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Klimaschützer

Verschiebung der Weltklimakonferenz gefordert

Glasgow (dpa)

In rund zwei Monaten wollen die Vereinten Nationen in Glasgow bei einer Präsenzveranstaltung in großem Stil über das Klima beraten. Nun regt sich erheblicher Protest.

Von dpa

Demonstranten fordern in Bonn mit einem Modell der Erdkugel mit der Aufschrift "Klima retten" und einer weiteren mit der Aufschrift "Kohle stoppen" die Umsetzung des Weltklimaabkommens. Foto: picture alliance / Roland Weihrauch/dpa

Klimaschutzorganisationen aus aller Welt haben eine Verschiebung der UN-Weltklimakonferenz gefordert, die im November im schottischen Glasgow stattfinden soll.

Reisehürden, Corona-Infektionswellen und ein ungleicher Zugang zu Impfstoffen machten eine «sichere, inklusive und globale Klimakonferenz unmöglich», erklärte das Climate Action Network, in dem sich mehr als 1500 Nichtregierungsorganisationen aus mehr als 120 Ländern zusammengeschlossen haben, am Dienstag in einer Mitteilung.

Eine Präsenz-Konferenz im November würde viele Delegierte und Aktivisten vor allem aus dem globalen Süden de facto ausschließen, hieß es weiter - etwa dadurch, dass manche Reiserouten gar nicht verfügbar oder unverhältnismäßig teuer seien.

Die Vereinten Nationen halten dagegen an der Konferenz fest und betonten die Dringlichkeit des Treffens: «Die globale wissenschaftliche Gemeinschaft war eindeutig, dass der Klimawandel jetzt ein globaler Notfall ist und nur ein großer Anstieg beim Klimaschutz die Ziele des Abkommens von Paris in Reichweite bringen kann», sagte Sprecher Farhan Haq am Dienstag in New York.

Die britische Regierung plant nach der pandemiebedingten Verschiebung im vergangenen Jahr auch weiterhin mit der Präsenzveranstaltung im November. London hatte vor einigen Monaten angekündigt, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen Impfungen für alle Teilnehmer, Beobachter und Medienschaffende zur Verfügung zu stellen. Das Climate Action Network kritisierte die Bemühungen jedoch als unzureichend, da bislang keine Impfungen erfolgt seien.

Die britische Regierung kündigte zudem an, auch die hohen Kosten für Quarantäne-Hotels zu übernehmen. Einreisende aus Hochrisikoländern auf der sogenannten roten Liste der britischen Regierung müssen sich für zehn Tage nach der Einreise in diesen selbst isolieren - normalerweise zum Selbstkostenpreis von mehr als 2000 Pfund (umgerechnet rund 2327 Euro).

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