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Gesundheit

Altersabhängige Makuladegeneration: Sehverlust erkennen und behandeln

Eine Verschlechterung des Sehvermögens im Alter kann viele Ursachen haben. Wenn plötzliche Sehstörungen auftreten, steckt eventuell eine bedrohliche Erkrankung dahinter. Wer die Anzeichen kennt, kann seine Augengesundheit schützen.

Allgemeine Zeitung

Bei plötzlichem Sehkraftverlust auf einem Auge sollten Betroffene ärztlichen Rat einholen. Foto: Foto von cottonbro von Pexels

Wenn im Alter die Sehkraft nachlässt, ist nicht immer eine Weit- oder Kurzsichtigkeit der Grund. Auch Augenerkrankungen wie der grüne Star, diabetische Retinopathie und altersabhängige Makuladegeneration (AMD) können das Augenlicht gefährden. „Statistisch gesehen sind die trockene und die feuchte altersabhängige Makuladegeneration die häufigsten Gründe für einen dauerhaften Sehkraftverlust im Alter“, erklärt der Oldenburger Augenarzt Dr. Thilo Gronow.

Foto: Dr. Thilo Gronow

Angriff auf die Sehzellen

Bei einer AMD ist eine frühe Diagnose besonders wichtig, weil sie Sehzellen unwiederbringlich zerstören kann. Wie kommt es dazu? Unterschieden werden bei der AMD zwei Formen: Bei der trockenen altersabhängigen Makuladegeneration bilden sich sogenannte Drusen. So bezeichnet man Ablagerungen unter der Netzhaut, die das Sehen der Betroffen zunächst geringfügig einschränken. Bei 15 % der Betroffenen kann sich aus der trockenen Form eine feuchte Makuladegeneration entwickeln. Dann bilden sich neue, undichte Blutgefäße, es kommt zu Flüssigkeitsansammlungen in und unter der Netzhaut. In der Folge können sich Narben bilden und die Sehzellen ihre Funktion verlieren.

Betroffene einer feuchten AMD haben mit erheblichen Einschränkungen zu kämpfen. Sie sehen Badezimmerfugen verzerrt und Worte verschwommen. Zudem kann ein grauer Fleck in der Mitte des Gesichtsfelds auftauchen. Der Oldenburger Augenarzt Dr. Thilo Gronow nennt ein weiteres Beispiel: „Wenn sie in der Stadt unterwegs sind, können sie die Bus- oder U-Bahn-Nummern nicht mehr erkennen.“ Betroffene verlieren mehr und mehr an Selbstständigkeit und laufen Gefahr, in unangenehme Situationen zu geraten. „Häufig kommt es zudem vor, dass sie für arrogant gehalten werden, weil sie nicht grüßen. Das liegt aber eben daran, dass sie die Leute nicht erkennen“, weiß Dr. Gronow.

Bei einer frühen Diagnose kann Patienten mit feuchter AMD gut geholfen werden. Foto: Foto von cottonbro von Pexels

Dem Sehverlust einen Schritt voraus

So weit muss es aber nicht kommen. Denn zumindest die feuchte AMD lässt sich gut behandeln, wenn sie früh erkannt wird: Je früher die Behandlung beginnt, desto besser kann die Sehkraft erhalten werden. Betroffene sollten daher schon beim Verdacht auf eine AMD einen Augenarzt aufsuchen. Insbesondere, wenn sie zwischen dem rechten und linken Auge einen großen Unterschied hinsichtlich der Sehkraft bemerken.

Ebenso wichtig sind Kontrolluntersuchungen ab dem 55. Lebensjahr. Bei einer familiären Vorbelastung ist es ratsam, sogar noch früher zu starten. Der Augenarzt kann die Netzhaut unter anderem mithilfe der optischen Kohärenztomographie untersuchen, kurz OCT. Nach der Diagnose einer feuchten AMD kann im Rahmen einer IVOM-Behandlung ein wirksames Medikament ins betäubte Auge gespritzt werden. Dabei werden sogenannte VEGF-Hemmer verabreicht, die die Neubildung von Gefäßen und die Ansammlung von Flüssigkeit verhindern können. Dr. Gronow berichtet zudem, dass bei den meisten Patienten diese Therapie sogar zu einer Sehkraftverbesserung führe. Zum Schutz des Augenlichts muss die Behandlung in regelmäßigen Abständen und lebenslang wiederholt werden.

Quellen:

1)     Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V.: https://augeninfo.de

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