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Damals und heute

Technologien, welche die Welt verändern

Kaum eine Entwicklung hat die Welt in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten so verändert wie die Digitalisierung. Der technologische Fortschritt hat bereits in der Vergangenheit für den einen oder anderen Umbruch gesorgt. Ebenso in der Gegenwart und auch in der Zukunft werden Technologien eine tragende Rolle bei der Antwort auf die Frage spielen: Wohin geht die Reise?

Allgemeine Zeitung Coesfeld

Foto: Fotolia.com © vege #210082469

Eine Welt ohne Autos? Das wäre heutzutage kaum denkbar. Als Gottlieb Wilhelm Daimler im Oktober 1886 erstmalig einen Motor in eine Kutsche einsetzte, ahnte er wohl nicht, dass er die Grundlage für unseren modernen Alltag von heute legen würde. Es handelte sich um die wichtigste Erfindung des 19. Jahrhunderts. Doch sie sollte nicht die letzte Technologie bleiben, welche die Welt auf den Kopf gestellt hat.

Die Anfänge der Fernsteuerung

Es war das Jahr 1955, als es der Menschheit dank Zenith Flash-Matic TV-Fernbedienung erstmalig möglich war, den Fernseher bedienen zu können, ohne aufstehen zu müssen. Was aus heutiger Sicht wenig spannend klingt, war damals ein technologischer Fortschritt und die Grundlage für sämtliche Technologien, die heutzutage ferngesteuert sind – vom Garagentor über die Alarmanlage bis zum Autotürschloss.

Die Menschheit erobert das Weltall

Noch bevor überhaupt an Satelliten, die Mondlandung oder sogar Weltraumtourismus zu denken war, wurde im Jahr 1957 der 83 Kilogramm schwere „Sputnik“ aus Aluminium ins Weltall geschossen. Leider brachte er nicht nur Gutes, sondern gilt auch als Startpunkt des auf

technologischer Ebene ausgefochtenen Kalten Krieges. Dennoch: Ein Meilenstein in der Geschichte der Menschheit war „Sputnik“ allemal.

Entertainment erreicht eine neue Ebene

Im Jahr 1972 wurde schließlich auch das Entertainment revolutioniert. Es war die Geburtsstunde von „Atari Pong“ und damit des Vorgängers von Playstation, Xbox, Game Boy & Co. Plötzlich wurde das heimische Wohnzimmer zum Mittelpunkt der Freizeitbeschäftigung – eine Entwicklung, die aus heutiger Sicht nicht unbedingt optimal für Kinder und Jugendliche ist. Dennoch: Der kleine „Pong“ spielte trotz seiner Simplizität sage und schreibe 22 Millionen US-Dollar ein und löste geradezu einen Hype aus. Interessanterweise blieb dieser bis heute ungebrochen und der Klassiker unter den Konsolenspielen wird nach wie vor weltweit in verschiedensten, zum Teil modernisierten, Versionen „gezockt“.

Der Computer wird alltagstauglich

Rund ein Jahrzehnt später verkaufte IBM im Jahr 1981 den ersten eigenständigen Computer für den Heimgebrauch. Zwar waren solche Rechensysteme schon länger im Einsatz, jedoch waren sie zu groß und zu teuer für den „08/15-Nutzer“ sowie untereinander inkompatibel. IBM erstellte hingegen eine identische Software für alle Computersysteme und verwandelte sie dadurch in alltagstaugliche Gebrauchsgegenstände, vor allem im Business-Bereich, später aber auch zunehmend für den Privatgebrauch. Zusammen mit den Mobiltelefonen und dem Breitband-Internet dürfte diese Entwicklung zu den bedeutendsten Innovationen des 21. Jahrhunderts gehören.

Telefonieren wird mobil

Apropos: Auch, wenn diese mit ihren 30 Zentimetern Länge und fast einem Kilogramm Gewicht aus heutiger Sicht lächerlich aussahen, waren die ersten Mobiltelefone die Grundlage für heutige Smartphones. Telefonieren wurde im Jahr 1983 mobil – und zwar auf kommerzieller Ebene. Schnell wurden die Handys schlanker und günstiger. Zu Beginn der 2000er Jahre war das Leben ohne Mobiltelefon bereits für einen Großteil der Bevölkerung unvorstellbar. Heutzutage sind die meisten Menschen 24/7 über ihr Handy erreichbar, sogar im Urlaub. Viele besitzen gleich mehrere Modelle, beispielsweise ein privates Smartphone und eines für geschäftliche Zwecke. Das Mobiltelefon hat also nicht nur die technologische Welt verändert, sondern sogar die Gesellschaft und ihre Gewohnheiten als Ganzes.

Das Internet kreiert eine neue Welt 

Das World Wide Web als solches gab es zwar bereits vor dem Jahr 1995, jedoch waren die Verbindungen noch viel zu langsam und damit alles andere als massentauglich. Mit der Einführung von Breitbandinternet waren die Bits jedoch endlich schnell genug, um tatsächlich im Internet zu surfen, wie es heutzutage üblich ist. Google, YouTube und Amazon – was mittlerweile zum ganz normalen Alltag gehört, konnte erst durch das Breitband und die anschließende Einführung von DSL im Jahr 1999 wachsen.

