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Perfektes Forderungsmanagement wird immer wichtiger

Allgemeine Zeitung

Foto: Mikhail Nilov via pexels.com

Für die Empfänger ist der Brief eines Inkassounternehmens unerfreulich, für das Unternehmen, das auf die Bezahlung eines Produktes oder einer Dienstleistung wartet, oft überlebenswichtig. Größere Forderungsausfälle kann und will sich kaum ein Unternehmen leisten, doch das Eintreiben des Geldes wiederrum kostet Ressourcen, ist kompliziert und dauert lange. Durch die Globalisierung und Digitalisierung können Kunden weltweit einkaufen und Unternehmen weltweit liefern – was das Forderungsmanagement noch aufwändiger macht. Nicht wenige der nicht zahlenden „Kunden“ setzen darauf, dass ein Lieferant den Aufwand scheut, Zahlungsansprüche durchzusetzen, vor allem, wenn ins Ausland geliefert wurde. Trotzdem digitalisiert und internationalisiert sich die Inkasso-Branche erst seit einigen Jahren, was auch an den unterschiedlichen gesetzlichen Rahmen für Inkasso-Dienstleistungen liegt. Ohne professionelle Dienstleister aber bleiben immer mehr Lieferanten auf ihren unbezahlten Rechnungen sitzen. Das Forderungsmanagement selbst in die Hand zu nehmen ist sogar für große Unternehmen kaum noch möglich beziehungsweise mit so viel Aufwand verbunden, dass sich dies kaum lohnt.

Mehr Kunden brauchen ein globales und simples Forderungsmanagement

Die Digitalisierung und Internationalisierung des Forderungsmanagements sind nicht einfach: Neben hochzuverlässigen und sicheren technischen Lösungen wird ein internationales Netzwerk gebraucht, denn ohne nationale Partner sind die unterschiedlichen regionalen und nationalen Anforderungen kaum zu erfüllen. Das 2018 in Köln gegründete Unternehmen DEMONDO ist sich sicher, ein sehr gut funktionierendes Werkzeug entwickelt zu haben, so der CEO Thomas Kunisch: „Unsere „Fee Control ist eine „One-Stop-Solution“ um weltweit Forderungen einzuziehen – unabhängig von Land, Sprache, Währungen, Rechtssystemen. Unser Kunde betreibt minimalen Aufwand und übermittelt uns seine Forderungen für alle Länder. Wir übergeben sie zur Bearbeitung in die Zielländer. Unser Kunde bekommt nun eine digitale Weltkarte, in welchem Land er welchen Forderungsbestand hat und welcher Anteil noch immer offen ist“. Diese Lösung des Kölner Unternehmens ist seit zwei Jahren im Einsatz und wird sowohl von europäischen Kommunen und Institutionen als auch von privaten Unternehmen genutzt, schwerpunktmäßig aus den Bereichen Logistik und Software.

Solche Services machen aber nicht nur denen das Leben leichter, die Forderungen haben: Die Schuldner können offene Rechnungen direkt über das eigens entwickelte Schuldnerportal PayGate bezahlen. Dazu werden weltweit über 200 Zahlmöglichkeiten angeboten, bis hin zu exotischen Varianten wie etwa Ratenzahlungen in Brasilien.

Gestiegene Materialpreise erfordern perfektes Forderungsmanagement

Der Einkauf von Material strapaziert bei fast allen Unternehmen die Liquidität – viele Rohstoffe sind im Preis regelrecht explodiert. Diplom-Betriebswirt und Unternehmensberater Jörgen Erichsen auf dem Fachportal haufe.de: „Durch die Probleme in der Beschaffung müssen Unternehmen hier ihre Strategien ändern und anpassen. Beispielsweise ist es oft sinnvoll, mehr Waren zu kaufen und die Lagerbestände zu erhöhen. Das bindet Kapital, belastet die Liquidität und erhöht die Kosten, etwa für Versicherungen. Damit rückt das Forderungsmanagement noch stärker als bisher in den Fokus der meisten Unternehmen“. Nichts ist für ein Unternehmen ärgerlicher als einen Materialeinkauf über Kredite finanzieren zu müssen, weil Kunden nicht pünktlich zahlen. Der Unternehmensberater Erichsen mahnt deswegen stärker darauf zu achten, dass Kunden pünktlich zahlen und dass es keine Zahlungsausfälle gibt: „Das bedeutet für die Praxis, dass vor allem die Betriebe, die ihr Forderungsmanagement nicht systematisch betreiben, zahlreiche Hausaufgaben machen müssen“. Die größte Herausforderung beim Eintreiben von Schulden ist dabei die Wahrung der Rechtssicherheit. Dies kann vor allem bei Fällen im Ausland wichtig sein, da das Inkassounternehmen dann im Rahmen unterschiedlicher Rechtsnormen tätig werden muss. Auch unterschiedliche Wirtschaftssysteme können es erschweren, eine eigentlich berechtigte Forderung erfolgreich durchzusetzen.

Langjährige Erfahrung beim Forderungsmanagement ist unumgänglich

Durch die oft komplexe rechtliche Lage ist internationales Forderungsmanagement kaum ein Thema für Startups. Auch die Kompetenz von DEMONDO entstand nicht über Nacht, sondern reicht 10 Jahre zurück. Mit einem Vorgängerunternehmen startete Gründer Thomas Kunisch damals und hatte gleich einen sehr speziellen Fall zu lösen: „Eine der ersten Inkassoforderungen, die wir damals bearbeiteten, wurde von einem Kunden übergeben, der seinen Sitz auf den Philippinen hat. Sein nicht zahlender Kunde wiederum saß in Paraguay. Wir hatten damals um ehrlich zu sein noch keine echte Idee, wie wir einen solchen Fall angehen sollten“. Inzwischen gibt in solchen Fällen der Kunde seine Daten einfach an das Kölner Team weiter und kann über ein Dashboard sehen, wie die Lösung des Problems voranschreitet. Voranschreiten will das Expertenteam auch selbst: In naher Zukunft will man einer der absolut führenden Player im Bereich „Weltweite Forderungs- und Paymentlösungen“ sein.

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