furchtbares Geheimnis - «Das Mädchen aus dem Bergsee»

Ein schauriger Leichenfund in idyllischer Landschaft sorgt für allerhand Aufregung in Tirol. Ein ZDF-Landkrimi.

dpa

Taucher haben eine junge Tote (Lisa Stadler) aus dem Bergsee geborgen - die Ermittlungen übernimmt Alexander Yüsüf-Demir (Dominik Raneburger). Foto: Laab Heinz

Berlin (dpa) - Montag ist eigentlich Krimitag im ZDF - aber nicht zu Pfingsten. Also weichen die Programmplaner diese Woche auf den Mittwoch aus. Im Landkrimi «Das Mädchen aus dem Bergsee» (20.15 Uhr) ist neben einem Mordfall auch die Famile der Ermittlerin großes Thema.

Im schönen Ötztal in Tirol wird die weniger schöne Leiche einer jungen Frau aus einem Bergsee geborgen. Kommissarin Lisa Kuen (Patricia Aulitzky) hat hier ihre Kindheit verbracht, verzichtet aufgrund der aktuellen Entwicklung spontan auf ihren Urlaub und stößt so ihren ehrgeizigen Kollegen Alex Yüsüf-Demir (Dominik Raneburger) vor den Kopf, der prompt seine Karriere gefährdet sieht.

Schnell wird klar, dass die Frau nicht ertrank, sondern erwürgt worden ist. Die Ermittler recherchieren zunächst in einem Innsbrucker Bordell, in dem das junge Opfer Frieda als Prostituierte gearbeitet hat. Die beste Freundin Tamara (Maresi Riegner) weiß angeblich nichts davon, dass Frieda auf der Suche nach ihren leiblichen Eltern war.

Patricia Aulitzky (41, «Blind ermittelt», «Das Glück ist ein Vogerl») spielt hier eine ausgesprochen unkonventionelle, ja schroffe Frau, die nicht nur bei ihren Kollegen aneckt, sondern auch mit ihrer eigenen Familie große Probleme hat. Seit dem Suizid ihrer älteren Schwester Anna ist das Verhältnis zu ihren Eltern belastet. Ihre Mutter trinkt, ihren Vater (Fritz Egger) hat sie über 20 Jahre nicht gesehen. Sonderlich erbaut ist sie nicht, als er nun als gefeierter Fußballtrainer nach Tirol zurückkehrt.

Lisas Freund ist nicht gut auf sie zu sprechen - obwohl sie ihn verlassen hat, will sie immer noch Sex mit ihm. Kurzum: Diese Kommissarin gilt als Außenseiterin und ist wohl das, was man gemeinhin «unbequem» nennt.

Regisseurin Mirjam Unger (50, «Vorstadtweiber», «Alle Nadeln an der Tanne») hat diesen spannenden Krimi mit viel Lokalkolorit inszeniert. Sie lässt die Kommissare schon mal nach einer Kette mit grünem Smaragd oder einem Topfenstrudel mit Mango suchen. Zudem verknüpft sie - auch mit atmosphärischen Rückblenden - geschickt die familiären Verstrickungen von Lisa mit dem Fall, so dass sie im Grunde nicht mehr ermitteln darf. Was sie natürlich trotzdem macht - und schließlich ein lang gehütetes und furchtbares Geheimnis enthüllt, das am Ende nicht nur sie selbst, sondern auch den Zuschauer förmlich umhaut.

© dpa-infocom, dpa:210524-99-721031/2

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