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Bläsercombo

LaBrassBanda werden mit «Yoga Symphony No. 1» meditativ

Sie kommen barfuß, in T-Shirts und Lederhosen - und heizen zu normalen Zeiten mit konditionsstarken Live-Auftritten ihrem Publikum ein. Jetzt legen LaBrassBanda ein coronakonform ruhiges Album vor.

dpa

LaBrassBanda lassen es ruhiger angehen. Foto: Sonja Herpich

München (dpa) - Jeder für sich auf der Yogamatte anstatt eng gedrängt auf der Tanzfläche: Mit einem pandemiekonformen Konzertformat geht die Chiemsee-Band LaBrassBanda - barfuß wie immer - neue Wege.

Nach der Uraufführung im vergangenen Herbst bringt die nicht nur in Bayern sehr populäre Bläsercombo um Sänger und Trompeter Stefan Dettl nun das Album «Yoga Symphony No. 1» heraus.

Live hatten die Musiker die kontemplativen Töne im Oktober 2020 im Festspielhaus Neuschwanstein erstmals angeschlagen. An die 150 Besucher verfolgten den Auftritt auf Yogamatten übend oder meditativ der Musik hingegeben.

«Es war eine ganz besondere Erfahrung», sagt Dettl. «Manche haben geweint, mache haben gelacht - es war eine ganz emotionale, schöne Erfahrung.» Hinterher hätten die Fans verlangt: «Wir brauchen die Musik, die ihr da gespielt habt.» So sei über den Winter das Album entstanden: keine «spirituelle» Musik im esoterischen Sinn, sondern ein Experiment, mit dem eigenen Klang «etwas zu finden, was es so noch nicht gibt».

«Joy», «Enjoy», «Earth», «Relax», aber auch «Party» - so heißen die Songs. Meditative Passagen mit langgezogenen Tönen fast wie von Klangschalen oder den Alphorn-ähnlichen Blasinstrumenten der Himalaya-Bewohner wechseln mit schnelleren, rhythmischen Elementen. Das neue Album setzt einen Kontrapunkt zum vorangegangenen. «Danzn» - Hochdeutsch «Tanzen» - hieß es und lockte mit Titeln wie «Hoasse Nacht». Doch heiße Konzertnächte hat Corona verhindert. «'Danzn' haben wir leider noch kein einziges Mal spielen können», sagt Dettl.

Dabei sind für die Band ruhigere Klänge nicht völlig neu. Bei ihrem legendären, in einem Kuhstall aufgenommenen Album «Kiah Royal» war das Publikum extrem entspannt: Stoisch wiederkäuend genossen die Kühe die Musik. Das Rindvieh schafft denn auch die Verbindung zu Yoga-Kult und Indien: «In Bayern ist die Kuh ja auch ein bisschen heilig.»

Und schließlich haben Musiker natürlicherweise einen Bezug zum Yoga, wie Dettl sagt. Atem- und Körperübungen gehörten für sie stets dazu. «Das war uns gar nicht artfremd.» Fans können jetzt schon auf eine Yoga-Fortsetzung hoffen: «Ich glaube, dass es auf alle Fälle eine Yoga-Sinfonie Nummer 2 geben wird - und vielleicht eine Nummer 3.»

Für die nächsten Auftritte hat die Band eine nicht ganz so besinnliche Location gewählt: Im Oktober will sie in einem der berühmtesten Biertempel der Welt, im Münchner Hofbräuhaus, gastieren.

© dpa-infocom, dpa:210427-99-368811/3

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