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3 Tipps, wie Sie Ihr erspartes Geld vor der Inflation schützen können

Kürzlich veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Inflationsrate für Januar 2023. Demnach betrug die Geldentwertung im ersten Monat des neuen Jahres weiterhin relativ hohe 8,7 Prozent. Ein minimaler Anstieg von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat, der sich allerdings durch die staatlichen Zuschüsse zu den Heizkosten leicht erklären lässt.

Allgemeine Zeitung

Foto: Gerd Altmann auf Pixabay

Wie geht es weiter?

Im Vergleich zum Höchststand von 10,4 Prozent im Oktober 2022 ist die Inflationsrate aber wieder deutlich gesunken und Experten rechnen derzeit auch nicht mehr mit einem Anstieg auf dieses Niveau. Für eine Entwarnung und eine Rückkehr zu den moderaten bis sehr niedrigen Raten, wie sie vor dem Herbst 2021 herrschten, spricht derzeit jedoch nichts.

Die Bundesregierung geht in aktuellen Schätzungen von einer Inflationsrate von durchschnittlich 6 Prozent für den deutschen Wirtschaftsraum aus. Ein Wert, der immer noch deutlich höher ist als die Teuerungsraten von 1 bis 2 Prozent, die über weite Strecken des neuen Jahrtausends in Deutschland beobachtet wurden. Vor allem handelt es sich um 6 Prozent, die auf ein ohnehin stark erhöhtes Preisniveau aufgeschlagen werden.

Das Phänomen der prekären Mittelschicht, die ständig in die obere Unterschicht abzurutschen droht, dürfte sich damit noch verstärken. Die Gewerkschaften reagieren auf die Verarmungsgefahr mit deutlich erhöhten Lohnforderungen und können diese nicht zuletzt aufgrund des Arbeitskräftemangels, der längst nicht mehr auf gut qualifizierte Fachkräfte beschränkt ist, auch durchsetzen.

Während die Reallöhne im vergangenen Jahr um ca. 4,1 Prozent sanken, ist in diesem Jahr damit zu rechnen, dass die Löhne deutlich steigen und damit zu einem entscheidenden Inflationsfaktor werden. Derzeit werden in England, im Mutterland des Neoliberalismus, heftige Arbeitskämpfe ausgefochten, die die weitere Richtung auch für andere mitteleuropäische Länder vorgeben könnten. Die Zeit der Lohnzurückhaltung jedenfalls scheint vorbei.

Außerdem ist mit zahlreichen verspäteten Preiserhöhungen in allen Branchen zu rechnen, denn längst nicht jeder Betrieb hat seine Preise bereits an das neue Niveau angepasst. Die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank wirken einem weiteren Anstieg der Preise zwar entgegen, können diesen aber nur bremsen, nicht stoppen. Zuletzt hat die EZB den Leitzins auf 3 Prozent erhöht, eine weitere Erhöhung um 0,5 Prozent soll im März folgen.

Foto: Infografik

Droht eine Rezession?

Angesichts dieser Lage erscheint die Schätzung der Inflationsrate auf 6 Prozent der Bundesregierung realistisch bis optimistisch. Für Sparer bedeutet dies jedoch immer noch eine erhebliche Geldentwertung, insbesondere da die Finanzinstitute das höhere Zinsniveau bisher nur sehr unzureichend an ihre Kunden weitergeben.

Gleichzeitig werden aber auch die Kredite wieder deutlich teurer, was einige Unternehmen, die sich auf die jahrelange Nullzinspolitik eingestellt haben, in Bedrängnis bringen dürfte. Steigende Zinsen im Verbund mit einer weiterhin relativ hohen Inflation können für die Entwicklung der Gesamtwirtschaft ein hohes Risiko darstellen. Einerseits werden die Investitionen durch steigende Zinsen beschränkt und andererseits wird die Nachfrage durch die Geldentwertung weiter reduziert.

Die Kombination dieser beiden Faktoren kann nicht nur für einzelne Unternehmen existenzbedrohend wirken, sondern die gesamte Wirtschaft in eine Abwärtsspirale ziehen. Exemplarisch kann dies derzeit in der Bauwirtschaft, einem der Zugpferde des Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre, beobachtet werden.

Steigende Zinsen für Immobiliendarlehen führen dazu, dass Banken ihren Kunden bei gleichem Einkommen und gleichem Eigenkapital wesentlich niedrigere Kreditsummen gewähren. Gleichzeitig sind die Baukosten durch höhere Materialpreise, Lieferengpässe, die horrenden Grundstückspreise und steigende Lohnkosten bereits auf einem hohen Niveau und können zunächst nicht gesenkt werden. Die Folge ist ein Einbruch bei den Aufträgen innerhalb der Branche, die damit zum Schrumpfen gezwungen wird.

Da die Immobilienpreise aber bereits vor dem Ukrainekrieg sehr hoch waren, bestehen auch für bereits realisierte Bauprojekte noch hohe Kredite, die weiter bedient werden müssen und zukünftig durch die steigenden Zinsen noch teurer werden. Darüber hinaus können sich viele Menschen keine höheren Mieten mehr leisten oder müssen sogar in günstigere Wohnungen umziehen. Eine Erhöhung der Preise kommt daher eigentlich nicht infrage.

