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Brutaler Umbruch erfordert sensibles Handling

Neue Werte für den erfolgreichen Wandel der Automobilindustrie

Allgemeine Zeitung

Digitale Transformation der Automobilindustrie. Foto: Pexels, ThisIsEngineering

Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung.“ – Heraklit, ca. 500 v.u.Z.

Umbruch, Transformation, Wandel – wie man es bezeichnen möchte, das assoziierte Bild vor dem inneren Auge ist gleich: Menschen, die mit Umstrukturierungen und Neuorientierungen zurechtkommen müssen, was Chaos in den Alltag und Fragen in die Köpfe bringt. Aber ist das nicht Schwarzmalerei? Wenn wir ehrlich sind, haben wir selbst eigentlich schon viele Veränderungen im Leben überstanden – einige davon sogar mit Bravour und letztendlich zum Besseren. „Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung.“ sagte der griechische Philosoph Heraklit schon vor 2500 Jahren. Es haben sich öfter Dinge gewandelt als sie gleichgeblieben sind und der Mensch hat sich immer wieder angepasst. Man könnte behaupten, dass wir uns mit Umbrüchen auskennen; dass wir gesellschaftlich-wechselwarme Transformationsexpert:innen sind. Die Furcht und die Sorge vor Veränderungen sind faktisch unbegründet und halten uns auf. Neuerungen bedeuten Fortschritt. Als Gewohnheitstiere übernehmen wir Änderungen meist schneller als gedacht. Am Ende des Anpassens und Ummodelns wartet eine entspanntere, innovative und besser zu uns passende Zeit auf uns. Wenn man es so betrachtet, sollte uns jede anstehende Veränderung freudig-aufgeregt stimmen.

Vom Automobilhersteller zum Mobilitätsdienstleister – Ein Wandel ohne Wertverlust

Ein disruptiver Umbruch kündigt sich seit einer Weile in der Automobilindustrie an. Angestoßen durch die Reaktion auf den Klimawandel und fortgetragen durch den Krieg in der Ukraine. Es besteht Veränderungsnot mit Handlungsbedarf, sonst droht OEMs und Zulieferern die Wettbewerbsunfähigkeit. Ob es nun ein technischer Umstieg auf E-Autos, Antriebe aus Wasserstoff, emissionsarme Verbrenner oder der Wandel vom Automobilhersteller zum Mobilitätsdienstleister für Car-Sharing-Modelle und autonomes Fahren ist: Es ändert sich fast alles.

Und das in einer Branche, die in Deutschland über Jahrzehnte für Tradition, Klasse und Gewinnmaximierung stand und das Aushängeschild hochqualitativer, deutscher Ingenieurskunst war. Aber wer sagt eigentlich, dass diese Werte durch den Wandel verloren gehen müssen? Automobilhersteller, die auf die aktuellen, transformationsbedingt komplexen Fragen technische Antworten finden, verlieren ihren Status nicht. Im Gegenteil: Indem sie für die neuen Ansprüche ausgereifte Businesskonzepte entwickelten, bekämen sie sogar zusätzlich das Siegel als Vorreiter und Visionäre. Voraussetzung ist nur, dass sie sich auf den Transformationsprozess einlassen.

Das Unternehmen von morgen für die Leader von morgen

Wie tradierte Strukturen überholt werden können, um ein Wohlfühl-Setting für die jungen Talente zu kreieren, erklärt die seit über einem Jahrzehnt erfolgreiche Geschäftsführerin Marion Plocher von Plocher Executive Find: „In Zeiten, in denen Fachkräfte aller Art so gesucht sind wie unentdeckte Goldadern, ist es sehr wichtig, den potenziellen Kandidaten Benefits zu liefern. Dazu kommen flexible Zeiten, Möglichkeiten für remotes Arbeiten, ein internationales Kollegium, stark digitalisierte Workflows und gezielte Incentives für die neuen Angestellten. Wir als Berater unterstützen unsere Kunden und Bewerber dazu mit maximalem Input und echtem Interesse für beide Seiten“.

2022 wurde die Personalberaterin mit einem Doppel-Diplom als „Wertorientierte systemische Beraterin und Business-Coach“ von der Coach Akademie Schweiz in St. Gallen ausgezeichnet. Mit ihrem Team betreut sie erfolgreich Unternehmen mit einer Belegschaft von 100.000 Mitarbeitenden und noch mehr.

Die Wirkung persönlicher Treffen überdauert jeden Wandel

Marion Plocher verfolgt bei ihrer Arbeit einen besonderen Ansatz, der nur durch ihr spezifisches Set an Fähigkeiten möglich gemacht wird: „Es zählt mehr denn je, dass sich die Zielgruppen individuell angesprochen fühlen. Das erreiche ich vor allem durch Einfühlsamkeit und Empathie – und durch den direkten Kontakt mit meinem Gegenüber. Es war uns immer wichtig, unkompliziert, bodenständig und auf kurzen Wegen mit unseren Auftraggebern zusammen zu arbeiten.“

Nach den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie wirken persönliche Treffen fast unmodern und aufwendig. Marion Plocher widerspricht: „Aus Erfahrung kann ich sagen, dass der Direktkontakt effizienter und zielführender ist. Entgegen der Annahme spart man in der persönlichen Interaktion sogar Zeit. Man lernt den Menschen als solchen wirklich kennenlernen, und kann daraus schlussfolgern, ob er oder sie für eine wichtige Position tatsächlich geeignet ist. Video-Bewerbungen haben sich ebenfalls bewährt, aber das persönliche Treffen schlägt alle anderen Formen des Kennenlernens.“

Darüber hinaus sieht sie im direkten Kontakt auch immense Vorteile für die Arbeitgebenden: „Der potenzielle Arbeitgeber kann sich in kurzer Zeit aus dem Pool der werbenden Konkurrenz hervorheben, indem er auf individuelle Präferenzen und Affinitäten des Kandidaten eingeht. Auf Unternehmensseite muss mittlerweile klar sein, dass sie nicht mehr der starke Anziehungspunkt für Bewerber:innen sind. Wenn dabei das eigene Anliegen präzise präsentiert und aufkommende Fragen aus erster Quelle beantwortet werden, vermittelt das Professionalität. Somit gewinnt die Direktansprache.“

Transformationen erfolgen meist gebietsübergreifend, also mit mehreren gleichzeitig zu betreuenden Baustellen, wenn nicht sogar ganzheitlich. Da viele Disziplinen ineinandergreifen, folgt aus der Änderung einer Komponente unweigerlich die Mitänderung einer anderen – es ist eine Kausalkette. Das macht Wandel so komplex und in den meisten Fällen auch etwas träge. Um sich diesen Prozess nicht in Form eines umfallenden Dominospiels vorzustellen, also das erste Teil fällt unter der Last der Veränderung und alle anderen werden mitgerissen, sondern vielmehr als gemeinsam zu bestreitender Staffellauf, müssen alle Betroffenen veränderungsbereit sein. Im Fall der Automobilindustrie bedeutet das: Es ändert sich nicht nur die Antriebsart hin zu klimafreundlicher Technik. Sobald Modernität und Umweltbewusstsein in die Produktion einziehen, muss auch die Betriebsstruktur moderner und umsichtiger werden. Der Wandel muss sich im Mindset jeder und jedes einzelnen verankern, damit die Transformation gelingt. Der Trend geht weg vom Eigentum hin zu geteilten Fahrzeugen. Der Führungsstil geht weg vom Königswissen hin zum Teamwork. In jeder Ebene der Unternehmensstruktur der Global Player wird der Wandel ankommen. Autofahren wird sozial. Darauf können wir uns freuen.

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