Wordpress stellt den Journalismus auf den Kopf 

Dennoch sah das Internet vor dem Jahr 2004 und der Erfindung von Wordpress noch deutlich anders aus. Die Erstellung von Inhalten war wenigen kommerziellen Anbietern oder Nachrichtenagenturen vorbehalten. „User-Generated-Content“ war als Begriff noch überhaupt nicht geboren. Plötzlich kam Wordpress und ermöglichte jedem Menschen auf der Welt mit Internetzugang einen eigenen Webauftritt. Die Web-Blogs, oder kurz einfach Blogs, waren geboren und lösten den traditionellen Journalismus ab.

Cloud – Die „Wolke“ der Zukunft 

Noch spielt die Cloud-Technologie, welche als solche erstmalig im Jahr 2010 vorgestellt wurde, noch eine eher untergeordnete Rolle. Dennoch gehört sie bereits zum festen Alltag vieler beruflicher sowie privater Internetuser und Experten sind sich sicher, dass die Zukunft der digitalen Speicherplätze in den „Wolken“ liegt. Cloud-Speicher machen physische Datenträger überflüssig und ermöglichen dem Anwender eine bislang ungewohnte Freiheit der Datenspeicherung sowie -nutzung. Daten werden sprichwörtlich mobil – ohne in einem viel zu großen und schweren externen Speichermedium herumgetragen werden zu müssen.

An dieser Stelle endet also die Reise in die Vergangenheit und es lohnt sich ein Blick in die Gegenwart der technologischen Meilensteine:

Bewerbungsgespräche mit einem Computer 

Eine aktuelle Entwicklung, die große Wellen schlägt, ist die Eroberung des Arbeitsalltags durch die künstliche Intelligenz. Erste deutsche Unternehmen setzen in Bewerbungsprozessen bereits Computerprogramme zur Vorauswahl der Kandidaten und Kandidatinnen ein. KI sei objektiv und könne mehr Daten auswerten als das menschliche Gehirn, so das Argument der Arbeitgeber. Die Wortwahl, die Tonlage, die Sprechgeschwindigkeit und viele weitere solcher Faktoren sagen angeblich mehr über einen Menschen aus als das Gesagte selbst. Anhand der sogenannten stabilen Persönlichkeitsmerkmale kann anschließend mittels psychologischer Diagnostik ein erschreckend genaues Profil der betreffenden Person erstellt werden. Noch ist die Skepsis in der Bevölkerung groß, doch Bewerbungsgespräche mit einem Computer dürften schon bald zur Normalität gehören und stellen somit einen gegenwärtigen Durchbruch auf technologischer Ebene dar.

Fairness durch Technologie 

Ein weiteres hoch aktuelles Thema ist, angesichts der Weltmeisterschaft in Russland, die im Fußball eingesetzte Technologie. Schon seit vielen Jahren wird mittels technologischer Entwicklungen wie der Torlinientechnik oder dem Chip im Ball versucht, den Sport fairer zu gestalten. Nun wurde im Jahr 2018 erstmalig der Videobeweis bei einem internationalen Turnier eingesetzt. Ein Quantensprung – nicht nur für den Fußballsport. Ob irgendwann ein Match ganz ohne Schiedsrichter denkbar ist und inwiefern solche Entwicklungen auch auf andere Sportarten übergreifen, wird sich aber noch zeigen.

Wireless-Breitband läutet die Zukunft des Internets ein 

Während das Breitband einen Meilenstein des 20. Jahrhunderts darstelle, wird das Wireless-Breitband vermutlich der Durchbruch der Internethistorie im 21. Jahrhundert sein. Die 3G- und 4G-Technologie befindet sich zwar noch in ihren Anfängen, könnte aber schon bald schnelles Internet für jedermann bedeuten und die digitale Vernetzung dadurch noch einmal auf ein gänzlich neues Level heben. Das 5G-Mobilfunknetz steht ebenfalls bereits in den Startlöchern und könnte Geschwindigkeiten erreichen, die es erlauben, einen kompletten Spielfilm in HD-Qualität binnen weniger Sekunden herunterzuladen.

Körperteile und mehr aus dem 3D-Drucker 

Auch die 3D-Drucker sind eigentlich keine neue Erfindung, doch befinden sie sich aktuell noch in der Testphase. Ist die Technologie eines Tages ausgereift, könnte sie die Zukunft drastisch verändern: Vor allem organische Elektronik wie Zähne oder Prothesen sollen eines Tages flächendeckend mittels 3D-Drucker hergestellt werden. Doch auf lange Sicht ist noch viel mehr denkbar: Ein Haus aus dem 3D-Drucker vielleicht? Man wird sehen!

Autos brauchen keine Menschen mehr 

Eine weitere Innovation, die sich bereits in den Startlöchern befindet, aber noch einige Jahre brauchen wird, um alltagstauglich zu werden und dadurch die Welt zu verändern, sind selbstfahrende Autos. Die Technologie ist zum Stand heute bereits so weit ausgereift, dass Experten eine Zukunft ohne selbstfahrende Vehikel als quasi unmöglich ansehen. Hier schließt sich der Kreis zum Jahr 1886: Ob Gottlieb Wilhelm Daimler wohl damals ahnen konnte, was eines Tages aus seiner motorisierten Kutsche wird? Und wer weiß, was zukünftige Technologien noch so bringen…

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