Steigende Kosten, die nicht an die Kunden weitergegeben werden können, bedeuten, dass die Branche insgesamt in die Krise gerät und sich verkleinern muss. Ein weiteres Absinken der Kaufkraft ist die Folge. Mittelfristig sollten die Baukosten, Immobilienpreise und Mieten aufgrund der Gesetze von Angebot und Nachfrage wieder sinken und die Branche in einem neuen Gleichgewicht landen. Kurzfristig ist dies jedoch nur über eine krisenhafte Entwicklung realisierbar.

Ähnlich geht es auch anderen Branchen wie dem Einzel- und Onlinehandel, die ihre steigenden Kosten ebenfalls nur schwer auf eine von der Inflation geschwächte Nachfrage abwälzen können. In einer aktuellen Schätzung geht die Bundesregierung trotzdem von einem leichten Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent aus, wobei die Risiken einer Stagflation durch Investitions- und Entlastungsprogramme gebannt werden sollen.

Für Sparer und Anleger handelt es sich in jedem Fall um eine sehr unübersichtliche und risikobehaftete Situation. Im Folgenden möchten wir allen besorgten Anlegern drei Tipps zur Verfügung stellen, damit sie ihr Vermögen rentabel, aber sicher durch die schwierigen Zeiten bringen können.

3 Tipps, um als Privatanleger erfolgreich der Inflation zu trotzen

Eine Geldanlage an den Finanzmärkten ist einer der wenigen Wege, wie man das ersparte Vermögen vor der Inflation schützen kann. Wie immer gilt jedoch: Jedes Investment hat seine Risiken und gerade in Krisenzeiten können diese schwer zu überschauen sein. Damit die Renditechancen die Verlustrisiken überwiegen, ist eine Beobachtung der Finanzmärkte, der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der aktuellen Anlagetrends unerlässlich.
Aktuelle Informationen, Anlagetipps von Experten und wichtige Vergleiche verschiedener Banken und Broker finden sich beispielsweise auf Finanzentdecker.de.

Tipp #1: Raus aus dem Geldvermögen

Das Geldvermögen auf Konten, Sparbüchern oder unter dem Kopfkissen leidet am stärksten unter der Inflation, da hier kaum Zinsen zu erhalten sind. Selbst Tagesgeld, Festgeld oder Staatsanleihen versprechen kaum mehr als 3 Prozent Rendite und bleiben damit weit unter der 6-prozentigen Inflation zurück.
Neben einer Investition in den Kapitalmarkt bietet es sich für private Sparer an, verschiedene, ohnehin geplante Ausgaben (Autokauf, Renovierung, Entertainment- oder Musikanlagen etc.) vorzuziehen oder Projekte zu verwirklichen, die man sich bisher versagt hat, denn ausgegebenes Geld kann seinen Wert nicht mehr verlieren.

Tipp #2: Risiken diversifizieren

Dieser Tipp ist für Laien eigentlich immer richtig - und in einer unübersichtlichen Lage besonders wichtig. Investitionen in einzelne Unternehmensaktien, Rohstoffe, Währungen etc. können zwar hohe Renditen erbringen, aber wenn die entsprechenden Produkte von einem negativen Wirtschaftstrend erfasst werden, können auch die Verluste hoch sein. Der Aktienkurs der Deutschen Bank, aber auch anderer renommierter Unternehmen verdeutlicht dies.
Ein Einstieg zum falschen Zeitpunkt kann dazu führen, dass erhebliche Teile des investierten Vermögens innerhalb kurzer Zeit verschwinden. Von Experten gemanagte Fonds (Investmentfonds) oder an einen bestimmten Index gebundene Fonds (ETFs) bringen automatisch eine viel höhere Diversifizierung als Beteiligungen an einzelnen Unternehmen und erzielen zum Teil trotzdem beachtliche Renditen.

Tipp #3: Dividende beachten

Bei einer Investition in den Finanzmarkt denken die meisten Menschen an steigende und fallende Kurse. In dieser Vorstellung, die nicht falsch ist, werden die Renditen durch die Preisdifferenz zwischen Einkaufs- und Verkaufskurs einer Aktie oder eines anderen Finanzprodukts erzielt.
Laien und besonders risikoaverse Sparer sollten jedoch auch und vor allem an die Dividenden denken, die mit einer Unternehmensbeteiligung einhergehen. Denn Unternehmen beteiligen ihre Aktionäre jährlich am erwirtschafteten Gewinn. Für Anleger, die langfristig investieren möchten, also nicht vorhaben, bei sinkenden Kursen gleich wieder zu verkaufen und nach einer attraktiveren Aktie Ausschau zu halten, ist die Dividende oder die Dividendenrendite interessanter als der Kurswert.

Fazit

Inflationsraten von 6 bis 10 Prozent als Rendite zu erwirtschaften ist nicht leicht und für Privatpersonen mit beschränktem Budget eigentlich nur am Finanzmarkt möglich. Man muss allerdings akzeptieren, dass bei mittelhohen Renditeerwartungen auch mittelhohe Verlustrisiken herrschen und sollte daher nur Geld investieren, welches später nicht an anderer Stelle fehlt.
Wenn man sich weiterhin informiert und in Werte, mit denen man sich auskennt, investiert, können diese Risiken minimiert und Renditen erzielt werden, die einen echten Inflationsausgleich erreichen können.

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