DeLorean, Manta, Bluesmobil

Auf vier Rädern am Set: Berühmte Filmautos

Verfolgungsjagden, Stunts, Kräftemessen mit PS: Autos beschleunigen manchen Film ungeheuerlich. Fünf rollende Filmstars und ihre Geschichte.

dpa

Mit der Zeitmaschine an die Tanke? Nö, der DeLorean aus «Zurück in die Zukunft» besteht schon auf etwas Plutonium für seinen Atomreaktor, ein Blitzschlag tut's dann aber auch zur Not. Foto: Universal Pictures

Berlin (dpa/tmn) - Manchmal schlüpfen Autos in tragende Rollen. Verfolgungsjagden im Film wären ohne sie nicht so aktionsreich und aufregend. Und manchmal verhilft ein solcher Auftritt auch Autos zum Durchbruch: Die Modelle, auf denen sie basieren, sind plötzlich cool und steigen im Preis.

Das ist jedoch nicht immer der Fall. «Es kommt drauf an», sagt Marius Brune vom Marktbeobachter Classic Data. So könne der Effekt auch bei Null liegen, wenn Autos im Film so verhüllt sind, dass das Ausgangsmodell nicht zu erkennen ist. In der Hollywood-Komodie «Dumm und Dümmer» etwa verschwand ein Ford Ecoline unter einem Hundekostüm.

Andererseits könne der Marktwert der zugrundeliegenden Serienmodelle bei zuvor eher unbekannten Autos geradezu explodieren. Original-Filmautos jedoch sind oft gar nicht zu haben oder werden zu Preisen in Millionenhöhe versteigert - wenn sie noch existieren.

Hier eine Auswahl vierrädriger Filmdiven und deren Basismodellen. Den Wert ermittelte Classic Data bezogen auf eine Zustandsnote 2.

Belächelter Proleten-Porsche: Opel Manta GT/E aus «Manta, Manta»

Die Komödie «Manta, Manta» von 1991 schwamm im Fahrwasser der Manta-Witze. Til Schweiger spielt darin Bernie, der einen stark getunten und mehrfarbig lackierten Manta B fährt. Gut erhaltene Exemplare dieses Autos sind heute selten. Als Serienmodell hat ein Manta B GSi (81 kW/110 PS), gebaut zwischen 1984 und 1988, heute einen Marktwert von 12.400 Euro.

Bluesmobile verleiht Flügel: Dodge Monaco aus «Blues Brothers»

Eines der bekanntesten Polizeiautos der Filmgeschichte ist ein ausrangierter Dodge Monaco aus der Kultkomödie «Blues Brothers» von 1980. Der meistert im Film spektakulären Stunteinlagen. Viele der im Film verwendeten Autos überlebten die Dreharbeiten nicht. Das einzig erhaltene Film-Original mit dem großen Lautsprecher auf dem Dach hält nach deren Angaben eine Event-Firma in Chicago, eine Replik steht in Dallas im «House of Blues». Als Serienmodell ist ein 1974er Dodge Monaco (177 kW/241 PS) etwa 14.000 Euro wert.

Diabolisch: Continental Mark III aus «Der Teufel auf Rädern»

«The Car» heißt das B-Movie «Der Teufel auf Rädern» von 1977 im Original. Darin übernahm ein Continental Mark III die Hauptrolle als todbringender Hauptdarsteller: In einem Wüstenkaff in Utah überfährt die schwarze Limousine mit mysteriösem Eigenleben wahllos Menschen, wird aber letztlich in einer Explosion zur Strecke gebracht. Während der scheinbar vom Teufel besessene Continental in «The Car» schwülstig verkleidet war, rollte ein weniger geschminktes Exemplar im Thriller «The French Connection» von 1971 mit Gene Hackman. Das Serienmodell eines Continental Mark III Coupé (268 kW/365 PS), gebaut zwischen 1969 und 1971, kommt auf einen Marktwert von 18 600 Euro.

Verfolgungsjagd-Overkill: Ford Mustang GT 390 aus «Bullitt»

Eigentlich spielt das Auto in «Bullitt» (1968) nur eine Nebenrolle. Es ist das Auto von Polizist Frank Bullitt, gespielt von Steve McQueen. Doch dann kommen jene zehn Minuten, die als eine der spektakulärsten Verfolgungsjagden in die Filmgeschichte eingegangen sind. Kreuz und quer durch die Straßen San Franciscos jagt Bullitt am Steuer seines Ford Mustang GT 390 Fastback zwei Killern hinterher, die kein minder spektakuläres Auto steuern: einen Dodge Charger - mit dem sie letztlich in eine Tankstelle rasen, die daraufhin explodiert.

Während der Dreharbeiten kamen laut Ford zwei identische Ford Mustang zum Einsatz - das «Jumper Car» für die Sprungszenen und das «Hero Car» für die Nahaufnahmen mit McQueen am Steuer. Das Original-«Jumper Car» tauchte nach Angaben von Ford Anfang 2017 im mexikanischen Baja California wieder auf. Das Original-«Hero Car» war mehr als 40 Jahre lang im Privatbesitz und wechselte Anfang 2020 bei einer Auktion in Florida für 3,74 Millionen US-Dollar als nunmehr teuerster Mustang der Welt den Besitzer. Das 1967 und 1968 gebaute Serienmodell Mustang GT Fastback S-Code (235 kW/320 PS) ist mit 50.700 Euro eingeschätzt.

Zeitmaschine: DeLorean DMC-12 aus «Zurück in die Zukunft»

Eines der bekanntesten Filmautos war als Serienauto ein Flop. Während seiner Bauzeit verkaufte sich das DeLorean Coupé mit den Flügeltüren und der Außenhaut aus unlackiertem Edelstahl kaum - vielleicht war es zu futuristisch. Doch für die Produzenten der «Back to the Future»-Trilogie (1985, 1989, 1990) war das kaum bekannte Auto ideal.

Das Serienauto realisierte Ex-General-Motors-Manager John DeLorean, das Design übernahm Giorgetto Giugiaro. Als Antrieb fungierte ein als schwächlich wahrgenommener V6 mit 132 PS. Doch im Film gesellte sich zum Verbrenner im Heck ein Atomreaktor, der den «Fluxkompensator» mit Energie versorgte und das Auto zur Zeitmaschine machte. Damit reisten Marty McFly (Michael J. Fox) und Dr. Emmett L. Brown (Christopher Lloyd) in verschiedene Epochen. Heute ist ein 1981 und 1982 gebauter DeLorean DMC-12 (97 kW/132 PS) etwa 40.200 Euro wert.

© dpa-infocom, dpa:210204-99-301742/5

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