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Hauskredit beantragen: Solange dauert die Zusage

Fast die Hälfte der Deutschen lebt im Eigenheim - genauer gesagt sind es ca. 43%. Das eigene Heim bietet viele Vorteile. Zugleich ist es ein entscheidender Schritt im eigenen Leben, der eine finanzielle Verantwortung mit sich bringt. Welche Möglichkeiten der Finanzierung es gibt und wie lange man auf eine Zusage warten muss? Das erfahren Sie in diesem Artikel.

Allgemeine Zeitung

Foto: Gerd Altmann on pixabay.com

Welche Immobilie ist die richtige? Wie kann man es sich leisten?

Zu Anfang steht die Frage, ob man ein Haus oder eine Wohnung mieten sollte. Entscheidet man sich für das Haus, gibt es die Qual der Wahl.

Ein bestehendes Haus? Ein kompletter Neubau? Oder ist doch ein Fertighaus die richtige Wahl? Dies hängt ganz von den individuellen Lebensumständen, aber auch vom Budget ab. Denn neben dem Kaufpreis der Immobilie kommen auch Notarkosten, Grunderwerbsteuer und Grundbucheintrag auf den Käufer zu. Man sollte daher vor allem die eigenen finanziellen Mittel, die verschiedenen Fördermöglichkeiten und die optimale Finanzierung vorab prüfen.

Je mehr Eigenkapital vorhanden ist, desto niedriger ist die Kreditsumme und desto besser sind die Konditionen. Dieses Kapital kann aus verschiedenen Quellen stammen, Bausparverträge, Lebensversicherungen, Wertpapierdepots und Sparguthaben. Zusätzlich zu den oben genannten Kaufnebenkosten sollte man mindestens 20 Prozent Eigenkapital gespart haben.

Die verschiedenen Hauskredite

Ein Hauskredit ist wohl die schnellste und einfachste Möglichkeit, den Kauf oder Bau einer Immobilie zu finanzieren. Er ist zweckgebunden und gilt für Neubauten, An- oder Umbauten, Sanierungen sowie für den Neukauf. Der Darlehenszeitraum ist so flexibel wie der Kredit selbst. Er beläuft sich jedoch meist auf 20 bis 40 Jahre.

Der perfekte Hauskredit sollte einen niedrigen Zinssatz, Sondertilgungsoptionen und einen Tilgungssatzwechsel enthalten. Da es sich um eine wichtige Lebensentscheidung handelt sind eine umfassende und vor allem individuelle Beratung unabdingbar. Um das beste und günstigste Angebot zu finden, sollte man vorab die verschiedenen Optionen für Hauskredite vergleichen.

Käufer können wählen zwischen

·         Vollfinanzierung,

·         Annuitätendarlehen,

·         endfälligen Darlehen,

·         Bauspardarlehen,

·         Tilgungsdarlehen,

·         Forward Darlehen

·         sowie KfW Darlehen und anderen Förderkrediten.

All diese Kreditformen haben ihre Vor- und Nachteile und lassen sich in verschiedene Risikoklassen kategorisieren. Auch Tilgungsraten und Laufzeit variieren stark.

Die Vollfinanzierung

Der Hauskredit ohne Eigenkapital wird auch Vollfinanzierung genannt. Die Kriterien für die Aufnahme eines solchen Kredits sind streng. So verlangen viele Banken, dass die monatliche Belastung nicht mehr als 40% des monatlichen Einkommens ausmachen darf. Eine Vollfinanzierung lohnt sich unter anderem in Wirtschaftsphasen mit niedrigen Zinsen.

Das Annuitätendarlehen
Dies ist eine der beliebtesten Varianten, um ein Haus zu kaufen. Die monatliche Rate bleibt gleich, während die Höhe der Tilgung über die gesamte, langfristig angelegte Laufzeit steigt. Da zeitgleich der Zinsanteil sinkt wird auch die verbleibende Restschuld immer wieder neu berechnet. Das Risiko ist hier sehr gering.

Wie lässt sich der Prozess beschleunigen?

Bis der Hauskredit genehmigt ist, können nicht nur Wochen, sondern auch Monate vergehen. Insbesondere bei hohen Darlehenssummen. Die Bank sichtet und prüft die Unterlagen eingehend, wobei jede Bank eigene Richtlinien für das Verfahren hat. Pauschale Aussagen zur Beschleunigung lassen sich daher nicht treffen.

Ein Vorab-Finanzcheck ist eine gute Vorbereitung auf den Kreditantrag. Offene Schulden eintreiben, negative SCHUFA Einträge löschen lassen und eine nachvollziehbare Aufstellung des Eigenkapitals können den Prozess weiter beschleunigen. Grundsätzlich hilft es, wenn Sie ihre Unterlagen vollständig und korrekt ausgefüllt einreichen. Meist wird über Checklisten gearbeitet. Je schneller diese abgehakt werden können, desto besser.

Die persönlichen Unterlagen

Neben dem Finanzierungsantrag, der SCHUFA und der Personalausweis-Kopie müssen auch Nachweise für alle Eigen- und Fremdmittel angefügt werden. Die Bonitätsunterlagen beinhalten darüber hinaus die Lohnsteuerbescheinigung des letzten Jahres, die letzten 3 Gehaltsnachweise, den aktuellen Einkommenssteuerbescheid sowie Nachweise über Unterhalt, Scheidung oder andere Immobilien. Man sagt nicht umsonst, die Bank durchleutet die Käufer. Dennoch sind all diese Angaben wichtig, denn sie helfen die optimale Finanzierung zu finden.

Unterlagen zum Objekt

Die Bank fordert nicht nur zu Käufer, sondern auch zum Objekt bestimmte Unterlagen an. Bauzeichnungen, Grundriss (inkl. Bauflächenberechnung), Gesamtkostenaufstellung, Gebäudeversicherungsschein und Grundbuchauszug sind Pflicht. Gegebenenfalls sind ebenfalls ein KfW-Antrag und eine Aufstellung der Eigenleistungen anzufügen.

Zu guter Letzt gilt das Wahrheitsprinzip. Alle Angaben sollten der Wahrheit entsprechen. Unstimmigkeiten führen zu unerwarteten Verzögerungen und schlimmstenfalls zu einer Absage für den Kredit. Erfüllen Sie alle diese Kriterien, sollte Ihr Hauskredit innerhalb von 14 Werktagen genehmigt sein.

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