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Unter neuem Namen

Blablabus bietet wieder Fernbusreisen an

Nach Flixbus will auch der Fernbus-Anbieter Blablabus wieder seinen Betrieb aufnehmen. Die ersten Fahrten sind am 10. Juni geplant. Die Busse werden dann jedoch unter einem neuen Markennamen unterwegs sein.

dpa

Unter dem neuen Markennamen Blablacarbus will das Fernbus-Reiseunternehmen Blablabus ab dem 10. Juni wieder Fahrten anbieten. Foto: Christoph Soeder

Blablabus heißt nun Blablacar und fährt bald wieder: Nach mehr alseinem halben Jahr Zwangspause bietet das französische Unternehmen ab10. Juni wieder Fernbusreisen in Deutschland an. Die Konkurrenz istallerdings schon länger wieder unterwegs.

Berlin (dpa) - Unter einem einheitlichen Markennamen will das bisherals Blablabus operierende Fernbus-Reiseunternehmen ab dem 10. Juniwieder Fahrten anbieten. Der Online-Ticketverkauf soll bereits abdiesem Donnerstag wieder möglich sein, teilte das Unternehmen mit.Der Markenname werde von Blablabus in Blablacar geändert und damitder Hauptmarke angepasst. «Damit liegt der Fokus künftig noch stärkerauf unserem multimodalen Mobilitätsangebot - gebündelt in einer App»,hieß es.

Die Marke gehört zum französischen Unternehmen Comuto, das inDeutschland vor allem für die Mitfahr-App Blablacar bekannt ist. Überdie Plattform können sich Kunden zu Mitfahrgelegenheiten im Autozusammenschließen. Vor rund zwei Jahren stieg Blablacar auch in dendeutschen Fernbusmarkt ein, der nach wie vor vom Unternehmen Flixbusdominiert wird.

Bei den Städtezielen bleibe nach der langen Pause zunächst alles beimalten, hieß es. Mittelfristig wolle Blablacar sein Netzwerkin Deutschland aber deutlich vergrößern. «Unser Plan ist es, unserBusnetz in Deutschland innerhalb von 18 Monaten von 100 auf 200Intercity-Verbindungen zu verdoppeln», teilte UnternehmenschefNicolas Brusson am Donnerstag mit. «Wir haben große Ambitionen aufdem deutschen Markt, wo wir Millionen von Mitgliedern zählen.»

Aufgrund der Corona-Krise musste Blablacar Ende Oktober bereits zumzweiten Mal alle Fahrten einstellen. Nun soll es im Juni wiederlosgehen. «In den letzten Wochen konnten wir bereits einen starkenAnstieg der Mitfahr-Aktivität auf Blablacar feststellen. Einenähnlichen Trend erwarten wir auch für das Fernbusangebot», teilte dasUnternehmen mit. Auch Konkurrent Flixbus musste schon zwei Malpausieren, hatte aber bereits Ende März den Betrieb wiederaufgenommen.

Der Überblick über den Fernbusmarkt sei aufgrund der Kriseschwieriger geworden, sagte der Geschäftsführer desMarktforschungsinstituts IGES, Christoph Gipp. Marktführer Flixbussei aber früher gestartet und habe zudem sein Fernzug-Angebot unterder Marke Flixtrain deutlich ausgebaut. Seit diesem Donnerstag sindvon Berlin aus wieder 30 Städte mit dem Zug erreichbar, wie dasUnternehmen mitteilte. Zudem nimmt Flixbus neue Fernstrecken in seinNetz auf und will ab dem 17. Juni etwa auch München ansteuern.

Verglichen mit der bundeseigenen Deutschen Bahn ist das Angebot zwarnoch klein: Insgesamt werden im Sommer neun grüne Züge von Flixtrainunterwegs sein. Die Bahn hat mehr als 300 ICE im Betrieb.

Im Wettbewerb mit dem Fernbus-Konkurrenten Blablacar könnte Flixbusmit dem zusätzlichen Plattformangebot aus Gipps Sicht aber seineMarktposition ausbauen. «Damit kann Flixbus ganz neue Standardssetzen im Kampf um preissensible Kunden», sagte er. Flixbus dominiertseit der Marktliberalisierung im Jahr 2013 den deutschenFernbusmarkt.

In anderen Ländern ist Blablacar als Anbieter von Fernbusreisen indesstärker aufgestellt. In Frankreich etwa hatte das Unternehmen schoneinige Monate vor dem Einstieg in den deutschen Markt denfranzösischen Marktführer Ouibus gekauft. Während die Fernbusse desUnternehmens vor allem die stark befahrenen Strecken zwischen dengroßen Städten bedienen, sollen über Auto-Mitfahrgelegenheitenkleinere Regionen ans Netz angeschlossen werden.

© dpa-infocom, dpa:210520-99-673504/4

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