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TV-Tipp

«Wunderschön!»: Judith Rakers reist an die Donau

Berlin (dpa)

Judith Rakers war jahrelang für die «Inselgeschichten» des NDR an Nord- und Ostsee unterwegs. Nun moderiert sie das Reisemagazin «Wunderschön!» - und tourt zum Einstieg von Passau nach Wien.

Von Ulrike Cordes, dpa

Judith Rakers hat sich in Österreich umgesehen. Foto: Bastian Straschewski/WDR R/dpa

Begeisterung im weltweit einzigen Dackelmuseum in Passau. Genussmomente mit original Marillenknödeln in der Wachau. Oder auch ein geschichtsträchtiger Besuch bei der Urenkelin des 1914 erschossenen österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand auf Schloss Artstetten.

All das sind am Sonntag um 20.15 Uhr Stationen beim Fernseh-Reisemagazin «Wunderschön!» auf WDR und NDR. Judith Rakers, beliebte «Tageschau»-Sprecherin und «3 nach 9»-Moderatorin, wird diese vielseitige «Donaureise - Von Passau nach Wien» mit dem Schiff, per Fahrrad und zu Fuß präsentieren.

Denn Rakers, die lange für die NDR-«Inselgeschichten» an der Nord- und Ostsee unterwegs war, ist neue Moderatorin der seit 2008 laufenden Sendereihe - neben Tamina Kallert, Anne Willmes und Daniel Aßmann. Zunächst vier weitere fest vereinbarte Touren führen sie noch nach Nordspanien und an den Lago Maggiore (Italien) sowie - 2022 ausgestrahlt - in die Lüneburger Heide und nach Cornwall (Großbritannien). «Ich freue mich, dass ich jetzt so viel von der weiten Welt sehen kann», sagt die am Rand von Hamburg lebende Fernsehfrau im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Damit hole sie auch ein wenig nach, womit sie in ihrer Jugend nicht so verwöhnt wurde, wie es heute üblicher sei, erzählt die 45-Jährige. Als Tochter eines alleinerziehenden Physiotherapeuten mit eigener Praxis in Bad Lippspringe bei Paderborn aufgewachsen, wurde sie in den Schulferien anfangs auf einen - von ihr sehr geliebten - Ponyhof in der Umgebung geschickt.

Später ging es auf Busreise in die Berge zum Skilaufen oder höchstens mal in den spanischen Badeort Lloret de Mar. «Das war insofern fürchterlich, als dass ich mich während der gesamten Fahrt übergeben habe. Ich litt unter Reiseübelkeit im Bus», erinnert sich Rakers und lacht. Weitere Reisen etwa nach Jamaika - wie sie derzeit wegen Corona kaum mehr möglich sind - habe sie sich erst als junge Erwachsene geleistet.

Ihre «Wunderschön!»-Touren verlangen der Moderatorin, die dank drei eigener Pferde sportlich gut in Form ist, auch körperlich einiges ab. So ist Rakers im bayerischen Passau trotz Höhenangst in einem Motorschirmflieger in die Luft gegangen. Sie ist an der «Schlögener Schlinge» im Oberen Donautal beim «Trailrunning» mit Führer bergauf, bergab durch Wald und Wiesen gestapft. Sie ist im Fluss Traun im hautengen Neoprenanzug zwischen Hechten und Krebsen getaucht. «Das kommt mir persönlich sehr entgegen. Ich bin sehr naturverbunden und eher der Aktivurlauber», erklärt Rakers, die im heimischen Garten seit drei Jahren Obst und Gemüse anbaut, sich fünf Katzen und 13 Hühner hält.

Rakers erklärt: «Ich habe zwar nichts dagegen, mal in einem schönen Hotel zu wohnen. Ich kann das sehr genießen für ein paar Tage. Aber mir wird da auch schnell langweilig. Wenn ich die Wahl habe, nehme ich aber lieber eine Ferienwohnung oder gleich das Zelt für einen naturnahen Urlaub. Das ist auch eine Abwechslung zum Stehen im künstlich beleuchteten klimatisierten Studio mit Automatikkamera.» Neuseeland etwa würde sie gern einmal mit dem Wohnmobil erkunden.

Sogar in ihrem Pferdetransporter ist Rakers schon in den Urlaub gefahren. «Den habe ich mir als Campingwagen umgebaut - tiefengereinigt und mit Mückennetzen ausgestattet. Für eine Reise nach Schweden, denn dort darf man mitten in der Natur überall eine Nacht campen», erzählt Rakers, «das war ein ganz großartiger Urlaub.» Mit wem sie privat reise, verrät sie allerdings nicht. Ansonsten liebe sie Rügen. Auf die Ostsee-Insel, wo sie viele Freunde gefunden habe, kehre sie immer wieder zurück.

Von den fünf von ihr zunächst vorgestellten «Wunderschön!»-Regionen war der Moderatorin besonders die Lüneburger Heide vertraut. «Dort war ich schon oft gewesen. Wenn man in Hamburg lebt und Reiterin ist, kennt man die Gegend, weil man dort so fantastisch ausreiten kann. An den Heidschnucken vorbei - das ist für Pferd und Reiter ein ganz tolles Abenteuer», schwärmt Rakers vom Naherholungsziel südlich der Elbmetropole, «auch wegen der vielen kleinen Hotels und Gasthöfe, in denen man seine Pferde einstallen könne. Sowie toller Vielseitigkeitsplätze in Dörfern wie Luhmühlen und Mechtersen.»

Persönlich ganz wichtig sei ihr bei allen Reisen auch der kulinarische Teil. «Essen gehört zu meinen absoluten Kernkompetenzen», meint die Moderatorin trocken, «schon bei den «Inselgeschichten» habe ich diesen Aspekt sehr genossen - doch selten zuhause etwas nachvollzogen.»

Denn eigentlich könne sie gar nicht kochen. Rakers fügt aber an: «Durch meinen Selbstversorger-Garten werde ich langsam besser - ich muss die Produkte ja verarbeiten. Jetzt ist nichts mehr mit Fertiggerichten und Tiefkühlkost wie in den ersten Jahrzehnten meines Lebens.» Inzwischen googele sie nach Rezepten, probiere aus, mache typische Anfängerfehler. Gut klappe es bereits mit Marmeladen.

Das Marillenknödel-Rezept aus Dürnstein hat die studierte Journalistin sich für alle Fälle abfotografiert. «Das Problem dabei sind die österreichischen Maßeinheiten - die muss ich erst einmal umrechnen. Aber ich habe mir fest vorgenommen, die Knödel zuzubereiten», resümiert Rakers, «denn das war eines der besten Desserts, die ich im ganzen Leben gegessen habe - einfach zu gut.»

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